Andreas-Realgymnasium
Scharnhorstgymnasium
Schultyp Gymnasium
Gründung 1885
Bundesland Niedersachsen
Koordinaten 52° 9′ 7″ N, 9° 57′ 52″ O52.1519444444449.96444444444447Koordinaten: 52° 9′ 7″ N, 9° 57′ 52″ O
Träger Stadt Hildesheim
Schüler 1150 (Februar 2009) [1]
Lehrer 75 (inkl. Referendare/-innen)
Website www.scharnhorstgymnasium.de

Das Scharnhorstgymnasium (SHG) ist ein staatliches Gymnasium in Hildesheim. Schulträger ist die Stadt Hildesheim. Es wird von 1076 Schülern besucht, die von 75 Lehrern unterrichtet werden. Seit 2005 ist es eine eigenverantwortliche Schule im niedersächsischen Projekt „Eigenverantwortliche Schule und Qualitätsvergleich“. Die Schule ist die einzige dieses Namens.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das erste Schulgebäude am Dammtor auf einer Postkarte aus dem Jahre 1904.

Die Geschichte der Schule reicht bis in das Jahr 1849 zurück.

Entstehung als Ableger des Andreanums

Infolge der Nachfrage der Wirtschaft bzw. des Bürgertums nach größerer Berücksichtigung unmittelbar „nützlicher, praktischer“ Fächer (also der sog. Realien) im Lehrplan wurde am Andreanum bereits zu Michaelis 1849 gesonderte „Realklassen“ für Quarta, Tertia und Sekunda eingerichtet. Die vom Direktor beantragte Einrichtung eines „selbständigen Realklassensystem“ wurde zum Schuljahr 1850/51 durch die Schulverwaltung des Königreichs Hannover genehmigt. 1864 folgten Realklassen für die Unterstufe und 1868 eine „reale“ Prima. Am 21. September 1868 genehmigte das königliche Provinzial-Schulkollegium Hannover die Erhebung dieser Realklassen zu einer „Realschule 1. Ordnung“. Deren Hauptfremdsprache war aber immer noch Latein. Da der an diesem Schulzweig erworbene Abschluss ohne Einschränkung dem Abitur am klassischen Zweig entsprach, war der Zustrom in die Realklassen so groß, dass das Andreanum 1869 in einem Neubau am Friesentor umziehen musste und der Schulleiter um die Genehmigung zur Errichtung von Parallelklassen in diesem Schulzweig einholte. Ab den frühen 1870er Jahren kam infolge der stetig wachsenden Raumnot der Ruf nach einer Trennung der Schulzweige auf, konnte sich aber gegen die erhobenen Bedenken − befürchtetes Absinken des Realienzweiges, Aufgabe des Zieles einer umfassenden Bildung, Förderung rein materialistischen Denkens − ein Jahrzehnt lang nicht durchsetzen. Erst 1883 setzte der preußische Staat diese Idee um und überführte die „Realschule“ in eine eigenständige Anstalt. Diese erhielt das Gebäude der ehemaligen Gewerbeschule am Dammtor, nachdem der Magistrat der Stadt Hildesheim dieses Grundstück vertraglich der preußischen Staatsregierung überstellt und für den erforderlichen Aus- und Umbau des Gebäudes gesorgt hatte. Die Eröffnungsfeier fand am 15. April 1885 statt. Am 23. April erhielt die Schule per Ministererlass den neuen Namen Königliches Andreas-Realgymnasium. Zum ersten Schulleiter des neuen Gymnasiums wurde am 10. Juni 1885 der Mathematiker und Naturwissenschaftler Gustav Adolf Kalckhoff ernannt.

Entwicklung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges

Am 1. Februar 1886 hatte die Schule 186 Schüler in neun Klassen, ganz überwiegend evangelischen Bekenntnisses und gut zur Hälfte in Hildesheim wohnhaft. Später in diesem Jahr veranstalten Schüler, Lehrer und Ehemalige eine Geldsammlung zwecks Anschaffung einer Schulfahne als Symbol der Zusammengehörigkeit. Diese Schulfahne ist eines der wenigen Zeugnisse der Gründungszeit, die bis in die Gegenwart erhalten geblieben sind und die nach wie vor im Gewahrsam der Schule sind. Ab 1887 fand ein eigenes jährliches Schulfest statt.

