Andreas Knöpken

Andreas Knöpken (auch: Knopke, Knopius, * um 1468 bei Sonnenburg (poln. Slonsk); † 18. Februar 1539 in Riga) war ein deutscher Priester und gilt als erster Reformator Rigas.

Leben

Knöpken stammte aus dem bei Küstrin gelegenen Priebrow nahe Sonnenburg. Die ältesten Informationen berichten, dass er 1492 Pfarrer in Groß-Möllen war und die Kommende der Kirche im benachbarten Dorf Stretz besaß. Außerdem verfügte er wohl über ein Vikariat in Bublitz des Bischofs von Cammin. Kurz darauf lernte er, wohl über seinen Bruder Jakob, Johannes Bugenhagen kennen, der Vikar in Treptow an der Rega war und später als Domherr an St. Peter in Riga kam.

Um 1515 ging Knöpken für einige Zeit an die Universität Ingolstadt, im Anschluss für etwa zwei Jahre an die Universität in Frankfurt (Oder). Er kehrte nach Treptow zurück und wurde dort schließlich 1521 Nachfolger Bugenhagens. Unter Einfluss der lutherischen Reformation und von Luthers Schrift De captivitate babylonica wechselte er vermutlich im Spätherbst 1520 zur Reformation über. Knöpken ging nach Riga und betrieb hier die Reformation.

1522 disputiert Knöpken in Riga mit Vertretern der alten Kirche über 24 von ihm aufgestellte reformatorische Thesen. Daraufhin wird er zum Archidiakon von St. Peter gewählt. Der Erzbischof Jasper Linde kann weder seine Wahl verhindern noch seine anschließende reformatorische Tätigkeit unterbinden. Dabei folgt Knöpken eher dem Wittenburger Kurs des behutsamen Wandels und allmählicher Institutionalisierung der neuen Ordnung und bemüht sich, soziale Unruhen zu vermeiden.

1524 wird sein Kommentar zum Römerbrief in Wittenberg mit einem Vorwort Melanchthons gedruckt. Im Frühjahr 1529 erarbeitet er mit dem preußischen Reformator Johannes Brießmann eine Kurtze Ordnung des Kirchendienstes, diese wird 1533 auch für Reval und Dorpat verbindlich. Die Ordnung schreibt der Einzelgemeinde eine hohe Autonomie zu, ihr wird auch ein Gesangbuch beigefügt, welches auch fünf Lieder von Knöpken enthält. Er widmet sich besonders auch dem Schulwesen.

Bei Knöpkens Tod ist die Reformation in Riga fest verankert und auch die Reformation ganz Preußens zeichnet sich als sicher ab.

Literatur

  • Richard Hausmann: Knopken, Andreas. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 16, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 324 f.
  • Hellmuth Weiss: Knopken, Andreas. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 12, Duncker & Humblot, Berlin 1980, S. 215 f.
  • Wolfgang Weber: Andreas Knöpken. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 167–169.
  • Arbusow, L. jun.: Die Einführung der Reformation in Liv-, Est- und Kurland (= Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte III), Leipzig 1921 (ND Aalen 1964)
  • Kuhles, J.: Die Reformation in Livland – religiöse, politische und ökonomische Wirkungen, (= Hamburger Beiträge zur Geschichte des östlichen Europa 16) Hamburg 2007
  • Pohrt, O.: Reformationsgeschichte Livlands. Ein Überblick (=Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 145), Leipzig 1928

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