Andrei Andrejew
Andrei Andrejewitsch Andrejew

Andrej Andrejewitsch Andrejew (* 30. Oktober 1895 in Kusnezowo, Kreis Sytschewow, Gouvernement Smolensk; † 5. Dezember 1971 in Moskau) war ein sowjetischer Politiker und Mitglied des Politbüros der KPdSU.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Aufstieg

Andrejew war von 1920 bis 1928 Vorsitzender der Gewerkschaft der Eisenbahner. 1920 bis 1921 hatte er sich noch Trotzki und Bucharin angeschlossen. Er reihte sich dann schnell in das Gefolge Stalins ein; später jedoch verlor er nie ganz den Makel seiner früheren Verbindungen zur Opposition. Bald wird er mit weiteren wichtigen Funktionen der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) betraut. So war er von 1924 bis 1925 auch amtierender Sekretär im Zentralkomitee der KPdSU. Von 1928 bis 1929 war er Sekretär der nordkaukasischen Parteiorganisation und von 1930 bis 1931 Vorsitzender der Zentralen Kontrollkommission der Partei.

Im Zentrum der Macht

Von diesem Posten stieg er als Stalinanhänger auf zum Vollmitglied im höchsten politischen Gremium der UdSSR, dem Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und zwar in der Zeit vom 4. Februar 1932 bis zum 16. Oktober 1952. Im Politbüro war er als Spezialist für Gewerkschaftsfragen für zwei weitere Gebiete zuständig: Als Vorsitzender der Parteikontrollkommission hatte er auf die Einhaltung der Parteidisziplin zu achten. Als Mitglied im Rat der Volkskommissare und Vorsitzender des Rats für Kolchos - Angelegenheiten (von 1946 bis 1952) war einer der Spitzenfachleute für die Landwirtschaft. 1939 sprach er sich auf dem XVIII. Parteitag für das erfolgreiche „Sweno-System“ (Gliederung in kleineren Gruppen von etwa 12 Landarbeitern) bei der Organisation der Landwirtschaft aus, um die Arbeiter wieder zu mehr persönlicher Verantwortung hin zu führen. 1947 fordert er eine Mobilisierung der Parteiorganisation in den Kolchosen und Maschinen–Traktoren–Stationen (MTS). Zahlreiche Kommunistische Funktionäre werden aus den Städten aufs Land versetzt. Das Privateigentum auf dem Lande wurde auf ein Mindestmaß reduziert.

Von 1931 bis 1935 war er Volkskommissar für Verkehr und von 1946 bis 1953 Minister und zeitweise stellvertretender Vorsitzender des Ministerrats der UdSSR.

Abstieg

1950 wurde er in einem Artikel der Parteizeitung Prawda hinsichtlich des von ihm eingeführten Sweno-System - natürlich auf Intervention von Stalin - scharf kritisiert. Er musste sich – ebenfalls in der Prawda – selbst kritisieren und sich für das dann übliche Brigade-System (Gliederung in größeren Gruppen) in der Landwirtschaft aussprechen. Anfang 1952 wurde er von Stalin willkürlich von der Teilnahme an den Politbürositzungen ausgeschlossen (Chruschtschow berichtet darüber 1956 in seiner Geheimrede zum 20. Parteitag der KPdSU). Im Oktober 1952 verlor er auch formell auf dem XIX. Parteitag seine Spitzenämter, blieb aber nach seiner Degradierung durch Stalin trotzdem Mitglied des Zentralkomitees der Partei.

Literatur

  • Spuler: Regenten und Regierungen der Welt, Minister-Ploetz Bd. 4 u. 5, 1964 und 1972
  • Merle Fainsod: Wie Russland regiert wird; Kiepenheuer & Witsch, 1965
  • Michel Tatu: Macht und Ohnmacht im Kreml, Ullstein, 1967

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