Kirchenfremdnutzung
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Eine Kirchenschließung ist die Aufgabe eines Kirchengebäudes durch Umwidmung oder Abriss. Der Anlass hierzu kann Geldmangel auf Grund von rückläufigen Kirchensteuereinnahmen, demographischer Wandel oder der Rückgang von Gottesdienstbesuchern sein.

Vereinzelt werden Kirchengebäude zu Kulturkirchen umgewidmet.

Inhaltsverzeichnis

Problematik

In Zeiten einer gut gesicherten kirchlichen Finanzierung und expandierender Städte wurden vielerorts Kirchen und Pfarrheime in einer großzügigen Weise gebaut, meist dann, wenn die Mutterkirchengemeinden zu unübersichtlich geworden waren. Große und großartige Bauten entsprachen dem Zeitgeschmack und waren relativ problemlos finanzierbar. Inzwischen sind diese Kirchenbauten vielfach renovierungsbedürftig. Während bislang die stets aufwendigen Renovierungen finanziell von den Kirchen gemeistert werden konnten, sehen sich neuerdings die verantwortlichen kirchlichen Institutionen damit als vollkommen überfordert an. In anderen Fällen ist grundsätzlich zwar die Bausubstanz noch zufriedenstellend, jedoch stehen die anfallenden Betriebskosten in keinem Verhältnis mehr zur faktischen quantitativen Nutzung und binden erhebliche Mittel, deren Einsatz anderweitig (z.B. beim Gemeindepersonal) sinnvoller erscheint. So sind aktuell in manchen kirchlichen Gemeinden Kirchenschließungen nicht mehr zu vermeiden.

Für die engagierten Angehörigen der betroffenen Gemeinden sind Schließungsvorhaben meistens schmerzhaft und mit Enttäuschungen verbunden. Zum einen verbindet man mit den Kirchen oftmals wichtige biographische Ereignisse wie Erstkommunion, Konfirmation, Eheschließung usw., aber auch einen positiv besetzten Treffpunkt. Zum anderen haben sich Gemeindemitglieder häufig finanziell und zeitlich erheblich für die nun bedrohten Kirchen engagiert. So sehen sich Menschen eines wichtigen Identifikationspunktes verlustig oder gar beraubt.

Die aktuellen Kirchenschließungen machen deshalb betroffen und finden in den Medien eine erhebliche Beachtung. Dort von einem breiten „Kirchensterben“ zu sprechen scheint jedoch bislang übertrieben. Dazu ist das Verhältnis der konkret in der Abwicklung befindlichen zu den weiter im kirchlichen Gebrauch verbleibenden Kirchengebäuden zu gering. Im Vergleich zu den Niederlanden oder Großbritannien jedoch ist die Schließung von Kirchengebäuden in Deutschland noch relativ marginal. Allerdings ist der Vorgang in Westdeutschland seit der Säkularisation einmalig.

Evangelische Kirche: Situation in den Landeskirchen

Evangelische Kirche im Rheinland

Seit dem Jahr 1985 sind in der EKiR insgesamt 32 Entwidmungen gottesdienstlich genutzter Räume bekannt, davon entfallen auf das Jahr 2004 allein 22.[1]

„Allein für die Sanierung und Instandhaltung der Kirchen im rheinischen Teil von NRW wären 13 Millionen Euro nötig“, rechnete Peter Iven, Pressesprecher der evangelischen Kirche im Rheinland vor.[2]

  • Dreifaltigkeitskirche, Aachen: Stilllegung[3]
  • Friedenskirche, Mönchengladbach-Rheydt (erbaut 1864–1866): 1999–2001 Umbau in ein Wohngebäude mit 18 Mietwohnungen[4]
  • Trinitatiskirche, Wuppertal: Ausstellungsraum eines Händlers für gebrauchte Orgeln und Klaviere.
  • Lutherkapelle, Köln-Longerich: Übergabe an die Äthiopisch-orthodoxe Kirche
  • Lukaskirche Köln-Flittard: Abriss
  • Gnadenkirche Köln-Mülheim Stegerwalds.: Umbau zu Kindergarten
  • Auferstehungskirche Köln-Buchforst: Umbau zu Tagungshaus (?)
  • Kreuzkirche Köln-Zentrum: Umbau zu Jugendherberge[5]
  • Jeremiahaus Köln: Umbau
  • Jakobskirche, Würselen-Bardenberg: 1999 Verkauf

Evangelische Kirche von Westfalen

  • Epiphaniaskirche, Gütersloh (1999) (Umwidmung in Kindergarten)
  • Melanchthon-Kirche, Altena (2004) (Umbau in Wohngebäude)
  • Paul-Gerhardt-Kirche, Altena (2004) (Abriss)
  • Kirche am Lohhagen, Meinerzhagen-Hunswinkel (2004) (Umbau in Wohngebäude, Turm wurde abgerissen)
  • Paul-Gerhardt-Kirche, Bielefeld (2006) (Umwidmung in Synagoge geplant)
  • Martinikirche Bielefeld (2005) (Restaurant)[6]
  • Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Witten-Vormholz (2006) (Abriss und Bebauung mit Eigenheimen)
  • Kirche im Grünen, Sprockhövel-Obersprockhövel (2006)
  • Versöhnungskirche, Münster (2007) (Schließung der Kirche und des Gemeindezentrums)
  • Paul-Gerhardt-Kirche Herne-Pantringshof bis Ende 2007; Stilllegung; anschließende Nutzung ungewiss
  • Matthäuskirche in Dortmund-Körne (Anfang der 90er Jahre Sprengung zugunsten einer Wohnbebauung)

Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche

Heiligen-Geist-Kirche (Hamburg-Barmbek-Süd)
St. Lazarus in Lübeck nach dem Abtragen des Turms 2009
  • Stephanuskirche, Hamburg-Eimsbüttel (2005) (zunächst war der Umbau in ein Restaurant geplant; jetzt wird die Idee eines Mehr-Generationen-Hauses verfolgt.)
  • Betlehemkirche, Hamburg-Eimsbüttel (2005)
  • Pauluskirche, Hamburg-Hamm (2005) (Umwandlung in Grundschule geplant)
  • Kapernaumkirche, Hamburg-Horn (2005) (Umbau in Seniorenwohnungen, Pflegeheim und Kindergarten geplant)
  • Simeonkirche, Hamburg-Hamm (Umbenennung in Kirche des Hl. Nikolaos und Nutzung durch die griechisch-orthodoxe Kirche) (Bild)
  • Heiligen-Geist-Kirche, Hamburg-Barmbek-Süd (2005 Schließung wegen Baufälligkeit, die Gemeinde wurde zusammen mit der Bugenhagengemeinde in benachbarte Kreuzkirche umgesiedelt) (Abriss im Februar 2008 begonnen, auf dem Gelände sollen 71 Eigentumswohnungen entstehen)
  • Gnadenkirche, Hamburg-Karolinenviertel (2004) (Umbenennung in Kirche des Heiligen Johann von Kronstadt und Nutzung durch die russisch-orthodoxe Kirche)
  • Osterkirche Hamburg-Langenfelde (2004)
  • Bugenhagenkirche Hamburg-Barmbek-Süd (herausragendes Baudenkmal des Neuen Bauens im Backsteinstil, 20er Jahre; in den 90er Jahren durch den Kirchenvorstand für weitgreifende Umbau- und Expansionspläne (Bugenhagenkirche als Gastronomie- und Kulturzentrum) überschuldet, wurde die Gemeinde finanziell handlungsunfähig und wurde komplett in die Nachbargemeinde Kreuzkirche umgepfarrt; Kirchenschließung 2004)
  • Gemeindezentrum St. Johannes Hamburg-Volksdorf (Abriss 2005)
  • Bugenhagenkirche Groß Flottbek: Umbau in Jugendkirche
  • St. Lazarus in Lübeck-St. Lorenz wurde 2008 entwidmet; der Turm wurde 2009 abgetragen. Das Kirchengebäude wurde an einen Orgelbauer verpachtet.

Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Matthäuskirche (Frankfurt) mit Protestplakat gegen den geplanten Abriss

Evangelische Landeskirche in Württemberg

  • Paul-Gerhardt-Kirche, Ulm, Württemberg: Fusion mit der Martin-Luther-Kirche (Ulm) zur Evangelischen Reformationskirchengemeinde Ulm (2001) und anschließender Entwidmung (2007) mit Abriss (bis Anfang 2008). Das Grundstück am Ulmer Kuhberg wurde von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ulm an einen Investor veräußert, der an dieser Stelle Wohnungen errichtet.

Weitere Kirchen

Katholische Kirche: Situation in einzelnen Diözesen

Nach einer im Auftrag der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz im Februar 2005 vom Deutschen Liturgischen Institut, Trier, durchgeführten Umfrage[11] werden von den rund 24.500 Kirchengebäuden der katholischen Kirche in Deutschland nur etwa 1,3 % nicht für die Feier von Gottesdiensten genutzt. Zwischen 1990 und 2004 endete in ca. 1,7 % der Kirchengebäude in den deutschen (Erz-)Bistümern die liturgische Nutzung. Davon blieb der größte Teil (ca. 1,3 %) im Eigentum der Kirche und steht in kirchlicher oder fremder Nutzung bzw. ist noch ohne Nutzungskonzept. Der Rest (ca. 0,4 %) ist verkauft oder abgerissen worden. Von den verkauften Gebäuden wird etwa die Hälfte kommerziell und ein Drittel durch andere Glaubensgemeinschaften genutzt. Für die kommenden 10 Jahre wird damit gerechnet, dass weniger als 3 % der Kirchengebäude nicht mehr der Feier der Liturgie dienen werden. Bundesweit handelt es sich um etwa 700 Gotteshäuser, deren Bedeutung und Verwendung sich ändern werden. Jedoch wird das Bistum Essen künftig entsprechend seinem Zukunftskonzept 96 Kirchen und damit rund jedes vierte Kirchengebäude aufgeben. An der Umfrage haben sich 23 der 27 deutschen (Erz-)Bistümer beteiligt.

  • Für das Bistum Aachen liegen noch keine verlässlichen Zahlen vor; erste offizielle Schätzungen nennen einen Umfang von ca. 120 aufzugebende Kirchen und Kapellen.
  • Für das Bistum Essen hat Bischof Felix Genn am 10. Januar 2005 Stellung genommen zur Situation der Kirche im Ruhrgebiet sowie das Zukunftskonzept für das Bistum vorgestellt. Dieses sieht vor, dass Pfarreien in großem Umfang aufgelöst werden. Bis zum Jahr 2010 soll zudem die Hälfte der kirchlichen Grundstücke und Gebäude verkauft werden. Ferner sollen bistumsweit etwa 100 Kindergärten geschlossen werden.
  • Kardinal Friedrich Wetter betonte im Februar 2005, dass in seiner Diözese München-Freising bisher nicht daran gedacht werde, Kirchen ganz zu schließen.
  • Kardinal Karl Lehmann erklärte am 26. November 2005 vor der Diözesanversammlung des Bistums Mainz, dass in den letzten 14 Jahren nur 1,66 % der Kirchen in Deutschland eine andere Nutzung erfahren haben. Derzeit gehe man davon aus, dass der Anteil von Kirchengebäuden, die in Zukunft nicht mehr für den Gottesdienst benötigt würden, unter 3 % liege.
  • Für das Erzbistum Bamberg hat die Diözesanleitung eine Erfassung des baulichen Bestandes kirchlicher Gebäude auch mit der Maßgabe beschlossen, welche Gebäude mit Zuschüssen der Erzdiözese weiterhin betriebsfähig erhalten, notdürftig repariert oder verkauft oder abgerissen werden sollen. Kirchengebäude sind ausdrücklich nicht von dieser Erfassung ausgenommen.

