Andreas Fritsch (Altphilologe)
Andreas Fritsch beim Bundeskongress des Deutschen Altphilologenverbandes 2010 in Freiburg im Breisgau.

Andreas Fritsch (* 2. September 1941 in Guhrau/Schlesien) ist ein deutscher Altphilologe mit dem fachlichen Schwerpunkt Lateinische Sprache und Literatur und ihre Didaktik.

Leben

Nach dem Abitur in Berlin (1960) studierte er an der dortigen Freien Universität und in Münster/Westfalen Pädagogik und spezialisierte sich früh auf das Schulfach Latein. Nach dem ersten (1964) und zweiten Staatsexamen (1966) trat er in den Schuldienst ein. Ab 1969 lehrte er an der Pädagogischen Hochschule Berlin, ab 1972 als Professor. Ab 1970 nahm er zusätzlich einen Lehrauftrag für Didaktik des Lateinunterrichts an der Freien Universität Berlin wahr. Von 1980 bis 2007 war er Professor an der FU, ab 1987 mit dem Titel Universitätsprofessor. Daneben gab er neun Jahre Lateinunterricht an verschiedenen Schulen. Von 2001 bis 2007 lehrte er auch an der Humboldt-Universität zu Berlin (Fachdidaktik Latein).

In der akademischen Selbstverwaltung war Fritsch mehrfach geschäftsführender Direktor des Instituts für Sprach- und Literaturdidaktik, des Zentralinstituts für Fachdidaktiken und des Instituts für Griechische und Lateinische Philologie der FU.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Geschichte und Didaktik des Lateinunterrichts, besonders zu erwähnen sind Studien zur Lehrbuchkritik und –entwicklung (er ist Mitautor mehrerer lateinischer Unterrichtswerke), Phaedrus als Schulautor, die Vulgata als Schullektüre, Latinitas viva (Anregungen zum gesprochenen Latein), der altsprachliche Unterricht in der NS-Zeit und in der Weimarer Republik, Studien zu Comenius (1592-1670) und zum preußischen Schulreformer Friedrich Gedike (1754-1803). Seit 1991 ist er Schriftleiter des „Mitteilungsblattes des Deutschen Altphilologenverbandes“, ab 1997 unter dem Titel „Forum Classicum“. Seit 2005 Vorsitzender der Deutschen Comenius-Gesellschaft (siehe unten) und Mitglied der Academia Latinitati Fovendae in Rom (siehe unten). Zum 60. Geburtstag wurde ihm der 50. Band der von Friedrich Maier herausgegeben Auxilia-Reihe gewidmet (Alte Texte in neuem Rahmen, hg. von Stefan Kipf).

Literatur

  • Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who? Verlag Schmidt-Römhild, 2009/2010.
  • Who is Who in der Bundesrepublik Deutschland. 3. Ausgabe 1994. 3 Bde. Zug/Schweiz.

Weblinks

Viele Titel seiner Veröffentlichungen sind zu finden unter:

Über die Tätigkeit für die Deutsche Comenius-Gesellschaft und die Academia Latinitati Fovendae:


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