Andreas Bertolt Bengsch

Andreas Bertolt Bengsch (* 26. März 1953 in Berlin; Pseudonyme: Terenz Abbé, Bert Bennen) ist ein deutscher Journalist und Buchautor und war von 1989 bis 2003 Präsident des Romani-P.E.N.-Zentrums.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bengsch begann seine journalistische Ausbildung 1971 beim Deutschen Fernsehfunk und setzte sie später beim Berliner Rundfunk fort. Nach Studien der Philosophie und Zeitgeschichte arbeitete er als redaktioneller Mitarbeiter, später als Redakteur, für Rundfunk, Fernsehen und Tageszeitungen.

Seine offene Verweigerungshaltung gegenüber staatlichen Zwängen, die öffentliche Kritik an der Ausbürgerung Wolf Biermanns, die behauptete staatsfeindliche Verbindungsaufnahme und -Gruppenbildung, führten ab 1977 zu Repressivmaßregelungen durch das Ministerium für Staatssicherheit, das ihn als einen zunehmend bedrohlichen Störfaktor empfand, verbunden mit einem Berufsverbot und einer dann folgenden mehrjährigen politischen Haft.

Im Frühjahr 1987 siedelte Bengsch, mit Hilfe der ev. Kirche, im Rahmen der Freikaufpraxis mit seiner Familie nach Westberlin über. Er begann journalistisch zu arbeiten, für den RIAS und den SFB. Während der Zeit des Umbruchs engagierte er sich für die neu entstehende Presselandschaft Ostdeutschlands und war Gastdozent an Universitäten im In- und Ausland. Das eigene Erleben und die freundschaftlichen Beziehungen zu Melvin Lasky, Hans Sahl, Wolfgang Harich und Rajko Djuric prägten die thematische Auswahl vieler seiner Publikationen im Hörfunk und in den Printmedien. Von 1990 bis 1993 war Bengsch hauptsächlich für den Deutschlandsender Kultur als Reporter, Redakteur, Moderator und Autor tätig. Seither arbeitet er als freischaffender Journalist für Rundfunksender, das Fernsehen und die Presse.

Romani-P.E.N.

Zur Zeit des Umbruchs in Osteuropa führte Bengsch auch ein Interview mit dem in Jugoslawien verfolgten Philosophen und Dichter Dr. Rajko Djuric, einem Angehörigen des Volkes der Roma. Es entwickelte sich daraufhin ein Informationsaustausch über die Hintergründe des Krieges in Jugoslawien sowie über die Geschichte und die Lebenssituation der Roma und Sinti. Obwohl ein Gadjo, wurde Bengsch 1989 zum ersten Präsidenten des Romani-P.E.N.-Clubs (später Romani-PEN-Zentrum) gewählt. Das war eine pragmatische Entscheidung im Hinblick auf die Zusammenführung osteuropäischer Roma-Autoren mit westeuropäischen Sinti-Schriftstellern. Djuric und Bengsch versuchten, gemäß einer neuen Satzung, auch Nicht-Roma-Sinti-Kunstschaffenden die Mitgliedschaft anzutragen, die sich herausragend für die Rechte und die Kultur der Roma und Sinti engagiert haben. Mitglieder wurden u.a. Sir Yehudi Menuhin, Jorge Amado, Gabriel García Márquez und Günter Grass, der 1997 mit seiner Frau Ute die „Stiftung zugunsten des Romavolkes“ gründete. 1993 repräsentierte Bengsch erstmalig den Romani-PEN-Club bei einem Internationalen PEN-Kongress, in Santiago de Compostela.

Publizistik

(Auswahl)

  • Der Zerfall Jugoslawiens (mit Rajko Djuric), Morgenbuch 1992 ISBN 3371003256
  • Ohne Heim, ohne Grab – Die Geschichte der Roma und Sinti (mit R. Djuric, J. Becken), Aufbau Verlag 1996, 2002
  • Ich wollt, ich wär ein Kaktus - Iska Geri, Media-Publications Berlin, 2001, 2008
  • Rundfunk: Features, Kommentare, Porträts, Reportagen

Weblinks


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