Solange im Lehrplan der Unterstufen noch keine Unterschiede bestanden, wechselten zunächst noch viele Schüler des Andreanums, die mit dem Griechischen haderten, in die Mittelstufe des Realgymnasiums. Ab 1893 wurde der Wechsel zwischen den Schulformen jedoch durch die Umgestaltung der jungen Schule zu einem Reform-Realgymnasium verbaut: Damit ging eine Änderung der Sprachenreihenfolge nach dem Altonaer System einher. Erste Fremdsprache am Realgymnasium ab Sexta war danach Französisch, gefolgt von Englisch ab Quarta. Neben dem Realgymnasium wurde zudem ab 1896 eine sechsjährige lateinlose Realschule errichtet, die bis zur Untersekunda (eingerichtet 1898) reichte. Die Unterstufe besuchten die Schüler beider Zweige gemeinsam. Lateinunterricht erhielten aber nur mehr die Schüler des Gymnasialzweigs ab Untertertia.

Bereits ab 1890 wurde der Raum in der neuen Schule wiederum knapp. Trotz der Zweckentfremdung von Fachräumen als Klassenräume und der totalen Ausnutzung jedes Raumes zu jeder Stunde waren die Verhältnisse um 1900 so beengt, dass von 80 Sextanern über die Hälfte abgewiesen werden musste. Konkrete Planungen zur Aufstockung des Schulgebäudes waren 1905 immerhin zwar abgeschlossen, wurden aber erst ab 1909 umgesetzt. 1910 war der Umbau schließlich beendet. Nunmehr hatte jede Klasse einen eigenen Raum und standen Fachräume wieder als solche zur Verfügung. Ungefähr um dieselbe Zeit erfolgte der Anschluss an die Elektrizitätsversorgung. Die Freude währte nur sehr kurz, schon 1911 ergaben sich erneut Raumprobleme.

Eine eigene Turnhalle erhielt die Schule 1895. 1908 wurde ein Gymnasial-Seminar für die pädagogische Ausbildung von Studienreferendaren eingerichtet, das bis 1931 bestand. 1909/1910 wurde das Schulgeld für die oberen Klassen von 130 auf 150 Mark pro Jahr erhöht. 1911 besuchten 435 Schüler die Anstalt, davon 73 in den oberen Realschulklassen. Die Zusammensetzung der Schülerschaft hatte sich nicht wesentlich geändert.

1912 erfolgte eine erneute Reform der Fremdsprachenreihenfolge nach dem Frankfurter Plan. Für die Schüler des Gymnasialzweigs wurde Latein zweite Fremdsprache ab Untertertia und Englisch erst als dritte Fremdsprache und erst ab Untersekunda unterrichtet. Ferner bewilligte das Provinzial-Schulkollegium in diesem Jahr einen Betrag von 2300 Mark für die Einrichtung einer Wasserspülung in der Abortanlage und genehmigte, dass der Unterricht in der Zeit vom 1. Mai bis zum 1. Oktober bereits um sieben Uhr beginnen durfte.

Vom Beginn des Ersten Weltkrieges bis zum Ende der Weimarer Republik

Gleich zu Beginn des Ersten Weltkriegs meldeten sich insgesamt 50 Schüler freiwillig zu den Waffen. Am 6., 7., 14. und 15. August 1914 fanden die ersten Notreifeprüfungen für 26 Ober- und sechs Unterprimaner statt. Solcherart Abschlussprüfungen wiederholten sich in immer kürzeren Abständen. Zuletzt gab es keine Oberprima mehr. Der Mangel an männlichen Lehrkräften konnte nur durch Lehrerinnen ausgeglichen werden. Die verbleibende Schülerschaft zeichnete insgesamt neunmal Kriegsanleihen − bei der vorletzten kamen 70.612 RM zusammen, bei der letzten nur mehr 36.922 RM − und beteiligte sich an Materialsammlungen. Aus dem Pfadfinderkorps der Schule wurde zu Kriegsbeginn eine „Jugendwehr“ gebildet, deren Angehörige unter anderem als Erntehelfer eingesetzt wurden. Das Pädagogische Seminar löste sich bei Kriegsbeginn umgehend auf, erst 1919 setzte es seine Arbeit fort. Das Ende des Krieges und damit der deutschen Monarchie brachte eine Änderung des Schulnamens, ab 1918 lautete dieser nur mehr Staatliches Andreas-Realgymnasium. Insgesamt ließen 164 Schüler in diesem Krieg ihr Leben, davon waren 150 Freiwillige.

