Kenneth Egan

Kenneth Egan

Kenneth Egan (* 7. Januar 1982 in Dublin) ist ein irischer Boxer und der Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking im Halbschwergewicht.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Kenny Egan wuchs in Clondalkin, County Dublin (heute County South Dublin) auf. Im Alter von zehn Jahren sah er 1992 seinen Landsmann Michael Carruth in Barcelona Olympiasieger im Boxen werden. Davon war er so begeistert, dass er ebenfalls mit dem Boxen begann. Mittlerweile gehört er dem renommierten Neilston Boxing Club Dublin an.

Egan entwickelte sich zu einem hervorragenden Boxer, der als Senior zunächst im Mittelgewicht und ab 2003 im Halbschwergewicht boxte. Im Jahre 2000 wurde er irischer Juniorenmeister im Mittelgewicht und durfte bei der Junioren-Weltmeisterschaft dieses Jahres in Budapest an den Start gegen. Er verlor dort allerdings gleich seinen ersten Kampf gegen Sebastian Grothe aus Deutschland nach Punkten und schied frühzeitig aus.

Kaum dem Juniorenalter entwachsen, wurde er 2001 erstmals irischer Meister der Senioren im Mittelgewicht. Er besiegte dabei im Endkampf Conall Carmichael nach Punkten. Bis zum Jahre 2008 gewann er den irischen Meistertitel dann noch sechs Mal, 2002 noch einmal im Mittelgewicht und ab 2004 im Halbschwergewicht. Lediglich im Jahre 2003 verlor er im Endkampf um die irische Meisterschaft im Halbschwergewicht gegen Conall Carmichael nach Punkten (4:16).

In das Ringgeschehen auf der internationalen Bühne griff er ab 2002 wieder ein. Er belegte in diesem Jahr beim 4-Nationen-Turnier in Killarney, Irland, im Mittelgewicht nach einer Punktniederlage im Finale gegen Neil Perkins aus England den 2. Platz. Im Jahre 2003 gewann er beim renommierten Bee-Gee-Turnier in Helsinki mit einem Punktsieg über den Schweden Kamara Bubacar die Konkurrenz im Halbschwergewicht. Im selben Jahr belegte er bei der Meisterschaft der Europäischen Union in Straßburg den 2. Platz im Halbschwergewicht. Er war dabei im Finale dem Türken Tarhun Yildirim nach Punkten unterlegen (12:18). Zum ersten großen Höhepunkt seiner Laufbahn wurde die Teilnahme bei der Weltmeisterschaft der Amateure 2003 in Bangkok. Kenny Egan siegte dort über Danatus Jacevisius aus Litauen und Beybut Schumenow aus Kasachstan nach Punkten und unterlag erst im Viertelfinale dem russischen Meister Ewgeni Makarenko nach Punkten (13:18). Der 5. Platz war für ihn ein sehr gutes Ergebnis.

Im Jahre 2004 gewann er beim Bee-Gee-Turnier in Helsinki erneut im Halbschwergewicht. Im Finale besiegte er dabei Miroslaw Krepstul aus Litauen durch Abbruch in der 3. Runde. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen war Egan nicht am Start.

2005 gewann Egan bei der Meisterschaft der Europäischen Union in Cagliari im Halbschwergewicht. Im Finale besiegte er dabei Mario Sivolja aus Kroatien nach Punkten. Im Viertelfinale dieser Meisterschaft gelang ihm mit einem Punktsieg über Tarhan Yildirim auch die Revanche für die Niederlage von 2003. Bei der Weltmeisterschaft 2005 in Mianyang/China siegte er zunächst über Kymatbek Byschkow aus Kirgisistan durch Abbruch in der 3. Runde. Seinen nächsten Kampf verlor er aber gegen Kamara Babacar und belegte dadurch nur den 17. Platz.

Bei der Meisterschaft der Europäischen Union 2006 in Pécs musste sich Egan mit dem 3. Platz begnügen, da er im Halbfinale gegen Constantin Bejaru aus Rumänien nach Punkten verlor. Beim Chemie-Pokal in Halle gewann er über Filip Minorsky aus Tschechien und Benjamin Schmidt aus Deutschland jeweils nach Punkten, unterlag aber gegen Welt- und Europameister Ewgeni Makarenko wieder nach Punkten. Sehr erfolgreich verliefen für ihn dann die Europameisterschaften 2006 in Plowdiw. Er gewann dort im Halbschwergewicht mit der Bronzemedaille erstmals eine Medaille bei einer internationalen Meisterschaft. Dabei besiegte er den Deutschen Roland Woge durch Abbruch in der 3. Runde und den Franzosen Mamadou Diambang ebenfalls durch Abbruch in der 3. Runde. Im Halbfinale verlor er gegen den russischen Meister Artur Beterbijew nach Punkten.