Folgende Kirchen sind bereits oder sollen in naher Zukunft geschlossen werden:

Bistum Aachen

Im Bistum Aachen ist seit einigen Jahren ein Prozess zu Kirchengemeindefusionen und Kirchenschließungen eingeleitet worden. [12]

  • Jesuitenkirche St. Alfons, Aachen (2005)
  • Heilig-Geist-Kapelle, Kempen – Umwandlung in eine religiöse Buchhandlung (September 2005)[13]
  • St. Martin, Aachen – Verkauf an die freievangelische Vineyard-Gemeinde (2005)
  • St. Simon und Judas Thaddäus, Otzenrath – Auflösung der Pfarre (2006) und Abriss am 10. März 2007
  • St. Lambertus, Immerath (Erkelenz) – Auflösung der Pfarre und Abriss (2017)
  • St. Martinus, Borschemich – Auflösung der Pfarre und Abriss (2017)

Erzbistum Berlin

  • Katholische Kirche St.-Johannes-Capistran und Franziskanerkloster, Berlin-Tempelhof (2004 geschlossen, abgerissen): Die polnische Gemeinde, die dort früher Gottesdienste feierte, ist umgezogen in die Johannes-Basilika am Südstern.[14] Auf dem Gelände in der Götzstraße entsteht nach Abriss ein Seniorenheim mit betreutem Wohnen
  • Katholische Kirche Regina Mundi, Berlin-Waidmannslust (2004): Die Pfarrgemeinde Maria Gnaden hat die Nutzung der Kirche eingestellt. Regina Mundi steht zum Verkauf bzw. Vermietung.
  • Katholische Kirche St. Agnes, Berlin-Kreuzberg: Die Pfarrgemeinde St. Bonifatius nutzt St. Agnes nicht mehr für den Gottesdienst.[15] Die Kirche wurde 2005 entwidmet und an die Cross Continental Mission (CCM), eine freikirchliche Gemeinschaft, vermietet. Nach einer Vorschlagsliste des Landesdenkmalrates soll diese Kirche unter Denkmalschutz gestellt werden.
  • Katholische Kirche St. Nikolaus, Berlin-Friedrichshain: gehört ebenfalls der Katholischen Wohltätigkeitsanstalt zur Heiligen Elisabeth, Reinbek. Wird nicht mehr von einer katholischen Pfarrgemeinde genutzt.
  • Katholische Kirche St. George, Berlin-Westend: gehört der anglikanischen Gemeinde, die Nutzung für einen englischsprachigen katholischen Gottesdienst soll beendet werden. Diese Kirche steht unter Denkmalschutz (erbaut 1950 von W.Korth)
  • Katholische Kirche Maria Himmelfahrt, Berlin-Charlottenburg: Maria Himmelfahrt wurde von der Pfarrgemeinde Herz Jesu (Charlottenburg) an die syrisch-orthodoxe Kirche verkauft.[16] Dort findet syrisch-orthodoxer Gottesdienst statt.
  • Katholische Kirche Maria Mutter vom guten Rat, Berlin-Lichterfelde: die Kirche wurde von der zuständigen Pfarrgemeinde Mater Dolorosa an die Landeskirchliche Gemeinschaft Eben Ezer verkauft. Es fand einige Zeit noch einmal wöchentlich ein katholischer Gottesdienst dort statt.
  • Katholische Kirche am Hüttenweg, Berlin-Dahlem: Die Kirche am Hüttenweg gehört dem Bezirk. Ein Verein kommt für die Mietkosten für einen katholischen Gottesdienst in englischer Sprache auf.
  • Ukrainisch-Katholische Schutzengel-Kirche, Berlin-Neukölln. Diese Kirche steht unter Denkmalschutz (erbaut 1959–1961 von H.Völker und R. Grosse)
  • Katholische Kirche St. Judas Thaddaeus in Hohen Neuendorf, Landkreis Oberhavel: Der Kapellenraum in einem Wohnhaus wurde entwidmet, das gesamte Haus verkauft.
  • Katholische Kirche St. Raphael, Berlin-Gatow (Abriss 7. Juli 2005). Die 1965 gebaute St.-Raphael-Kirche war das letzte Werk des bedeutenden Architekten Rudolf Schwarz, der maßgeblich den Kirchbau des 20. Jahrhunderts beeinflusst hat. Der Abriss zugunsten eines Supermarktneubaus war auch in Architektenkreisen von Kritik begleitet worden. Die Gatower Kirche stand nicht unter Denkmalschutz, wodurch das Bauamt die Abrissgenehmigung erteilen musste. Die Stadtentwicklungsverwaltung hatte eine Unterschutzstellung aber prüfen wollen. Dem ist der neue Eigentümer mit dem Abriss jedoch zuvorgekommen.
  • Katholische Kirche Zu den Heiligen Märtyrern von Afrika Berlin-Lichtenrade soll 2007 geschlossen, verkauft oder abgerissen werden.
  • Katholische Kirche St. Ludgerus (bis 1928: St. Matthias) in Berlin-Schöneberg, Potsdamer Straße Nr. 94, erbaut 1867/68. Die Kirche wurde 1985 der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien zur Verfügung gestellt und St. Jacob genannt. 2005 wurde die Kirche der syrisch-orthodoxen Gemeinde in einem Erbbaurechtsvertrag bis zum Jahr 2065 überlassen.

