Andreashütte
Zawadzkie
Wappen von Zawadzkie
Zawadzkie (Polen)
DEC
Zawadzkie
Zawadzkie
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Landkreis: Strzelce Opolskie
Gmina: Gemeinde Zawadzkie
Fläche: 16,52 km²
Geographische Lage: 50° 37′ N, 18° 28′ O50.61666666666718.4666666666677Koordinaten: 50° 37′ 0″ N, 18° 28′ 0″ O
Einwohner: 8.078 (30. Juni 2008[1])
Postleitzahl: 47-120
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OST
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Tarnowskie GóryOzimek
Schienenweg: OppelnTarnowskie Góry
Nächster int. Flughafen: Kattowitz
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 3 Schulzenämter
Fläche: 82,24 km²
Einwohner: 12.544 (30. Juni 2008[1])
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Mariusz Stachowski
Adresse: ul. Dębowa 13
46-059 Zawadzkie
Webpräsenz: www.zawadzkie.pl

Zawadzkie [zaˈvat͡skjɛ] (deutsch Zawadzki, 1936–45: Andreashütte) ist eine Stadt und Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde im südlichen Teil Polens. Sie liegt etwa 40 Kilometer südöstlich von Oppeln und 55 Kilometer nordwestlich von Kattowitz am Fluss Malapane. Sie gehört zum Landkreis Strzelce der Woiwodschaft Oppeln und hat rund 13.200 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Gründung von Zawadzki erfolgte in der Blütezeit des oberschlesischen Eisenhüttenwesens entlang der Malapane. Andreas Graf von Renard auf Groß Strehlitz, der Besitzer der Hütten in Kolonnowska und Vossowska, ließ 1836 in seinen Wäldern eine weitere Frischhütte mit Werkssiedlung errichten, die nach seinem Generalbevollmächtigten Franz von Zawadzki das Zawadzkiwerk genannt wurde. 1841 wurde die Hütte um ein Stahlwerk erweitert. Zur Versorgung der Hütten und Hämmer mit Wasserkraft entstand der 8 km lange Hüttenkanal, der außer dem Zawadzkiwerk auch Kolonnowska und Vossowska versorgte. Die Arbeitskräfte wurden aus den westlichen Landesteilen Preußens angeworben. Dadurch entstand in Zawadzki, auch in Kolonnowska und Kruppamühle, eine evangelische Diaspora im ansonsten katholischen Oberschlesien.

1855 erwarb die Berg- und Hüttengesellschaft Minerva das Zawadzkiwerk von Renard. Unter der Minerva überholte Zawadzki, wie das Werk seit 1857 genannt wurde, Kolonnowska an Bedeutung als Hüttenstandort.

Seit 1856 hatte der Ort einen Eisenbahnanschluss nach Oppeln, 1858 war die Strecke bis Tarnowitz vollendet.

1871 wurde die Oberschlesische Eisenbahnbedarfs AG Besitzer des Werkes.

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Zawadzki 1156 Wahlberechtigte (59,6 Prozent) für einen Verbleib bei Deutschland und 778 Wahlberechtigte (40,1 Prozent) für eine Abtretung an Polen. Die Wahlbeteiligung betrug 98,5 Prozent, es wurden 4 ungültige Stimmen (0,2 Prozent) gezählt.

Bei dem am 3. Mai 1921 von Wojciech Korfanty initiierten dritten polnischen Usurpantenaufstand fanden in Zawadzki schwere Kämpfe statt. In Folge der Teilung Oberschlesiens im Jahre 1922 erlitt das Werk schwere wirtschaftliche Verluste. Es befand sich dadurch plötzlich am Rande des Deutschen Reiches, keine fünf Kilometer von der polnischen Grenze entfernt.

1936 erhielt der Ort im Zuge der Umbenennungswelle slawischer Ortsnamen in Schlesien während des Nationalsozialismus den Namen Andreashütte. Die Hütte hatte im Jahre 1944 4.700 Beschäftigte.

Bis 1945 gehörte Andreashütte dem Landkreis Groß Strehlitz an und war evangelischer Pfarrort. 1945 kam der Ort zu Polen.

Seit 1962 ist Zawadzkie eine Stadt.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung der Stadt Zawadzkie


Jahr 1905 1939 1961 1971 2004
Einwohnerzahl 2.989 4.500 5.446 7.700 8.639

Sehenswürdigkeiten

  • die evangelische Kirche aus dem Jahr 1887
  • die katholische Kirche aus dem Jahr 1895
  • Schloss Kunten aus dem Jahr 1856
  • der Hüttensee

Politik

Partnerstädte

Fußnoten

  1. a b Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2008
  2. http://www.zawadzkie.pl/poznaj/historia.php

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