Am 21. August 1920 gründete sich auf Initiative des Lehrers und früheren Schülers Dr. Wilhelm Tischbein der Verein ehemaliger Schüler des Andreas-Realgymnasiums mit Realschule, der als Verein der Ehemaligen und Freunde des Scharnhorstgymnasiums e. V. bis in die Gegenwart besteht. Noch im selben Jahr stiftete der Verein der Schule eine Gedenktafel mit den Namen der gefallenen Schüler. Diese wurde vom Architekten Küsthard, einem ehemaligen Schüler gestaltet und am Totensonntag 1922 nach einem Gottesdienst in der Michaeliskirche in der Aula enthüllt. Im selben Jahr gründete sich auch eine Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland, die unter anderem 1924 2000 Mark für das deutsche Schulwesen in Posen sammelte.

1923 wurde die Sprachenreihenfolge erneut geändert, Englisch wurde erste Fremdsprache ab Sexta, gefolgt von Französisch ab Untertertia und für die Gymnasiasten Latein ab Untersekunda.

Nachdem 1921 dem an Schülerschwund leidenden Andreanum erneut ein eigenes Realgymnasium angegliedert worden war, trug ein Ministerialerlass 1925 der Hildesheimer Forderung nach einer Oberrealschule Rechnung und ordnete die Umwandlung der Schule in eine solche − ohne Latein als Pflichtfremdsprache − an. Diese konnte trotz des Protestes aller am Schulleben beteiligten Gruppen nicht verhindert, sondern nur um ein Jahr hinausgeschoben werden, begann Ostern 1926 und war 1929 abgeschlossen. Damit verbunden war eine neuerliche Umbenennung der Schule, nunmehr hieß sie Staatliche Andreas-Oberrealschule. Lateinunterricht wurde weiterhin als Wahlfach ab Obersekunda angeboten. Ab 1926 betrug der Schulgeldsatz 200 Mark im Jahr.

1928 wurden auch die oberen Klassen zweizügig und wegen Raummangels vier Klassen der Unterstufe in das Gebäude des Gymnasial-Seminars am Pfaffenstieg ausgelagert. Nach der Einrichtung moderner Fachräume für Biologie, Physik, Chemie und Kunst im Hauptgebäude wurden 1931 fünf weitere Klassen dorthin umgesiedelt. In den 1920er Jahren lag die Zahl der Schüler durchschnittlich bei 550 in 15 Klassen.

Zeit des Nationalsozialismus

Nach der Machtergreifung wurde der dem Nationalsozialismus kritisch gegenüberstehende Schulleiter Dr. Scherwatzky am 16. Oktober 1933 an eine andere Schule versetzt. Beschwerden einer spontan gebildeten Delegation von Primanern beim Reichskultusministerium blieben ohne Erfolg. 1934 nahmen nur zwei Lehrkräfte an einem „Lehrgang zur Umschulung der Lehrerschaft für den neuen Staat“ teil. Einer dieser Lehrer leitete allerdings im Folgejahr selbst den ersten Lehrgang dieser Art in Einbeck.

Unter anderem aufgrund des Staatsjugendtags und der Einführung einer dritten Turnstunde wurde 1935 der Unterricht in einigen Fächern gekürzt. Im selben Jahr erhielten Bewerber für die Offizierslaufbahn Gelegenheit zu einer vorgezogenen Reifeprüfung, in der Folge gehörten Notreifeprüfungen wie bereits nach Beginn des Ersten Weltkriegs wieder zum Alltag. Wie damals wurden auch jetzt wieder Schüler zu Sammlungen und zu Arbeiten in der Landwirtschaft herangezogen, zuletzt aber auch im „Kriegshilfsdienst“ in der Industrie, beispielsweise in den Boschwerken.