Wieder eröffnete Kirchen im Erzbistum Berlin

  • Katholische Kirche St. Clemens, Berlin-Kreuzberg: Die St. Clemens-Kirche wurde 1910 unter Kardinal Clemens August Graf von Galen erbaut. Nach Auflösung der Kirchengemeinde wurde die St. Clemens-Kirche von der Domgemeinde St. Hedwig im Mai 2007 an einen privaten Investor verkauft, der im Wohngebäude ein Jugendhotel einrichtete. Vor dem Verkauf hatte der Vinzentinerorden diese Kirche als Exerzitienzentrum genutzt. Am 15. März 2008 wurde sie in einem Festgottesdienst mit Kardinal Sterzinsky wiedereröffnet und wird weiterhin von den indischen Vinzentinerpatres als Exerzitienzentrum zur Reevangelisierung betreut, die das Gotteshaus über einen Förderverein angemietet haben.

Bistum Essen

Kirchenschließungen vor der Strukturreform

  • Katholische Pfarrkirche St. Bernhard, Essen-Bergeborbeck-Vogelheim (Abriss im Jahr 2000)
  • Katholische Pfarrkirche St. Vinzenz, Oberhausen-Osterfeld (gehört jetzt der orthodoxen Gemeinde)
  • Katholische Filialkirche St. Georg, Lüdenscheid-Brüninghausen (ca. 1992) (Umbau in Wohngebäude)
  • Katholische Filialkirche Vom Frieden Christi, Altena-Tiergarten (1994) (Vermietung an serbisch-orthodoxe Gemeinde)
  • Katholische Pfarrkirche St. Marien, Bochum (seit 2002 Leerstand, Inventar ist an die Kirche St. Joseph in der Bochumer Partnerstadt Donezk gegeben worden.)

So genannte „weitere Kirchen“ im Zuge der Strukturreform seit 2005/2006

Im Frühjahr 2005 wurde die erste Planung zur zukünftigen Struktur im Bistum Essen vorgestellt. Darin wurde erklärt, dass sich das Bistum im Rahmen eines Sparpaketes von 70 Millionen Euro auch von pastoral genutzten Immobilien (sprich: Kirchen) trennen muss.

Demnach wird eine Vielzahl von Pfarreien aufgelöst. Einer verbliebenen Pfarrei gehören zukünftig neben der Pfarrkirche rund zwei bis sieben weitere Gemeindekirchen und eventuell weitere Filialkirchen. Darüber hinaus werden 96 Kirchen (fast jede dritte im Bistum) nicht mehr benötigt und bekommen den Status der sogenannten „weiteren Kirche“. Diese werden vom Bistum nicht mehr aus Kirchensteuermitteln finanziert und erhalten keinerlei Personalzuweisungen. Es folgt zwangsläufig die mittelfristige Schließung.

Betroffen sind Kirchen aus dem Bau-Boom der 1960er Jahre, aber auch Kirchen aus dem 19. Jahrhundert, geschützte Baudenkmäler, Wallfahrtskirchen und frisch renovierte Kirchen. Auch baulich gut erhaltene Kirchen in Pfarreien, deren Katholikenzahl seit Jahren stetig steigt, werden geschlossen. Stellenweise möchte das Bistum die Kirche nicht mehr im Dorf lassen.

Ebenso werden auch Gemeinden aufgelöst, die ein aktives Pfarrei-Leben vorweisen und ausdrücklich nur auf Grund der Lage der Kirche geschlossen werden, so z. B. die Pfarrgemeinde Christ-König, Bochum-Mitte.[17] Die Gemeindegröße spielt dabei keine Rolle; in vielen Fällen beträgt die Seelenzahl mehr als 3000 oder sogar mehr als 4000, bis hin zu fast 10000. In diesem Fall werden die Pfarrkirchen zu „Gemeindekirchen“. Die Pfarrei als Großgemeinde zählt im Schnitt 20.000 bis 30.000 Mitglieder, die größte Pfarrgemeinde hat über 40.000 Gemeindemitglieder. Die Gemeinden werden bis spätestens zum Jahr 2008 aufgelöst. Von all dem ausgenommen wird die Zisterzienser-Klostergemeinde St. Marien in Bochum-Stiepel. Sie bleibt weiterhin als Pfarrgemeinde bestehen, wird nicht der Großgemeinde St. Franziskus (Bochum-Weitmar) zugeordnet und ist mit rund 3600 Gemeindemitgliedern künftig kleinste Pfarrgemeinde des Bistums Essen.

Am 14./15. Januar 2006 gab der Bischof von Essen, Dr. Felix Genn, in einem Bischofswort dann die endgültige Struktur der Pfarreien im Bistum Essen bekannt. Die folgende Aufzählung listet die so genannten „weiteren Kirchen“ auf, für die es zukünftig weder finanzielle Zuwendungen aus Kirchensteuern noch jegliches Personal geben wird und über deren weitere Verwendung noch Überlegungen angestellt werden sollen.

