Andrea Fischbacher
Andrea Fischbacher Ski Alpin
Andrea Fischbacher im März 2009
Nation OsterreichÖsterreich Österreich
Geburtstag 14. Oktober 1985
Geburtsort Schwarzach im Pongau
Größe 164 cm
Gewicht 60 kg
Beruf Zeitsoldatin
Karriere
Disziplin Abfahrt, Super-G, Riesenslalom,
Slalom, Kombination
Verein Union Skiklub Eben
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Weltmeisterschaften 0 × Gold 0 × Silber 1 × Bronze
Junioren-WM 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Gold Vancouver 2010 Super-G
FIS Alpine Skiweltmeisterschaften
Bronze Val-d’Isère 2009 Super-G
FIS Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Gold Maribor 2004 Super-G
Gold Bardonecchia 2005 Super-G
Platzierungen im alpinen Skiweltcup
 Debüt im Weltcup 11. März 2004
 Weltcupsiege 2
 Gesamtweltcup 10. (2008/09, 2009/10)
 Abfahrtsweltcup 2. (2008/09)
 Super-G-Weltcup 5. (2009/10)
 Riesenslalomweltcup 13. (2010/11)
 Slalomweltcup 34. (2005/06)
 Kombinationsweltcup 10. (2005/06)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Abfahrt 1 1 0
 Super-G 1 4 1
 Riesenslalom 0 0 1
letzte Änderung: 23. September 2011

Andrea Fischbacher (* 14. Oktober 1985 in Schwarzach im Pongau) ist eine österreichische Skirennläuferin. Neben dem Riesenslalom ist sie vor allem in den schnellen Disziplinen Super-G und Abfahrt erfolgreich. In den Jahren 2004 und 2005 wurde sie Juniorenweltmeisterin im Super-G. In der Saison 2004/05 gewann sie die Gesamtwertung des Europacups und im Winter 2008/09 erreichte sie den zweiten Rang im Abfahrtsweltcup. Ihr bisher größter Erfolg ist der Olympiasieg im Super-G in Vancouver 2010.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Anfänge und Aufstieg in das Nationalteam (bis 2006)

Andrea Fischbacher bekam als Vierjährige ihre ersten Skier und bestritt schon ein Jahr später die ersten Rennen. Mit sechs Jahren begann sie im Skiclub Eben mit regelmäßigem Training und in den nächsten Jahren gelangen ihr zahlreiche Siege bei Nachwuchsrennen. Nach der Volksschule besuchte sie die Skihauptschule in Bad Gastein. Die erhoffte Aufnahme in den Salzburger Landeskader gelang ihr aber noch nicht, und so wechselte sie nach drei Jahren an die Skihauptschule in Schladming und besuchte anschließend die dortige Skihandelsschule, die sie 2004 abschloss.

In der Saison 2000/01 bestritt die damals 15-Jährige ihre ersten FIS-Rennen und nach diesem Winter gelang ihr die Aufnahme in den Salzburger Landeskader. Trotz zahlreicher Ausfälle während der nächsten Saison wurde sie 2002 in den Nachwuchskader des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) aufgenommen. Im Dezember 2002 feierte sie ihre ersten Siege in FIS-Rennen, im Februar 2003 wurde sie Österreichische Juniorenmeisterin im Riesenslalom, im Super-G und in der Kombination und kurz danach kam sie erstmals im Europacup zum Einsatz. Bei der Juniorenweltmeisterschaft im März 2003 war ihr bestes Ergebnis der achte Platz im Riesenslalom und nach Saisonende stieg sie in den B-Kader des ÖSV auf.

