Andreas Cludius

Andreas Cludius, auch Cluten, Kluten (* 7. November 1555 in Osterode am Harz; † 9. September 1624 ebenda) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren als Sohn des Ratsherrn Johann Clüten, besuchte er die Schule in Göttingen, Magdeburg und Gandersheim studierte 1574 bis 1576 und nach längerer Unterbrechung nochmals zwei Jahre an der Universität Helmstedt und Wittenberg. Nachdem er seine Studien abgeschlossen hatte, begab er sich auf eine damals übliche Bildungsreise und promovierte 1582 in Basel zum Doktor der Rechte.

Als er 1583 nach Helmstedt zurückgekehrt war, wirkte er zunächst als Privatdozent und wurde 1585 als ordentlicher Professor der Institutionen berufen. 1589 stieg er in die Professur des Kodex auf, wurde herzoglicher Rat in Braunschweig und Beisitzer des Hofgerichts in Wolfenbüttel. In dieser Funktion war er in Angelegenheiten des Klosters Walkenried in Speyer tätig und machte sich als Rechtsbeistand einen Namen. 1617 bat er um seine Entlassung aus dem Dienst und zog sich privat in seine Heimatstadt Osterode zurück, wo er sich am Kornmarkt 12 ein repräsentatives Haus bauen ließ (das heute noch als das Cludiussche Haus bekannt ist).

In seinen wissenschaftlichen Werken behandelte Cludius vor allem Fragen des römischen Privatrechts. So verfasste er Abhandlungen zum Bereicherungsrecht und zur Zwangsvollstreckung. Sein Sohn Johann Thomas Cludius wurde ebenfalls Rechtsprofessor an der Universität Helmstedt.

Werke

  • Tractatus de Jure Sequestrationis, 1594, 1596, 1700
  • Tractatus de rebus quotidanis, 1619, 1701
  • Commentarii in XII. Librum Digestorum, 1598
  • de Condictione indebiti, 1602
  • de Condictione caussa data, caussa non secuta, 1680
  • de Condictione surtiua, 1659, 1679

Literatur

  • Artikel Cludius, Andreas. In: Joachim Rückert und Jürgen Vortmann (Hrsg.): Niedersächsische Juristen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, S. 14–17
  • Wolfgang Lent: Cludius, Andreas. In: Horst-Rüdiger Jarck, Dieter Lent u. a. (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon: 8. bis 18. Jahrhundert. Appelhans, Braunschweig 2006, ISBN 3-937664-46-7, S. 151 f.
  • Hans-Erhard Müller: Andreas Cludius (1555–1624). In: Heimatblätter für den süd-westlichen Harzrand. Jahrgang 50, 1994, S. 46–50
  • Fritz Roth: Restlose Auswertungen von Leichenpredigten und Personalschriften für genealogische und kulturhistorische Zwecke. Band 4, R 3488
  • Emil Julius Hugo Steffenhagen: Cludius, Andreas. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 347 f.
  • Cludius, Andr.. In: Zedlers Universal-Lexicon, Band 6, Leipzig 1733, Spalte 476.

Weblinks


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