Kreisdekanat Altena-Lüdenscheid

  • St. Thomas Morus, Altena (bereits im Sommer 2005 profaniert und geschlossen)
  • St. Paulus, Altena-Mühlenrahmende (seit Sommer 2005 nur noch für Begräbnisfeiern und Sondergottesdienste genutzt)[18]
  • Vom Frieden Christi, Altena (bereits 1992 aufgegeben; seit 1995 an serbisch-orthodoxe Kirche vermietet),[19]
  • St. Maria Königin, Werdohl-Ütterlingsen (geschlossen am 1. Oktober 2006)
  • St. Maria Königin, Plettenberg-Ohle (geschlossen am 24. September 2006)
  • St. Bonifatius, Plettenberg-Oesterau (geschlossen am 24. September 2006)
  • St. Antonius, Lüdenscheid-Dickenberg (bereits im Herbst 2005 profaniert und geschlossen)[20]
  • Filialkirche Pater Claret, Lüdenscheid-Lösenbach (Gottesdienste bereits im Herbst 2005 eingestellt)[21]
  • Filialkirche Pater Bertsche, Lüdenscheid-Wehberg (Von jeher als Kita mit Gottesdienstraum genutzt)
  • St. Maria Fried, Breckerfeld-Zurstraße (bereits 2005 profaniert und geschlossen)[22]
  • Herz-Jesu, Hagen-Rummenohl
  • St. Peter am See (Hunswinkel), Meinerzhagen-Hunswinkel[23]
Kirche St. Peter am See, Meinerzhagen-Hunswinkel

Stadtdekanat Bochum

Christ-König-Kirche, Bochum
  • Christ-König, Dekanat Bochum-Mitte[25]
  • Hl. Dreifaltigkeit, Dekanat Bochum-Mitte
Kirche Hl. Dreifaltigkeit, Bochum
  • St. Antonius, Dekanat Bochum-Mitte
Kirche St. Antonius, Bochum
  • St. Barbara, Dekanat Bochum-Mitte (wird der Pfarrei St. Gertrud, Bochum-Wattenscheid zugeordnet)
Kirche St. Barbara, Bochum
  • Herz Jesu, Hordel, Dekanat Bochum-Mitte
Herz-Jesu-Kirche, Hordel
  • St. Marien, Dekanat Bochum-Mitte (wurde 2002 profaniert und geschlossen, steht leer)
  • St. Michael, Dahlhausen, Bochum-Süd
  • St. Augustinus (Universitätspfarrei), Querenburg, Dekanat Bochum-Süd
  • Vierzehnheiligen, Dekanat Bochum-Süd
  • St. Albertus Magnus, Dekanat Bochum-Süd
  • Fronleichnam, Laer, Alte Wittener Straße, erbaut 1912–1913, Dekanat Bochum-Ost [26]
  • St. Joseph, Hiltrop, Dekanat Bochum-Ost
Kirche St. Joseph, Hiltrop
  • St. Maximilian Kolbe, Dekanat Bochum-Ost (solange die evangelische Gemeinde den Gottesdienstraum mit benutzt, wird die Kirche als Filialkirche erhalten)
  • St. Thomas Morus, Langendreer, Dekanat Bochum-Ost (wurde am 12. März 2006 durch Weihbischof Franz Grave profaniert und geschlossen, Abriss hat im April 2007 begonnen)
Kirche St. Thomas Morus, Bochum

Stadtdekanat Bottrop

  • St. Barbara
  • Hl. Kreuz
  • St. Antonius
  • St. Paul

Stadtdekanat Duisburg

Stadtdekanat Essen

  • St. Engelbert, Essen-Mitte (letzter Gottesdienst am 27. Januar 2008[28])
St. Engelbert, Essen-Mitte
  • St. Marien, Essen-Mitte
  • St. Peter, Essen-Mitte,[29] (erbaut im Bauhausstil 1926–1927, Wiederaufbau 1952; Gebäude steht unter Denkmalschutz. Seit Januar 2007 Umbau zur Schule für Pflegeberufe[30])
    St. Peter, Essen-Mitte
  • St. Anna, Essen-Altendorf (letzter Gottesdienst im April 2008)
  • St. Augustinus, Essen-Frohnhausen (die Krypta ist an die Russisch-Orthodoxe Kirchengemeinde zu den Hll. Uneigennützigen Kosmas und Damian vermietet)[31]
  • St. Mariä Geburt, Essen-Frohnhausen
  • St. Stephanus, Essen-Frohnhausen
  • St. Maria Immaculata,Essen-Borbeck
  • St. Hermann-Josef, Essen-Dellwig
  • Herz Jesu, Essen-Frintrop (Abriss. Verkauf an die Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft mbH, Köln. Bebauung des Grundstücks mit Doppel- und Reihenhäusern[32])
  • St. Martin, Essen-Rüttenscheid (wurde am 4. Juni 2006 durch Weihbischof Franz Vorrath geschlossen. Die Kirche wird zu einem Pflege- und Altenheim umgebaut, behält aber mit einer St. Martin-Kapelle einen Gottesdienstraum. Die Kirche musste daher nicht profaniert werden)
  • St. Raphael, Essen-Bergerhausen (Profanierung am 8. Februar 2009, Umbau zu Wohnkomplex geplant)
  • St. Eligius, Essen-Steele. (Abriss ab März 2009[33])
St. Eligius, vor dem Abriss
  • Hl. Dreifaltigkeit, Essen-Eiberg (Umbau zu Wohnheim geplant)
  • Herz Jesu, Essen-Steele
  • St. Marien, Essen-Segeroth (letzter Gottesdienst am 10. Februar 2008)
  • St. Christophorus
  • Filialkirche Isingerfeld
  • St. Winfried, Essen-Kray
  • St. Albertus Magnus, Essen-Katernberg-Beisen (künftig chaldäisch-katholische Kirche für Flüchtlinge aus dem Irak, Neueröffnung am 15. März 2009[34]. Für den Unterhalt muss die Gemeinde selber aufkommen, jedoch wird der Pfarrer vom Ruhrbistum finanziert.)
aufgegebene Kirche St. Albertus Magnus, Essen-Katernberg
  • St. Anno, Stoppenberg/ Im Looscheid (Der letzte Gottesdienst in der Kirche wurde am Palmsonntag 2008 gefeiert, danach wurde das Gotteshaus aufgegeben.)
  • St. Ewaldi, Essen-Altenessen (geschlossen am Ostermontag 2008. Im Kirchengebäude entstehen Altenwohnungen)
  • Zur Schmerzhaften Mutter Maria, Werden-Hamm (Fischlaken)
Zur Schmerzhaften Mutter Maria, Essen-Werden-Hamm/Fischlaken
  • St. Maria Königin (zu Christus König)