Im Winter 2003/04 wurde Fischbacher zum zweiten Mal Österreichische Juniorenmeisterin im Super-G und auch international konnte sie große Erfolge erzielen. Am 20. Dezember 2003 feierte sie im Super-G am Tonalepass ihren ersten Europacupsieg und mit weiteren drei Podestplätzen im Super-G erreichte sie den zweiten Rang in der Disziplinenwertung und Platz vier im Gesamtklassement. Der Höhepunkt des Winters war die Juniorenweltmeisterschaft 2004 in Maribor, wo sie zeitgleich mit der Italienerin Nadia Fanchini die Goldmedaille im Super-G gewann. Deshalb konnte sie in dieser Disziplin beim Saisonfinale in Sestriere erstmals im Weltcup starten. Wegen eines Torfehlers kam sie jedoch nicht ins Ziel. Nach den Leistungen dieses Winters wurde sie in den österreichischen A-Kader aufgenommen.

Durch die Europacupresultate des Vorjahres hatte Fischbacher für die Saison 2004/05 einen Fixstartplatz im Weltcup. Nachdem sie im Dezember zwei Europacuprennen in Altenmarkt-Zauchensee gewinnen konnte, holte sie wenige Tage später mit Rang 28 im Super-G von St. Moritz ihre ersten Weltcuppunkte. Bereits in ihrem nächsten Weltcuprennen, dem Super-G von Cortina d’Ampezzo am 12. Jänner 2005, erreichte sie den achten Platz. Damit sicherte sie sich ein Ticket für die Weltmeisterschaft 2005 in Bormio, wo sie im Super-G nach Ausfällen von zwei ihrer Teamkolleginnen als beste Österreicherin den siebenten Platz erreichte. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2005 in Bardonecchia konnte sie ihren Super-G-Titel erfolgreich verteidigen. Im Europacup entschied Fischbacher mit ihren zwei Siegen, weiteren drei Podestplätzen und insgesamt 14 Top-10-Resultaten die Gesamtwertung der Saison 2004/05 für sich. Im Super-G-Klassement wurde sie wie im Vorjahr Zweite.

Seit der Saison 2005/06 ist Fischbacher ausschließlich im Weltcup am Start. Anfang Dezember fuhr sie mit Platz zwei im Super-G von Lake Louise und Rang drei im Super-G von Aspen erstmals auf das Podium. Anschließend kam sie aber in keinem Rennen mehr unter die besten fünf und in der Gesamtwertung klassierte sie sich im Super-G und in der Kombination in den Top-10. Im Super-G der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin belegte sie Rang 13 und nach der Saison stieg sie ins ÖSV-Nationalteam auf.

Weltcuperfolge und Olympiasieg (ab 2006)

Im Winter 2006/07 erzielte Fischbacher ähnliche Resultate wie im Vorjahr, insgesamt fuhr sie neunmal unter die schnellsten zehn. Ihr einziger Podestplatz war der zweite Rang im Super-G beim Saisonfinale in Lenzerheide, womit sie auf Platz acht im Super-G-Weltcup kam. Sie gehörte auch dem Team für die Weltmeisterschaft 2007 in Åre an, kam aber nach einem Sturz im Abfahrtstraining zu keinem Renneinsatz.

In der Saison 2007/08 hatte Fischbacher mit vielen Ausfällen im Slalom und im Riesenslalom zu kämpfen und sie erreichte insgesamt nur sechs Top-10-Ergebnisse. Unter diesen war aber auch der in Anbetracht ihrer sonstigen Saisonresultate überraschende erste Weltcupsieg im Super-G von Sestriere am 10. Februar 2008, der ihr zeitgleich mit der Schweizerin Fabienne Suter gelang. Im Gesamtklassement kam sie diesmal jedoch in keiner Disziplin unter die besten zehn und auch im Gesamtweltcup fiel sie nach Platz 15 bzw. 13 in den beiden letzten Jahren auf Rang 20 zurück. Dies war ihr letzter Winter in dem sie an Slalomrennen im Weltcup teilnahm.