Im Jahre 2007 gewann Egan in Dublin bei der Meisterschaft der Europäischen Union wieder den Titel im Halbschwergewicht. Dabei gelang ihm im Finale ein Punktsieg über Constantin Bejaru und damit die Revanche für die Niederlage von 2006. Bei der Weltmeisterschaft 2007 in Chicago siegte er über Julius Jackson von den Virgin Islands und über Julio Castillo aus Ekuador nach Punkten. Eine Niederlage gegen Marijo Sivolja aus Kroatien (9:17) warf ihn jedoch aus dem Rennen. Er belegte damit den 9. Platz.

Im Jahre 2008 stand als erstes die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking auf dem Programm. Beim ersten europäischen Qualifikations-Turnier in Pescara schaffte er diese noch nicht. Er gewann in Pescara über Myasnik Sarkisjan aus Armenien durch Abbruch in der 3. Runde und über Emil Krastew aus Bulgarien nach Punkten, verlor aber im Halbfinale gegen Ramazan Magomedow aus Weißrussland nach Punkten (13:17) und kam damit nur auf den 3. Platz. Der 2. Platz wäre aber für die Qualifikation nötig gewesen. Er ging deshalb auch beim zweiten Qualifikations-Turnier in Athen an den Start. Er besiegte dort Alessandor Sinacora aus Italien (23:14), Daniel Kooij aus den Niederlanden (14:13), Gottlieb Weiss aus Deutschland (11:2) und Kennedy Katende aus Schweden (15:10) nach Punkten, wurde damit Turniersieger und qualifizierte sich für die Teilnahme an den Olympischen Spielen.

In Peking stellte sich Egan, von Cheftrainer Billy Walsh sehr gut vorbereitet, in hervorragender Form vor. Er siegte dort über Julius Jackson von den Virgin Islands, Muzaffer Bahram aus der Türkei, Washington Silva aus Brasilien (8:0) und im Halbfinale über Tony Jeffries aus Großbritannien (10:3) nach Punkten. Im Finale stand er dem Einheimischen Zhang Xiaoping gegenüber, dem er ein ausgeglichenes Gefecht lieferte, aber doch mit 7:11 Wertungspunkten verlor. Der Gewinn der Silbermedaille war für Egan gleichwohl ein großer Erfolg. Gute Kämpfe lieferte Kenneth Egan auch bei der Weltmeisterschaft 2009 in Mailand ab. Er besiegte dort Muhammad Quadir Sultani aus Afghanistan durch RSC in der 3. Runde und Jeisan Monroy aus Kolumbien nach Punkten (16:7), verlor aber im Viertelfinale gegen Abdelkader Bouhenia aus Frankreich nach Punkten (9:17) und kam dadurch nur auf den 5. Platz.

Bei der Europameisterschaft 2010 in Moskau gelang Kenneth Egan ein weiterer Medaillengewinn. Er besiegte dort Simone Fiori, Italien (3:2), Aleksander Ramo, Albanien (7:2) und Ainar Karlson, Estland (7:4) nach Punkten und unterlag im Halbfinale gegen den Franzosen Abdelkader Bouhenia knapp nach Punkten (9:11). Diese Ergebnisse brachten ihm eine Bronzemedaille im Halbschwergewicht ein.

Irische Meisterschaften

Jahr Platz Gewichtsklasse Ergebnis
2001 1. Mittel Punktsieg im Finale über Conall Carmichael
2002 1. Mittel Punktsieg im Finale über Marvin Lee
2003 2. Halbschwer Punktniederlage im Finale gegen Conall Carmichael
2004 1. Halbschwer Punktsieg im Finale über Marvin Lee
2005 1. Halbschwer Punktsieg im Finale über Darren O'Neill
2006 1. Halbschwer Punktsieg im Finale über Darren O'Neill
2007 1. Halbschwer Abbruchsieg 1. Runde im Finale über Willie Mitchell
2008 1. Halbschwer Punktsieg im Finale über Ciaran Curtis
2009 1. Halbschwer Punktsieg im Finale über Tommy McCarthy (9:5)
2010 1. Halbschwer Punktsieg im Finale über Tommy McCarthy (8:5)
2011 2. Halbschwer Punktniederlage im Finale gegen Joe Ward (6:11)

Länderkämpfe

Jahr Ort Begegnung Gewichtsklasse Ergebnis
2005 Liverpool Großbritannien und Irland gegen Kuba Halbschwer Punktsniederlage gegen Ismaikel Perez (12:35)
2009 Westport Irland gegen England Halbschwer Punktsieg über patrick Fitzpatrick (Irland) (19:4)
2011 Dublin Irland gegen China Halbschwer Punktsieg über Meng Fanglong (13:9)
2011 Cottbus Deutschland II gegen Irland (Round Robin) Halbschwer Punktniederlage gegen Tyron Zeuge
2011 Schwedt Irland gegen Großbritannien (Round Robin) Halbschwer KO-Sieg in der 1. Runde über Obed Mbwakongo (England)
2011 Chemnitz Deutschland gegen Irland (Rond Robin) Halbschwer Punktsieg über Enrico Kölling (+7:7)

Quellen

  • Fachzeitschrift Box Sport aus den Jahren 2001 bis 2008,
  • Website "www.amateur-boxing.strefa.pl",
  • Website "sports123.com",
  • Website "results.bejing2008.cn"

Weblinks


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