Stadtdekanat Gelsenkirchen

  • St. Georg
  • St. Mariä Himmelfahrt
  • Hl. Kreuz
  • St. Anna, Gelsenkirchen-Schalke
  • Christus König (im Jahr 2008 abgerissen)
  • St. Michael
  • St. Theresia, Hassel (Schließung am 17. Juni 2007)
  • St. Hedwig
  • St. Bonifatius
  • St. Ida (ggf., muss noch geprüft werden)

Stadtdekanat Gladbeck

  • St. Elisabeth
  • Christus König
  • St. Pius (wurde am 11. August 2007 von Weihbischof Franz Vorrath für den Gemeindegottesdienst geschlossen und profaniert. Eine Elektrofirma wird das Gelände übernehmen)

Kreisdekanat Hattingen-Schwelm

  • St. Mariä Empfängnis, Hattingen-Bredenscheid
  • St. Martin, Vormholz[35]; die Kirche wurde am 21. Juni 2007 profaniert und inzwischen abgerissen.
  • Christi Auferstehung

Stadtdekanat Mülheim

  • Hl. Kreuz
  • St. Raphael (wurde am 3. Juni 2006 durch Weihbischof Franz Vorrath profaniert und geschlossen)

Stadtdekanat Oberhausen

  • Hl. Geist, Oberhausen-Mitte (Die Heilig-Geist-Kirche soll nach der letzten Heiligen Messe am 22. April 2007 umgebaut werden zu einem Mehrzweckgebäude, das sowohl weiterhin für die Feier von Gottesdiensten als auch für gesellige Feiern, Konferenzen, Tagungen und Kunstausstellungen zur Verfügung steht.)
  • Hl. Familie, Oberhausen-Mitte (Die Kirche Heilige Familie soll künftig der „Oberhausener Tafel“ als Stützpunkt dienen. Als Gemeindekirche wird sie nach der Heiligen Messe am 19. Juni 2007 nicht mehr genutzt.)
  • St. Hildegard
  • St. Jakobus (Seit 28. Januar 2007 Umbau zu einem Schul- und Sozialpastoralen Stadtteilzentrum im Sozialraum Klosterhardt-Nord/Tackenberg. Die Kosten für den Umbau (rund 250.000 Euro) werden aus dem Verkauf des Pfarrheimes und des Kindergartens bestritten.)
  • St. Pius
  • St. Bernardus Umwidmung: Kapelle und Veranstaltungszentrum[36]
  • Kapelle St. Konrad

Stadtdekanat Wattenscheid

  • St. Pius
  • St. Nikolaus

Erzbistum Hamburg

  • Katholische Filialkirche St. Josef, Lägerdorf (2001)
  • Katholische Filialkirche Hl. Geist, Wilster (2001)
  • katholische Kirche St. Knud, Friedrichstadt/Nordfriesland (2003)
  • St. Ansgar, Lübeck-Schlutup (letzter Gottesdienst am 29. Februar 2004, profaniert am 1. März 2004, abgerissen im September 2006)
  • Katholische Filialkirche Hl. Geist, Schenefeld (Holstein) (2005)
  • Katholische Kirche St. Josef, Kellinghusen (2005)
  • Katholische Filialkirche St. Georg Kiel-Projensdorf (2007)
  • Katholische Pfarrkirche Christ König, Kiel (2007), Abriss für 2009 geplant (Quelle: Neue Kirchenzeitung, 8. Februar 2009)

Bistum Hildesheim

Das Bistum Hildesheim hat nach eigenen Angaben seit dem Jahre 2000 insgesamt dreizehn Kirchen geschlossen. Sie wurden entweder abgerissen oder es erfolgte eine Nachnutzung, zum Beispiel durch Umwandlung in eine Kindertagesstätte oder Kinderkrippe, durch Umbau zu Familienwohnungen oder durch Übertragung an die unierte orthodoxe Kirche.

Im Januar 2008 wurde bekannt, dass das Bistum ab dem Jahr 2009 eine Reihe von Kirchen schließen möchte. [37] Von den insgesamt 438 Kirchen sollen 197 Kirchen unbedingt erhalten werden. Dabei handelt es sich vor allem um jene Kirchen, die nach Abschluss der Gemeindezusammenführungen die Pfarrkirchen des Bistums bilden werden, aber auch um Kirchen, die für die Seelsorge eine besondere Bedeutung haben, zum Beispiel Wallfahrtskirchen. Bei 56 Kirchen besteht weiterer Klärungsbedarf, bei 80 Kirchen erscheint die Profanierung unausweichlich. Weitere 86 Kirchen werden nicht weiter durch das Bistum bezuschusst. Diese Kirchen sollen dann ausschließlich von der jeweiligen Pfarrgemeinde unterhalten werden.

In der Vergangenheit wurden bereits geschlossen:

  • Zur göttlichen Vorsehung, Angerstein (2003)
  • St. Lukas, Stade-Fredenbeck (2004)
  • St. Johannes, Dielmissen (2004)
  • St. Georg, Salzgitter-Thiede (2004)
  • St. Hedwig, Freden (2005)
  • St. Barbara, Goslar-Sudmerberg (2006)
  • St. Johannes Evangelist, Garbsen (2006)
  • St. Maria Königin, Hitzacker (2007)
  • Hl. Familie, Seesen-Münchehof (2007)
  • St. Oliver, Rhüden (2007)

Erzbistum Freiburg

  • Katholische Kirche St. Elisabeth, Freiburg (profaniert am 1. Oktober 2006)