Im Winter 2008/09 erzielte Fischbacher wieder deutlich konstantere Leistungen. Sie begann die Saison mit einem dritten Rang im Riesenslalom von Sölden, ihrem bisher besten Resultat in dieser Disziplin, und einem zweiten Rang im Super-G von Lake Louise. Bei der Weltmeisterschaft 2009 in Val-d’Isère kam sie sowohl im Super-G, als auch in der Abfahrt und im Riesenslalom zum Einsatz. Während sie im Riesenslalom nur Platz 24 belegte, wurde sie in der Abfahrt Siebente und im Super-G gewann sie hinter der US-Amerikanerin Lindsey Vonn und der Französin Marie Marchand-Arvier die Bronzemedaille. Am 28. Februar 2009 gewann Fischbacher die Weltcupabfahrt in Bansko, nachdem sie am Vortag bei der ersten Abfahrt bereits Zweite geworden war, und sicherte sich damit hinter Vonn den zweiten Platz im Abfahrtsweltcup. Im Gesamtweltcup erreichte sie den zehnten Rang.

In der Saison 2009/10 erzielte Fischbacher zunächst mehrere Top-10-Ergebnisse bis ihr am 31. Jänner 2010 im Super-G von St. Moritz der nächste Podestplatz gelang. Den bisher größten Erfolg ihrer Karriere feierte die 24-Jährige bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver. Nachdem sie im Abfahrtslauf als Vierte eine Medaille nur um 0,03 Sekunden verpasste, gewann sie vor der Slowenin Tina Maze und Lindsey Vonn den Super-G und wurde damit Österreichs dritte Olympiasiegerin in dieser Disziplin nach Sigrid Wolf (1988) und Michaela Dorfmeister (2006). Die Weltcupsaison beendete sie an fünfter Stelle in der Super-G-Wertung und wie im Vorjahr als Zehnte im Gesamtweltcup. Im November 2010 wurde sie als Österreichs Sportlerin des Jahres ausgezeichnet.

In der Saison 2010/11 blieb Fischbacher erstmals seit langem ohne Weltcup-Podestplatz. Mehrmals verfehlte sie einen solchen aber nur knapp, wie etwa bei ihrem besten Saisonresultat, dem vierten Platz in der Abfahrt von Cortina d’Ampezzo am 22. Jänner 2011. Bei der Weltmeisterschaft 2011 in Garmisch-Partenkirchen erzielte sie Rang neun in der Abfahrt und Platz 25 im Riesenslalom. Im Super-G schied sie aus.

Privates

Andrea Fischbacher wohnt in Eben im Pongau und ist die Großcousine von Hermann Maier und dem Snowboarder Alexander Maier.[1] Im Sommer 2005 absolvierte sie die Grundausbildung beim Österreichischen Bundesheer und wechselte danach als Zeitsoldatin ins Heeressportzentrum Rif.[2]

Erfolge

Andrea Fischbacher (Mitte) bei der Super-G-Siegerehrung der Olympischen Winterspiele 2010

Olympische Spiele

Weltmeisterschaften

Juniorenweltmeisterschaften

Weltcup

Datum Ort Land Disziplin
10. Februar 2008 Sestriere Italien Super-G *
28. Februar 2009 Bansko Bulgarien Abfahrt

* zeitgleich mit Fabienne Suter

Europacup

  • Saison 2003/04: 4. Gesamtwertung, 2. Super-G-Wertung
  • Saison 2004/05: 1. Gesamtwertung, 2. Super-G-Wertung
  • 11 Podestplätze, davon 3 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
20. Dezember 2003 Pontedilegno/Tonale Italien Super-G
16. Dezember 2004 Altenmarkt-Zauchensee Österreich Abfahrt
17. Dezember 2004 Altenmarkt-Zauchensee Österreich Super-G

Weitere Erfolge

  • Österreichische Juniorenmeisterin im Super-G, im Riesenslalom und in der Kombination 2003 und im Super-G 2004
  • Österreichische Vizemeisterin im Super-G 2006 und 2010 sowie in der Abfahrt 2006
  • 8 Siege in FIS-Rennen (3x Super-G, 2x Riesenslalom, 2x Slalom, 1x Abfahrt)

Auszeichnungen

Weblinks

 Commons: Andrea Fischbacher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

  1. spiegel.de vom 21. Februar 2010: Alpines Gold - Fischbacher erlöst Österreich
  2. Ski-WM: Bronze für Andrea Fischbacher (UNION Skiklub Eben i. P.)

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