Verstärkt wurden Schülerlager in den Unterricht integriert, die Lehrer in Lehrerlagern geschult.Für Referandare wurde die Teilnahme an einem Referendarlager verbindlich. In diesen Lagern fanden unter anderem Schießübungen mit den der Schule zur Verfügung stehenden beiden Kleinkalibergewehren statt. Die Feierlichkeiten zum fünfzigjährigen Schuljubiläum finanzierte und organisierte unterdessen der Ehemaligenverein. 1937 wurde die Schule in eine Oberschule umgewandelt. Die Oberprima fiel weg, das Abitur wurde also nunmehr ein Jahr früher abgelegt. Französisch wurde nicht mehr erteilt, dafür eine vierte und fünfte Turnstunde eingeführt. Neuer Schulname war Andreas-Oberschule. Am 1. Februar 1938 hatte die Schule 461 Schüler, fünf davon jüdischen Glaubens. Fast alle „arischen“ Schüler gehörten den nationalsozialistischen Jugendverbänden an, mit Ausnahme lediglich derer, die noch nicht alt genug fürs Jungvolk waren. Fast ein Drittel waren Jungvolk- oder HJ-Führer. Die außerschulische Beanspruchung dieser Schüler und das damit verbundene Absinken ihrer Leistungen führten zu Klagen aus der Elternschaft beim Schulleiter. Spannungen zwischen HJ und Schulleitung entstanden, als die Schule in der Folge weniger großzügig bei der Beurlaubung zu Führerlagern verfuhr. Ab Ostern 1938 trug die Schule nach Gerhard von Scharnhorst den Namen Scharnhorstschule - Oberschule für Jungen. Zuletzt 1939 wurde Religionsunterricht erteilt, dafür wurde eine mündliche Reifeprüfung im Fach „Rassenkunde“ obligatorisch.

Ab 1942 störten die immer häufigeren Luftangriffe zunehmend den Unterrichtsbetrieb. Lehrer und Schüler versahen nächtlichen Luftschutzdienst in den Schulgebäuden. Schüler der Oberstufe wurden ab 1943 im Klassenverband als Luftwaffenhelfer im Raum Hannover eingesetzt, Unterricht und sogar Reifeprüfungen fanden durch die von Stellung zu Stellung ziehenden Lehrer zwischen den Einsätzen statt. In Faßberg bei Celle wurden Schüler der zehnten [2] Klasse für den Abschuss von Tieffliegern mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Bis September 1944 wurden alle verbliebenen Hildesheimer Oberstufenschüler in einer einzigen, zwei Jahrgänge umfassenden Klasse an der Scharnhorstschule unterrichtet, dann wurde auch diese geschlossen.

Beim alliierten Luftangriff auf Hildesheim am 22. März 1945 wurden beide Schulgebäude völlig zerstört. Geborgen werden konnte nur ein Teil der Lehrerbibliothek und der Schulakten sowie die Schulfahne. Diese Überbleibsel wurden in einem Kellerraum des Hauptgebäudes gelagert und durch Diebstähle weiter dezimiert. In den Trümmern der Aula blieb jahrelang die ausgeglühte Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges sichtbar. Zur Schanzarbeiten an der zusammenbrechenden Westfront entsandte HJler wurden von ihrem Lehrer im letzten Augenblick nach Hause gebracht. 242 Schüler ließen im Zweiten Weltkrieg ihr Leben.