Bistum Fulda

Ehemalige Katholische Kirche in Borken-Nassenerfurth
Ehemalige Katholische Kirche St. Elisabeth in Knüllwald-Remsfeld
Ehemalige Katholische Kirche Hl. Kreuz in Wabern-Hebel
  • Borken-Kleinenglis, St. Gerhard (1. Oktober 2008)
  • Borken-Nassenerfurth (1. Oktober 2008)
  • Homberg-Wernswig, St. Christopherus (Umfunktionierung zum Wohnhaus)
  • Knüllwald-Remsfeld, St. Elisabeth (heute Trainingshalle des dortigen Tischtennisvereins)
  • Lahntal-Sterzhausen
  • Wabern-Hebel, Hl. Kreuz (1. Oktober 2008)

Erzbistum Köln

Allein im Pastoralbezirk Mitte, der 250 Kirchen umfasst, müssen vier geschlossen beziehungsweise umgewidmet werden, darunter:

  • Heilig-Geist-Kirche, Köln-Gremberghoven. Seit dem 1. Juli 2005 nutzt die serbisch-orthodoxe Gemeinde die Kirche.
  • Heilige-Drei-Könige, Köln-Rondorf (Alte Kirche), seit 1986 genutzt als Wohn- und Ateliergebäude durch ein Architekturbüro.
  • St. Anno, Köln-Holweide (Arch.Th.Scholten 1974), Umbau zu Altenwohnungen ab 2007
  • St. Markus, Köln-Seeberg (Arch.F.Schaller 1971), Verkauf an die Orthodox-Christliche Gemeinde von Antiochien St. Dimitrios 2002
  • St. Christophorus, Köln-Niehl (Arch. Rudolf Schwarz 1959), Vermietung an armenisch-orthodoxe Gemeinde 1989
  • Waisenhauskirche Köln-Sülz/ Klettenberg: Umwidmung zu Kultur-Bar geplant

Außerhalb Kölns:

  • Heilig-Geist-Kirche, Remscheid-Lüttringhausen-Klausen (Architekt: Hans Schilling), abgerissen im Jahr 2000
  • St. Hedwig, Düsseldorf-Eller, (Arch. Thoma/Geiser 1972–74), profaniert 2006, soll in ein Altenpflegeheim umgebaut werden.
  • St. Ursula (Kalscheuren), Hürth-Kalscheuren, wurde im Juni 2006 profaniert. Sie ist ein denkmalgeschützter Kirchenbau von Gottfried Böhm.
  • St. Konrad, Düsseldorf-Flingern (Arch.Brauns/Janeschitz-Kriegl 1970), Abbruch 2006
  • St. Barbara, Hürth-Gleul (Arch.H.Pörkert 1958), Leerstand und Profanierung 2005
  • Christi Auferstehung, Velbert-Neviges (Arch.Brauns/Janeschitz-Kriegl 1965), Abbruch 2007

Bistum Limburg

Im Bistum Limburg werden im durchgeführten Prozess Sparen und Erneuern in den Kirchengemeinden einige Pfarrkirchen redimensioniert. In der Regel bedeutet dies eine sog. Haus-in-Haus-Lösung, d.h. in den bestehenden Kirchenraum werden gemeindliche Räume eingebaut, so dass der bisher ausschließlich liturgisch genutzte Raum auch anderweitig für pastorale Aktivitäten zur Verfügung steht. Allerdings wird es im Zeitraum 2007 bis 2015 auch Situationen geben, in denen bestehende Kirchen abgetragen werden, die überdimensioniert, oft baufällig und nicht barrierenfrei sind, um an ihre Stelle einen neuen Sakralraum zu setzen, der den gewandelten pastoralen Ansprüchen besser entspricht und effizienter, vor allem unter Energiegesichtspunkten bewirtschaftet werden kann. Von einem Kirchensterben kann daher im Bistum Limburg keine Rede sein, sondern von wenigen, gezielt ausgesuchten kleineren neuen Kirchen, die die beschriebenen, nicht mehr brauchbaren Kirchen ersetzen.

Bistum Magdeburg

  • St. Norbert Jeßnitz bei Wolfen (Abriss nach Hochwasserkatastrophe)
  • St. Hedwig Halle-Radewell/Ammendorf (2005)

Bistum Münster

  • St. Hedwig, Hohenkirchen (Wangerland) – Die Profanierung des als Garnisonskirche genutzten Gotteshauses erfolgte am 30. Mai 2007. Die Kirche wird abgerissen.
  • St. Ansgar, Delmenhorst-Adelheide (Übergabe an Freikirche, 2003)
  • St. Ludgerus Coesfeld (voraussichtlich 2009 oder 2010)
  • St. Mariä Himmelfahrt Gescher (voraussichtlich 2010)
  • St. Paulus (Oldenburg-Ofenerdiek), 1967/68 erbaut, Profanierung am 9. April 2006. Kirche wird als Kulturzentrum genutzt.

Bistum Osnabrück

  • Wagenfeld, Filialkirche der Kirchengemeinde Christus König, Diepholz (Umnutzung als Wohngebäude)
  • Martfeld, Filialkirche der Kirchengemeinde Bruchhausen-Vilsen (Umnutzung als Wohngebäude)
  • Eystrup, Filialkirche der Kirchengemeinde St. Michael, Hoya (Abriss)

Erzbistum Paderborn

  • Kirche St. Michael Feudingen (Abriss Mai /Juni 2007, Grundstück soll verkauft werden)
  • Kapelle St. Michael Lenningsen (Profanierung 2006, Umbau zum Feuerwehrhaus 2009)
  • Kirche St. Johannes Bielefeld-Windflöte (Abriss 2008)
  • Kirche St. Bonifatius Dortmund-Schüren (Abriss 2008)

Bistum Rottenburg-Stuttgart

Neuapostolische Kirche

Auch die drittgrößte christliche Konfession in Deutschland, die Neuapostolische Kirche, trennt sich aufgrund von Mitgliederverlusten von Kirchengebäuden. Diese werden auch an Muslime verkauft, was bei evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümern bislang noch nicht praktiziert wird.

