Andreas Dornheim

Andreas Dornheim (* 1958 in Würzburg) ist ein deutscher Historiker.

Nach dem Studium der Geschichte und der Politikwissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Promotion 1992 arbeitete Dornheim als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Geschichte der Pädagogischen Hochschule Erfurt.

Seit seiner Habilitation 2001 lehrt Dornheim als Dr. rer. soc. habil. als Privatdozent für Neuere Geschichte und Landesgeschichte an der Universität Erfurt. Seit Oktober 2007 lehrt Andreas Dornheim am Institut für Geschichte der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und ist seit April 2008 Inhaber der Vertretungsprofessur des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte.

Dornheim hat für das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ein Gutachten „zur Rolle des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in der NS-Zeit“ erstellt, das seit dem 29. April 2011 online publiziert ist.[1] Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hebt hervor, dass der Bamberger Historiker gerade im Bereich der Agrarpolitik die „personellen Kontinuitäten vom Dritten Reich hin zur Bundesrepublik heute am schlechtesten überhaupt erforscht“ sieht und seinem Gutachten zufolge „viele NS-Agrarpolitiker hohe SS-Führer und überzeugte Vertreter der NS-Rassenideologie waren“. [2]

Andreas Dornheim ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Schriften

  • Adel in der bürgerlich-industrialisierten Gesellschaft, (= Europäische Hochschulschriften Reihe 31, Politikwissenschaften Bd. 218) Berlin 1993. (Promotionsschrift)
  • Thüringen 1989/1990. Akteure des Umbruchs berichten, Erfurt 1995.
  • Politischer Umbruch in Erfurt 1989/90, Wien 1995.
  • Röhms Mann fürs Ausland. Politik und Ermordung des SA-Agenten Georg Bell, (= Geschichte Bd. 18), 1998.
  • Thüringen 1933-1945. Aspekte Nationalsozialistischer Herrschaft, Erfurt 1997. (mit Bernhard Post und Burkhard Stenzel)
  • Entwicklung und Bedeutung des Begriffes Freistaat, Erfurt 2001.
  • Gerechtigkeit. Interdisziplinäre Grundlagen, 2002.
  • Identität und politische Kultur, Stuttgart 2003. (mit Sylvia Greiffenhagen und Hans-Georg Wehling).
  • Forschergeist und Unternehmermut, Wien 2006. (mit Walther Brügelmann)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rasse, Raum und Autarkie. Sachverständigengutachten zur Rolle des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft in der NS-Zeit. Erarbeitet für das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Verfasst von Prof. Dr. Andreas Dornheim. Bamberg, 31. März 2011.
  2. NS-Aufarbeitung. Historiker sieht „gewaltige Defizite“ im Landwirtschaftsministerium. In: Der Spiegel, 2. Mai 2011, S. 16.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Dornheim — heißen die Orte Dornheim (Thüringen), Ilm Kreis Dornheim (Hessen), Ortsteil v. Groß Gerau Dornheim (Iphofen) Ortsteil, Landkreis Kitzingen, Bayern Dornheim (Schmallenberg) Ortsteil, Hochsauerlandkreis, Nordrhein Westfalen Dornheim ist der… …   Deutsch Wikipedia

  • Alfredo Dornheim — (* 1909 in Hamburg; † 27. Oktober 1969 in Mendoza) war ein argentinischer Professor und Mitbegründer der Internationalen Vereinigung für Germanistik. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Schriften 3 Literatur …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Dor–Doz — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Herbert Backe — (2. Juni 1942) Herbert Friedrich Wilhelm Backe (* 1. Mai 1896 in Batumi, Russisches Kaiserreich, heute Georgien; † 6. April 1947 in Nürnberg) war ein deutscher Politiker (NSDAP). Er wurde 1 …   Deutsch Wikipedia

  • Julius Uhl — (* 3. März 1903 in Böbingen in der Pfalz oder Böbingen an der Rems[1]; † 2. Juli 1934 im KZ Dachau[2]) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und SA Führer. Uhl wurde vor allem bekannt als langjähriger Chef der SA Stabswache, als „Leibmörder“ der SA …   Deutsch Wikipedia

  • Hans Erwin von Spreti-Weilbach — (um 1933). Hans Erwin Karl Ernst Martin Graf von Spreti Weilbach (* 24. September 1908 in Karlsruhe; † 30. Juni 1934 in Stadelheim, manchmal auch Hans Joachim Graf von Spreti Weilbach)[1] war ein deutscher Politiker (NSDAP) und in führender… …   Deutsch Wikipedia

  • Entmachtung der SA — Als Röhm Putsch bezeichnete die Propaganda der Nationalsozialisten die Ereignisse um die Ermordung von Ernst Röhm, dem Stabschef der SA, im Juni / Juli 1934. Ermordet wurden außer SA Funktionären auch Gegner des Nationalsozialismus wie der… …   Deutsch Wikipedia

  • Massaker von Bad Wiessee — Als Röhm Putsch bezeichnete die Propaganda der Nationalsozialisten die Ereignisse um die Ermordung von Ernst Röhm, dem Stabschef der SA, im Juni / Juli 1934. Ermordet wurden außer SA Funktionären auch Gegner des Nationalsozialismus wie der… …   Deutsch Wikipedia

  • Reichsmordwoche — Als Röhm Putsch bezeichnete die Propaganda der Nationalsozialisten die Ereignisse um die Ermordung von Ernst Röhm, dem Stabschef der SA, im Juni / Juli 1934. Ermordet wurden außer SA Funktionären auch Gegner des Nationalsozialismus wie der… …   Deutsch Wikipedia

  • Röhm-Morde — Als Röhm Putsch bezeichnete die Propaganda der Nationalsozialisten die Ereignisse um die Ermordung von Ernst Röhm, dem Stabschef der SA, im Juni / Juli 1934. Ermordet wurden außer SA Funktionären auch Gegner des Nationalsozialismus wie der… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”