Nachkriegszeit

Noch im Sommer 1945 wurde in zahlreichen Notquartieren der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Zu diesen gehörte unter anderem das Gebäude der Hildesheimer Freimaurerloge, die ehemalige Dompropstei in der Keßlerstraße. Als Sekretariat fungierte zunächst das Wohnzimmer der kommissarischen Schulleiters Otto Kaufmann. Möbel und Lehrmittel bekam die Scharnhorstschule von der Robert-Koch-Schule in Clausthal geschenkt. Im Oktober 1947 gründete sich mit Erlaubnis der britischen Militärregierung der Ehemaligenverein neu. Ab 1. Dezember dieses Jahres konnte für alle Klassen bereits wieder voller Unterricht erteilt werden. Noch im selben Monat wurden die ersten Elternvertretungen gewählt. Am 1. Februar 1948 hatte die Schule 642 Schüler, davon waren 140 Flüchtlinge. Im selben Jahr begann der Wiederaufbau des Schulgebäudes am Pfaffenstieg. Am 6. Juni 1950 konnte dieses von 15 Klassen bezogen werden, die übrigen fünf mussten in der „Loge“ bleiben. 1949 wurden neue Stundentafeln eingeführt. Danach blieb Englisch erste Fremdsprache ab Klasse fünf, in Klasse sieben konnte zwischen Französisch und Latein als zweiter Fremdsprache gewählt werden. 1953 wurden die zwölften Klassen als Klasse 13 weitergeführt und somit die neunjährige Gymnasialzeit wiederhergestellt.

Haupteingang des SHG

1955 ließ die auf 858 Schüler in 27 Klassen gestiegene Schülerzahl Pläne für einen Neubau reifen. Nachdem 1957 ein Architektenwettbewerb ausgerichtet worden war, entschied man sich für einen Neubau auf dem Gelände der zerstörten Steingrubenkaserne. Deren direkt neben dem neuen Domizil liegendes Kantinengebäude bleib jedoch erhalten und wurde später als Haus der Jugend (heute: Mehrgenerationenhaus) genutzt. Später fanden dort zeitweise auch Klassen Obdach, für die im neuen Gebäude bereits wieder zu wenig Platz war. Der Einzug in den Neubau, der eine jahrzehntelange Verteilung der Schule auf mehrere Standorte beendete, fand am 29. September 1959 mit 30 Klassen statt. Am 3. September 1960 übergab der Ehemaligenverein der Schule einen Gedenkraum, der dem Zweck gewidmet ist, die Namen aller gefallenen Schüler aufzubewahren und über die historischen Zusammenhänge „die das Opfer ihres Lebens herbeigeführt haben“ aufzuklären. Das Abkommen zwischen den Ländern der Bundesrepublik zur Vereinheitlichung auf dem Gebiete des Schulwesens von 1955 hatte 1965 unter anderem auch die bisher letzte Umbenennung der Schule zur Folge, seitdem trägt sie den heutigen Namen.

1957 ging der Scharnhorstschüler Hans-Gerd Born mit der Pamir unter.[3]

Von 1965 bis zur Gegenwart

1966 wurde die Realschulabsolventenklasse des Andreanums an das SHG verlegt, verblieb dort drei Jahre und wurde dann an das Gymnasium Himmelsthür weitergereicht. Die Koedukation wurde 1971 eingeführt. Bereits 1979 wurde die erste Rechneranlage mit vier Terminals aufgestellt und mit dem Abhalten von Informatikkursen begonnen. 1985 wurde ein eigener Informatik-Fachraum mit 15 Geräten eingerichtet, die Schule nahm in diesem Jahr am Modellversuch für den Einsatz von Computern im Mathematik- und Physikunterricht teil.

1980 wurde im eigentlich für die Oberstufe errichteten Erweiterungsbau die Orientierungsstufe Ost eingerichtet. Diese Ansiedlung einer OS im Gebäude einer weiterführenden Schule widersprach der landesüblichen Praxis. Die zugrundeliegende Schulreform wurde im Kollegium teilweise als unnötig angesehen. Später unterrichteten einige Lehrkräfte des SHG auch an der OS Ost. Nach Abschaffung der Orientierungsstufe in Niedersachsen hat das Scharnhorstgymnasium wieder eigene fünfte und sechste Klassen eingerichtet.

