Andrea Martina Klump

Andrea Martina Klump (* 13. Mai 1957 in Wiesbaden) ist eine deutsche ehemalige Terroristin und Sympathisantin der Rote Armee Fraktion. Im Jahre 2001 wurde Klump wegen eines gescheiterten Anschlages im Jahr 1988 im spanischen Rota, bei dem eine britische Familie als Geiseln genommen wurde, zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt.[1] 2004 wurde sie wegen Beihilfe zum versuchten Mord zu einer Gesamtstrafe von zwölf Jahren verurteilt. [2] Der Vorwurf der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung nach 129a StGB wurde gemäß § 154a StPO eingestellt.[3]

Klump studierte von 1976 bis 1981 Völkerkunde mit Soziologie und Politikwissenschaft in Frankfurt am Main. Nach dem Abbruch des Studiums tauchte sie im Juli 1984 unter. Eigenen Angaben zufolge ging sie 1987 gemeinsam mit Christoph Seidler, Horst Ludwig Meyer, Barbara Meyer und Thomas Simon nach Damaskus, ehe sie für ein Jahr im Libanon untertauchte. Seit 1995 lebte sie in Wien. Klump wurde am 15. September 1999 in Wien verhaftet und am 23. Dezember 1999 nach Deutschland ausgeliefert. Bei der Festnahme Klumps kam ihr Begleiter Horst Ludwig Meyer bei einem Schusswechsel mit der österreichischen Polizei ums Leben. Wo Klump zwischen 1988 und 1995 lebte, ist unklar.

Sie wurde wegen des Attentats auf Alfred Herrhausen (1989) angeklagt. Die Anklage gegen Klump und ihren angeblichen Komplizen Christoph Seidler brach in sich zusammen, als der belastende Kronzeuge seine Aussagen in einem Fernsehbeitrag der Autoren des Buches Das RAF-Phantom widerrief.

Am 28. September 2004 wurde Klump vom Oberlandesgericht Stuttgart zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt, nachdem sie ein Teilgeständnis abgelegt hatte. Sie wusste vom Sprengstoffanschlag auf jüdische Auswanderer aus Russland in Budapest am 23. Dezember 1991, bei dem vier Businsassen leicht und zwei ungarische Polizisten schwer verletzt wurden. Die Ermittler hatten ihr eine DNA-Spur in einer Budapester Wohnung zuordnen können, wo sie sich gemeinsam mit Meyer vor dem Anschlag aufgehalten hatte.

Berichte

  • Zwölf Jahre Haft für Andrea Klump. Aus: Analyse & kritik Nr. 488 vom 15. Oktober 2004.

Einzelnachweise

  1. AFP: Neun Jahre Haft für Andrea Klump wegen Anschlages in Spanien, 15. Mai 2001
  2. Andrea Martina Klump wegen Beihilfe zum versuchten Mord verurteilt bei olg-stuttgart.de
  3. http://www.tolmein.de/linke-geschichte,raf,181,raf-verfahren.html

Weblinks


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