Andreas de Maizière

Carl Ulrich Andreas de Maizière[1] [də mɛˈzjɛʀ] (* 8. Juni 1950 in Hannover) ist ein deutscher Bankmanager.

Biografie

Andreas de Maizière studierte 1971 bis 1976 Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln.

Seit 1976 war Andreas de Maizière bei der Commerzbank AG beschäftigt, zunächst als Trainee. Später übernahm er die Leitung der Filialen Paris, Bremen und Hamburg. Vom Juni 1999 bis September 2005 war er Mitglied des Vorstandes der Bank. Zunächst war de Maizière für das Firmenkundengeschäft in Europa zuständig, anschließend übernahm er die Funktion des Chief Operating Officer[2] und war unter anderem für das Personal zuständig.[3]

Sein Rücktritt im Juli 2005 erfolgte offiziell „aus persönlichen Gründen“, stand aber auch im Zusammenhang mit Geldwäsche-Ermittlungen gegen die Bank.[4][5][6] „De Maizière hat mit seinem Rücktritt auch Verantwortung für Fehler von Mitarbeitern seines Zuständigkeitsbereichs übernommen“, sagte eine Sprecherin der Bank damals.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelte wegen illegaler Machenschaften im Zusammenhang mit der Privatisierung russischer Telekomfirmen. Bei einer international organisierten Geldwäsche seien in den 1990er Jahren von russischen Staatsunternehmen Gelder abgezweigt und über Tarnfirmen, Treuhänder und Beteiligungen in Fonds geflossen, die als offene Anlegerfonds getarnt waren. Dabei soll die Commerzbank bei mehreren Transaktionen eine Schlüsselrolle gespielt haben. De Maizière war im fraglichen Zeitraum für das Mittel- und Osteuropageschäft verantwortlich.

Wie Untersuchungen der BaFin ergaben, konnte Ende 2005 der Geldwäsche-Verdacht nicht erhärtet werden. Jedoch wurden Defizite in der internen Organisation der Commerzbank deutlich, die von der Bank nach eigenen Angaben zügig abgestellt wurden.[7] Im Jahre 2010 deutete de Maizière an, dass sein Rücktritt auf Druck der BaFin erfolgte, um einen Verantwortlichen auf oberster Ebene zu benennen.[8]

Seit März 2008 ist er selbstständiger Aufsichtsrat und Partner beim M&A-Berater Doertenbach & Co.[9] Zudem ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank [10] und der Jerini AG [11] sowie Mitglied im Aufsichtsrat der Conergy AG, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Rheinische Bodenverwaltung AG, Mitglied des Aufsichtsrats der Eisen- und Hüttenwerke AG, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Arenberg-Schleiden GmbH, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Arenberg-Recklinghausen GmbH und Zweiter stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Commerz Real Spezialfondsgesellschaft mbH (CRS) [12].

Andreas de Maizière ist seit 2011 im Ehrenamt Schatzmeister der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Familie

Vater von Andreas de Maizière war der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Ulrich de Maizière. Sein jüngerer Bruder Thomas de Maizière wurde 2009 Bundesminister des Innern und übernahm am 3. März 2011 das Amt des Verteidigungsministers. Lothar de Maizière, der letzte Ministerpräsident der DDR, ist sein Cousin.[13]

Andreas de Maizière ist Vater von vier erwachsenen Kindern und lebt in Bad Homburg.

Einzelnachweise

  1. vollständige Namensangabe als Aufsichtsratsmitglied der Conergy AG; abgerufen am 2. Dezember 2010
  2. CV bei Doertenbach & Co.; abgerufen am 2. Dezember 2010
  3. Commerzbank: Streit um die Betriebsrenten beendet; abgerufen auf Stern.de am 2. Dezember 2010
  4. Rücktritt wegen Geldwäsche, Stern, 25. Juli 2005
  5. Andreas de Maizière scheidet aus, Pressemitteilung der Commerzbank AG vom 18. Juli 2005
  6. Verdacht der Geldwäsche hr-online, 25. Juli 2005
  7. BaFin legt Sonderprüfungbericht vor - Die Bank arbeitet an zügiger Verbesserung der Compliance-Strukturen, Pressemitteilung der Commerzbank AG vom 28. September 2005
  8. Andreas de Maizière 60; Boersen-Zeitung.de; abgerufen am 2. Dezember 2010
  9. Homepage von Doertenbach & Co.
  10. Homepage der Fürstlich Castell'schen Bank; abgerufen am 2. Dezember 2010
  11. Jerini AG;abgerufen am 2. März 2011
  12. Homepage der Conergy AG; abgerufen am 2. März 2011
  13. Bericht über die Familienverhältnisse auf Spiegel.de; abgerufen am 2. Dezember 2010]

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