Kasseler Meeressand

Der Kasseler Meeressand ist die Bezeichnung für fossile Funde an den Ufern der Ahne bei Kassel, Nordhessen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Die Ahne

Die Ahne, im Mittel- und Unterlauf auch Ahna genannt, entspringt im Habichtswald am Essigberg, durchquert die Huten zwischen Herkules und Forsthaus Haide etwa in West-Ost-Richtung und fließt vor dem Austritt aus dem Waldgebiet durch ein tief eingeschnittenes Tal. Danach gelangt das Fließgewässer über Ahnatal und Vellmar nach Kassel, wo es in die Fulda mündet.

Fundstelle

Die Hänge der Ahna bestehen aus Muschelkalk und tertiärem Sand. Diese Schicht ist von Tuff und Basalt überlagert. Vor etwa 60 Millionen Jahren überschwemmten große Wassermassen das Kassler Becken und bildeten einen See, der dann nach Norden wieder abfloss und Salzwasser hinterließ.

Weil die Ahne das erst später aufkommende Eruptivgestein überdeckte, wusch sie den geschützten Meeressand aus. Der Sand im Bachbett und das sandhaltige Ufer ist eine tertiäre und oligozäne Fundstelle zahlreicher Fossilien.

Gleich alte Funde stammen z. B. auch aus Glimmerode.

Funde

Zu den Funden gehören weiße Meeresmuscheln, Foraminiferen, versteinerte Schnecken und durch Eisen braungefärbte Tone, in denen man sogar versteinerte Fischwirbel, Gehörsteine (Otolithen) von Fischen und Haifischzähne gefunden hat. Beispielhafte Funde werden im Naturkundemuseum im Ottoneum in Kassel ausgestellt.

Literatur

  • Eduard Brauns: Wander- und Reiseführer durch Nordhessen und Waldeck. A. Bernecker Verlag, Melsungen 1971, S. 53.
  • Jürgen Fichter, Reiner Kunz: Der Kasseler Meeressand. Erdgeschichte mit den Händen greifen. In: Fossilien 25, 2008, 1, ISSN 0175-5021, S. 33–38.
  • Julius Görges: Die Lamellibranchiaten und Gastropoden des oberoligozänen Meeressandes von Kassel. Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden 1952, (Abhandlungen des Hessischen Landesamtes für Bodenforschung 4).
  • Eberhard Kümmerle: Die Foraminiferenfauna des Kasseler Meeressandes (Oberoligozän) im Ahnetal bei Kassel. (Bl. Nr 4622 Kassel-West). Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden 1963, (Abhandlungen des Hessischen Landesamtes für Bodenforschung 45), (Zugleich: Mainz, Univ., Diss., 1963).
  • Norbert Nordmeyer: Der oberoligozäne Meeressand von Kassel. In: Arbeitskreis Paläontologie Hannover 9, 1981, 6, ISSN 0177-2147, S. 1–18.
  • Franz Rösing: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Hessen 1 : 25 000, Blatt Nr. 4622 Kassel - West. 2. unveränderte Auflage. Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden u. a. 1958, (Geologische Karte von Hessen. Bundesrepublik Deutschland 2).

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