22lfb
.22 lfB
Allgemeine Information
Kaliber: .22 lfB
5,6×15 mm R (22lr.)
Hülsenform: Randhülse
Maße
Ø Hülsenschulter: 5,71 mm
Ø Geschoss: 5,68 mm
Ø Patronenboden: 6,88 mm
Hülsenlänge: 15 mm
Patronenlänge: 25 mm
Gewichte
Geschossgewicht: 1,8–2,55 g
(28–40 grain)
Pulvergewicht: ca. 0,105 g
(1,62 grain)
Gesamtgewicht: ca. 4 g
Technische Daten
Geschwindigkeit V0: 210–510 m/s
max. Gasdruck: 2050 Bar
Geschossenergie E0: 40–270 J

Bei der Patrone .22 lfB, auch Kleinkaliber genannt, handelt es sich um Munition für Kleinkaliber-Handfeuerwaffen.

In der Regel werden Patronen in Deutschland nach Kaliber und Hülsenlänge bezeichnet. Die richtige Bezeichnung würde also 5,6×15 mm R lauten. In der Praxis spricht man jedoch nur von .22 lfB (lang für Büchse), .22 lr (long rifle) oder seltener 5,6 mm lang.

Es handelt sich um Munition mit Randfeuerzündung. Dabei trifft der Schlagbolzen der Schusswaffe auf den vorstehenden Rand am Boden der Patrone, welche die Initialladung enthält, die das restliche Treibladungspulver entzündet.

Inhaltsverzeichnis

Laborierungen

Als Projektile werden meist Bleigeschosse zwischen 1,8 g und 2,6 g Gewicht verwendet. Auch Schrotlaborierungen mit zugefalztem Hülsenmund werden angeboten. Es gibt folgende Bezeichnungen, die sich jeweils in Geschwindigkeit und Geschossgewicht unterscheiden, jedoch alle aus einer Waffe im Kaliber .22 lfb verschießbar sind (nach Geschwindigkeit aufsteigend geordnet):

kleinste und kleine Patronen .22
Schrotpatrone .22
.22 lfB bis .22 Win Mag
  • Z .22 lfb (Zimmer)
  • .22 lfB Sub Sonic (Unterschallmunition)
  • .22 lfb SV (Standard Velocity/Normale Geschwindigkeit)
  • .22 lfB HV (High Velocity/Hohe Geschwindigkeit)
  • .22 lfB Hyper Velocity (Sehr hohe Geschwindigkeit z. B. CCI Stinger oder Remington Yellow Jacket)

Die Z .22 lfb zeichnet sich durch eine besonders niedrige Geschwindigkeit (ca. 210 m/s) und geringe Geräuschentwicklung aus. Dadurch ist das Trainieren mit dieser Patrone in geschlossenen Räumen auch ohne Gehörschutz möglich, woraus sich die Bezeichnung „Zimmerpatrone“ ableitet. Eine Besonderheit dieser Laborierung ist, dass sie komplett ohne Pulverladung auskommt. Der zum Vortrieb des Geschosses benötigte Gasdruck wird allein durch die Zündmasse im Hülsenboden erzeugt.

Die Patrone .22 lfb Sub Sonic bietet nahezu die Leistung der Standardpatrone, bei jedoch wesentlich geringerer Lautstärke, da kein Überschallknall entsteht. Ihre Geschwindigkeit liegt bei etwa 320 m/s.

Die Standardpatrone (.22 lfb SV) ist die günstigste und in Sportwettkämpfen meist verwendete Patrone im Kaliber .22 lfb (ca. 340 m/s).

Die .22 lfb HV findet vor allem Verwendung in der Jagdausübung. Durch die höhere Geschwindigkeit (ca. 400 m/s) lässt sich eine relativ starke Wirkung erzielen. Dafür ist diese Patrone auch schon recht laut und sollte keinesfalls ohne Gehörschutz abgefeuert werden.

Verschiedene Hersteller bieten besonders schnelle Patronen in .22 lfb an. Ihre Anfangsgeschwindigkeiten liegen um 510 m/s. Um eine derartige Leistung zu erzielen, wird meist die Hülse verlängert, um das zusätzlich benötigte Pulver unterbringen zu können. Die meisten Waffen streuen jedoch mit dieser Munition sehr stark, da das Geschossgewicht nicht mit der Dralllänge zusammenpasst. Das Geschoss ist verkupfert und entspricht dem des Kalibers 22 kurz. So wird die größere Hülsenlänge kompensiert.

Revolver für Kleinkaliber
(acht Schuss in der Trommel)

Anforderungen an Patronenlager und Lauf

Maße der .22 lfB

Die Patrone .22 lfB benötigt je nach Waffenart unterschiedliche Patronenlagermaße. Bei Revolvern muss das Patronenlager vom Stoßboden bis zum Übergang lediglich 16,33 mm und bei Selbstladern 17,05 mm lang sein. Wird das Maß unterschritten, ist die Angabe des Maßes in der Handelsbezeichnung der Waffe aufzunehmen.

Der Felddurchmesser des Laufs muss 5,38 mm, der Zugdurchmesser 5,58 mm betragen. Diese Werte können jedoch bis zu einem Minimalquerschnitt von 22,5 mm² unterschritten werden. In diesem Fall sind die tatsächlichen Maße direkt auf der Waffe anzugeben.[1]

Verwendung

Verwendung findet die Munition meist im Sportschießen (zum Beispiel Freie Pistole, Sportpistole, Biathlon) und in der Jagd (Bau- und Fallenjagd auf Kleintiere). In bebauten Gebieten und auf Friedhöfen wird oft mit schallgedämpften Waffen gejagt, wozu jedoch eine Sondererlaubnis notwendig ist.

Die Kleinkaliberpatrone zeichnet sich auch durch ihren günstigen Preis, die geringe Geräuschentwicklung und ihren geringen Rückstoß aus.

Siehe auch

Literatur

  • Frank C. Barnes: Cartridges of the World, Krause Publications, Iola (Wisconsin) 2006, ISBN 978-0-89689-297-2.
  • Beat P. Kneubuehl: Geschosse, ISBN 3-613-30501-1

Einzelnachweise

  1. Anlage III Zur 3. Verordnung zum Waffengesetz, Tabelle 4: Waffen für Randfeuerpatronenmunition

Weblinks


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