Im Rahmen einer Projektwoche fand vor den Sommerferien 2007 eine umfangreiche Modernisierung und Neugestaltung des Schulgebäudes statt. Neben der Renovierung aller Klassenräume wurde auch die Aula mit einem moderenem Licht-und Soundsystem für die verschiedensten Anlässe ausgestattet. [4]

Profil

Entsprechend der ursprünglichen Schulform des Realgymnasiums wird am Scharnhorstgymnasium traditionell den Realien, also der Mathematik und den Naturwissenschaften, besonderes Gewicht eingeräumt. In der Hildesheimer Schullandschaft genießt es den Ruf als die mathematisch-naturwissenschaftliche Schule. Jedes Jahr kommen mehrere Gewinner der Regionalausscheidungen des Wettbewerbs Jugend forscht vom SHG, Landessieger seit 1990 jedes Jahr, Bundessieger bisher dreimal. 2003 wurde die Schule vom Niedersächsischen Kultusminister für „kontinuierliche erfolgreiche Teilnahme an Schülerwettbewerben, insbesondere Bundeswettbewerb Mathematik, am Wettbewerb Jugend forscht sowie am Wettbewerb Physik in der Sekundarstufe I“ ausgezeichnet. 2007 stand das Scharnhorstgymnasium mit zusammen mit zwei anderen Schulen im Finale für „Die Jugend forscht-Schule 2007“. Bereits seit dem Schuljahr 1985/86 wird das Fach Informatik als Wahlfach mit Leistungsbewertung angeboten.

Klassen des SHG nehmen regelmäßig am Prix des Lycéens allemands teil. Im DELF-DALF-Programm erwarben Scharnhorstgymnasiasten Urkunden verschiedener Niveaus. Das Fremdsprachenangebot umfasste neben Englisch und Französisch aber stets auch Latein. Ferner wird Spanisch und als Arbeitsgemeinschaft auch Griechisch angeboten. In regelmäßigen Abständen finden Fremdsprachen-Vorlesewettbewerbe statt.

Weiterhin ist das SHG niedersächsische Modellschule für das Buddy-Projekt und erzeugt mittels einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seit 1999 einen Teil der benötigten elektrischen Energie selbst.

Gyro-AG

Eine aus Schülern der Jahrgangsstufen 7–12 bestehende Arbeitsgemeinschaft baute im Jahr 2008 unterstützt vom Hildesheimer Unternehmen AutoGyro einen Tragschrauber. [5]

Traditionelle Veranstaltungen

  • „naturwissenschaftlicher Abend“ (seit 1988); Schüler berichten über ihre erfolgreichen Arbeiten in den einzelnen naturwissenschaftlichen Wettbewerben
  • „Berufsinformationsabend“: Die Schüler können sich über verschiedene Berufe informieren. Ihnen stehen eine Vielzahl an Referenten aus den verschiedensten Berufsbereichen Rede und Antwort.

Schulpartnerschaften

Das SHG unterhält Schulpartnerschaften zur Exeter School in Exeter, dem Lycée Guez de Balzac in Angoulême (seit 1967) und der Iambi Secondary School in Tansania (seit 1985). Dazu kommen Partnerschaften im Rahmen des Comenius-Programms zu Schulen in Österreich, Italien, Polen und Ungarn.

Bekannte Lehrer und Schüler

Literatur

  • Gerhard Bratsch (Herausgeber): 75 Jahre Scharnhorstschule Hildesheim Neusprachliches und mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium für Jungen. Hildesheim 1960
  • Martin Dittmann (Herausgeber): Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Scharnhorstgymnasiums Hildesheim. Druckhaus Gebrüder Gerstenberg, Hildesheim 1985
  • Manfred Overesch: Hildesheim 1945-2000 Neue Großstadt auf alten Mauern. Olms, Hildesheim/Zürich/New York 2006, ISBN 3-487-13266-4

Einzelnachweise

  1. Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 7. Februar 2009, S. 14
  2. Die Zählweise war dabei der heutigen genau entgegengesetzt.
  3. Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 21. September 2007
  4. Der Geschichtsabschnitt beruht, soweit nicht gesondert angegeben, auf der unter http://66023.nibis.de/website/index.php?id=35 zu findenden Schulchronik (zuletzt abgerufen am 6. Februar 2008 um 17:53 Uhr) sowie auf dem Beitrag „75 Jahre Weg einer Schule“ in: Gerhard Bratsch (Herausgeber): 75 Jahre Scharnhorstschule Hildesheim Neusprachliches und mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium für Jungen. Hildesheim 1960, S. 23-43
  5. Hildesheimer Allgemeine Zeitung vom 22. März 2008, S. 13

Weblinks


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