Andreas von Koskull

Andreas Baron von Koskull (* 1906 in Kandau, Kreis Talsen) war ein deutsch-baltischer SS-Standartenführer und Kriegsverbrecher.

1928 begann Koskull ein Studium der Rechtswissenschaften in Riga, welches er 1930 abbrach. 1940 trat er in die SS ein, wo er Verwendung in einer der SS-Einsatzgruppen fand und dort stellvertretender Chef des von Erhard Kroeger geführten Einsatzkommandos 6 wurde. In dieser Eigenschaft hatte Koskull sich zwischen 1941 und 1942 am Judenmord beteiligt. Er war Stellvertreter Krögers als Leiter der „Leitstelle Rußland“ im SS-Hauptamt, Amtsgruppe D. Nach dem Krieg war Koskull zunächst in unterschiedlichen Jugendsozialwerken im Westen Deutschlands aktiv. Als in der Bundesrepublik Deutschland ein Haftbefehl gegen ihn erging, flüchtete er 1966 nach Südamerika. Schon am 16. April 1966 wurde er aufgrund eines Rechtshilfeersuchens, dem die niederländische Regierung zugestimmt hatte, auf den niederländischen Antillen verhaftet und an die deutschen Behörden ausgeliefert.

1968 wurde er vom Landgericht Tübingen wegen Beihilfe zum Mord zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und 7 Monaten verurteilt, die er in der Justizvollzugsanstalt Rheinbach absaß.


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