Andreas Jordan
Andreas Jordan

Andreas Jordan (* 25. August 1775 in Deidesheim; † 21. November 1848 ebenda) war Abgeordneter in der Kammer der Abgeordneten des Königreichs Bayern. Er war ein Vorreiter bei der Einführung des Qualitätsweinbaus in der Pfalz und Bürgermeister seiner Vaterstadt Deidesheim, wo er ein Weingut führte.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Jordan wurde als Sohn des Weingutsbesitzers Peter Jordan (1753−1795) und dessen Ehefrau Apollonia Reichert in Deidesheim geboren. Er hatte einen Bruder Peter Heinrich (1793−1830) und eine Schwester Barbara (1783−1842). Im Jahr 1806 heiratete er die vermögende Josefine Stengel (1789−1834), deren Familie aus Haigerloch stammte.

Durch drei Hochzeiten wurde eine enge Verbindung der Familien Jordan und Buhl aus Ettlingen geknüpft: Jordans Schwester Barbara heiratete 1806 den Abgeordneten der badischen Abgeordnetenkammer Franz Buhl (1779−1844). Deren Sohn Franz Peter Buhl (1809−1862) wiederum heiratete 1836 Jordans Tochter Josefine (1813−1872); Jordans einziger Sohn Ludwig Andreas Jordan (1811−1883) heiratete 1838 Franz Peter Buhls Schwester Seraphine. Jordans jüngste Tochter Margarete (1816−1889) heiratete 1844 Friedrich Georg Deinhard, den Sohn von Johann Friedrich Deinhard, der in Koblenz die Weingroßhandlung Deinhard & Co gegründet hatte, die heute noch als Sekt- und Weinkellerei existiert[1].

Leben und Wirken

Zu Ehren Jordans gestiftet: Der Andreasbrunnen auf dem Deidesheimer Marktplatz

Als französische Volksheere 1794 in Deidesheim einfielen, wurde seine Familie nahezu vollständig ausgeplündert; Jordans Eltern starben kurz darauf, so dass ihm so die Aufgabe zufiel, sich um seine Geschwister zu kümmern. Bevor er seine Eltern verlor, studierte Jordan an der kurfürstlichen Akademie in Mainz. Hier im Weinbaugebiet Rheingau, wo Ende des 18. Jahrhunderts die besten Weine Deutschlands produziert wurden, machte er Erfahrung mit dem Produzieren von Qualitätsweinen.

Seine Erfahrungen, besonders die Erkenntnis des Wertes der Spätlese edelfauler Trauben, machte sich Jordan nach dem Tod seiner Eltern zunutze und setzte die Qualitätsbestrebungen auch in seinem Weingut um. Zweckmäßige Maßnahmen dafür waren auch die Schaffung künstlicher Südhänge, die Errichtung von Nordmauern und die Einführung zweiteiliger Lesekübel. Als neue Marketingmaßnahme benutzte er 1802 erstmals neben Jahrgang und Rebsorte auch die Lage „Deidesheimer Geheu“ zum Kennzeichnen seiner Weine und war er der erste, der beim Weinhandel die Vorzüge Pfälzer Qualitätsweine bekanntmachte. Seinem Beispiel folgten die übrigen Gutsbesitzer der Umgegend, so dass um 1830 der Qualitätsweinbau an der Mittelhaardt üblich war. Infolge seiner Qualitätsbestrebungen konnte Jordan beim Verkauf seiner Weine Qualitätsweinpreise erzielen, die die sonst bewilligten Preise um das drei- bis vierfache überstiegen, vermochte so sein Weingut beträchtlich zu vergrößern und erlangte eine herausragende Bedeutung für den gesamten pfälzischen Weinbau[1]. Sein Ruf war ihm auch bei der Übernahme von politischen Ämtern dienlich, so war Jordan Bürgermeister Deidesheims (1819−1834) und vertrat die Mittelhaardt in der Kammer der Abgeordneten (1831−1843)[2].

Als Andreas Jordan 1848 verstarb, wurde sein gesamter Besitz unter seinen Kindern aufgeteilt; in Deidesheim spricht man heute von der Jordanschen Teilung. Dabei entstanden drei große Weingüter: Es blieb das Haus Jordan mit etwa 62 Morgen Weinbergen, das nun von Jordans Sohn Ludwig Andreas geführt wurde. Zum zweiten entstand das Haus Buhl, dessen Weinbergbesitz etwa 60 Morgen umfasste, und zum dritten entstand das Haus Deinhard mit etwa 25 Morgen Weinbergfläche; letztere beiden Weingüter wurden von den Ehemännern der Töchter Jordans, Franz Peter Buhl und Friedrich Georg Deinhard geführt, die den Weingütern auch ihren Namen gaben[1]. Diese drei Weingüter, deren Grundstein zu ihrer Größe von Jordan gelegt wurde, existieren noch heute und sind die drei größten Weingüter Deidesheims; heute tragen sie die Namen: Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan, Reichsrat von Buhl und von Winning.

Einzelnachweise

  1. a b c Kurt Andermann, Berthold Schnabel: Deidesheim - Beiträge zu Geschichte und Kultur einer Stadt im Weinland. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-0418-4
  2. Haus der Bayerischen Geschichte, zugegriffen am 31. Dezember 2009

Literatur

Weblinks


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