  • Berlin, Gemeinde Neukölln-Flughafenstraße (2007) wird islamisches Kulturzentrum
  • Berlin, Gemeinde Tempelhof-Manteuffelstraße (2007) wird islamisches (schiitisches) Kulturzentrum[38]
  • Duisburg, Gemeinde Meiderich-Vohwinkelstraße (2008) wird zur DITIB Yunus-Emre-Moschee[39]

Weitere (noch unsortierte) Liste

  • Heilig-Geist-Kapelle, Kempen (Buchhandlung des religiösen Buchversenders Choros)
  • Kloster Geistingen, Hennef (Sieg) (kulturelle und kommerzielle Veranstaltungen – über Dortmunder Event-Agentur)
  • „Kirche im Grünen”, Sprockhövel, wurde 2006 wegen Geldmangels aufgegeben
  • St. Wolfgang, Wörth am Main (Schifffahrts- und Schiffbaumuseum)
  • Heilig Geist, Mainz (Restaurant und Tanzlokal)
  • ehem. kath. Pfarrkirche St. Marien (1868–1872), Bochum-Mitte (ungenutzt, Abriss für neues Altenheim geplant=
  • Nikolaikirche, Berlin (Wechselausstellungen)
  • Ulrichskirche, Halle/Saale (Konzertsaal)
  • Kirche in Milow (Brandenburg) (Sparkassenfiliale)
  • Kirche in Moringen (Kerzenfabrik samt Laden)
  • Evangelische Gustav-Adolf Kirche Hannover-Leinhausen (Umwandlung in Synagoge 2007)
  • Kniestedter Kirche (jetzt Kleinkunstbühne, Salzgitter-Bad)

Siehe auch

Weblinks

Literatur

  • Patrick Nitsch: Die Politiken der evangelischen und der römisch-katholischen Kirche zum Nutzungswandel von Kirchengebäuden in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Situation in Berlin; Diplomarbeit im Studiengang Sozialwissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin, Institut für Sozialwissenschaften, 21. Dezember 2005
  • Eva Marin (Hg.): Converted Churches; Tectum Publishers, Antwerpen 2007. ISBN 978-90-76886-44-2 (Umgewidmete Kirchen in Europa und USA. Mit zahlreichen Abbildungen des Zustandes nach dem Umbau und Architekturgrundrissen der neuen Nutzung. Text: englisch, französisch, niederländisch).
  • Geschichtswerkstatt Oberhausen e.V. (Hrsg): Zwischen Himmel und Erde – Kirchensterben kann neue Möglichkeiten eröffnen; in: Schichtwechsel. Journal für die Geschichte Oberhausens, Ausgabe Mai / Oktober 2008, S. 26 f.

Einzelnachweise

  1. Grundsätze für gottesdienstlich genutzte Gebäude. Beschluss der Kirchenleitung vom 24. Juni 2005
  2. zitiert nach WDR
  3. Internetseite Konzerte Dreifaltigkeitskirche Aachen
  4. wohnen-in-der-friedenskirche.de
  5. domradio.de: Evangelische Kirche wird zur Jugendherberge in Kölner City 12. Februar 2009
  6. glueckundseligkeit.de
  7. wir-in-bornheim.de
  8. KulturKirche Altona GmbH
  9. Kulturkirche Neuruppin
  10. Restaurant „Die Kirche“
  11. veröffentlicht in einer Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) am 20. Dezember 2005
  12. Rheinische Post: Wenn Pfarren verschwinden
  13. Choros in der Heilig-Geist-Kapelle (1421) in Kempen
  14. Internetseite der Polska Misja Katolicka w Berlinie
  15. Fusion – Sankt Bonifatius Berlin
  16. [1]
  17. christ-koenig-bochum.de
  18. Homepage der Pfarrei St. Matthäus mit den Kirchengemeinden St. Matthäus Altena, St. Josef Nachrodt-Wiblingwerde und St. Theresia Evingsen
  19. Vom Frieden Christi. Katholische / Serbisch-Orthodoxe Kirche in Altena-Tiergarten, Graf-Eberhard-Straße
  20. Katholische Kirchengemeinde Sankt Medardus. Gemeinde Maria Königin
  21. Katholische Kirchengemeinde Sankt Medardus Gemeinde Maria Königin
  22. Filialkirche Maria Fried, Breckerfeld-Zurstraße
  23. St. Peter am See Meinerzhagen-Valbert-Hunswinkel
  24. St. Engelbert, Kierspe-Rönsahl
  25. christ-koenig-bochum.de
  26. fronleichnam-laer.de
  27. Russisch-Orthodoxe Kirchengemeinde zur Gottesmutterikone „Freude und Trost“ zu Duisburg
  28. Liste Essener Sakralbauten#Römisch-katholische Kirche
  29. Foto
  30. Umbauplan1, Umbauplan2
  31. Russisch-Orthodoxe Kirchengemeinde zu Essen, Berliner Diözese des Moskauer Patriarchats der Russisch-Orthodoxen Kirche
  32. Bilder vom Abriss und Bebauungsplan
  33. Ruhrwort vom 7. März 2009
  34. WAZ vom 12. März 2009
  35. Katholische Pfarrei St. Peter und Paul Witten-Herbede: ehemalige kath. Kirche St. Martin, Vormholz
  36. Internetseite Katholische Kirche St. Bernardus Oberhausen-Sterkrade
  37. Hannoversche Allgemeine:Zehn Kirchen droht die Schließung
  38. Tagesspiegel 5. Oktober 2007
  39. WAZ Duisburg Nord, 6. April 2008

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