Andrei Sinjawski

Andrei Donatowitsch Sinjawski (russisch Андрей Донатович Синявский, wiss. Transliteration Andrej Donatovič Sinjavskij; * 8. Oktober 1925 in Moskau; † 25. Februar 1997 in Fontenay-aux-Roses bei Paris) war ein russischer Schriftsteller, Literaturhistoriker und Literaturkritiker und in der Sowjetunion politischer Häftling.

Im Ausland veröffentlichte er unter dem Pseudonym Abram Terz (Абрам Терц). Sein Pseudonym erklärte er derart: «Sinjawski ist Kritiker, Sinjawski ist Professor … Terz ist reiner Künstler – Abram Terz ist unverschämt und frech, ein Dieb». - «Terz» bedeutet «Bandit».

1966 wurde Sinjawski in Moskau in einem aufsehenerregenden Schauprozess «wegen Herstellung von Büchern» zu 7 Jahren Arbeitslager verurteilt. Der gleichfalls angeklagte Schriftsteller Juli Danijel (1925-1988) wurde zu 5 Jahren Arbeitslager verurteilt. Durch die Verweigerung eines Schuldbekenntnisses lösten die beiden Autoren nicht nur eine internationale Protestflut aus, wichtiger war die in einem Brief an Parteichef Breschnew von sowjetischen Künstlern (darunter Marlen Chutziew, Maja Plissezkaja, Michail Romm, Innokenti Smoktunowski, Konstantin Paustowski und Kornei Tschukowski) und Wissenschaftlern (wie Lew Arzimowitsch, Pjotr Kapiza, Andrei Sacharow und Igor Tamm) an der Rückkehr zu stalinistischen Methoden geäußerte Kritik, die von Historikern als Initialzündung der sowjetischen Dissidentenbewegung beurteilt wird.

1973 wurde Sinjawski die Ausreise nach Paris gestattet. Dort war er Dozent an der Sorbonne. Zusammen mit seiner Frau Maria Rosanova gründete er die Zeitschrift Syntaxis, die zwischen 1978 und 2001 in 37 Ausgaben erschien.

Werke

  • «Promenaden mit Puschkin»
  • «Gute Nacht»
  • «Was bedeutet Sozialistischer Realismus»
  • «Im Schatten Gogols»
  • «Eine Stimme im Chor» Paul Zsolnay Verlag, Wien, Hamburg 1974

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