24. Panzer-Division (Wehrmacht)
24. Panzerdivision
Truppenkennzeichen der 24. Panzerdivision bis 1942
Truppenkennzeichen ab 1943
Aktiv 28. November 1941–8. Mai 1945 (Kapitulation)
Land Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Panzer
Typ Panzerdivision
Grobgliederung Panzer-Regiment 24
Schützen-Brigade 24
Artillerie-Regiment 89
Aufstellungsort Stablack in Ostpreußen
Zweiter Weltkrieg Krieg gegen die Sowjetunion
Insignien
Truppenkennzeichen bis 1942 Truppenkennzeichen bis 1942
Truppenkennzeichen ab 1943 Truppenkennzeichen ab 1943

Die 24. Panzerdivision war ein Großverband der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges.

Inhaltsverzeichnis

Aufstellung

Die 24. Panzerdivision (24. PD) wurde am 28. November 1941 auf dem Truppenübungsplatz Stablack (Ostpreußen) aus der 1. Kavalleriedivision gebildet. Das Panzerregiment 24 (PzRgt 24) mit seinen drei Abteilungen entstand aus den Reiterregimentern 2 und 21. Die Umrüstung und Ausbildung am Panzerkampfwagen erfolgte mit Hilfe der Panzerersatzabteilung 1 in Erfurt und der Panzertruppenschule Wünsdorf. Die Panzerabteilung 101 (ehemals Flammpanzer, jetzt umgerüstet auf Panzerkampfwagen III und Panzerkampfwagen IV) wurde ebenfalls in das PR 24 eingegliedert. Das Schützenregiment 21 (später PzGrenRgt 21) wurde aus dem Reiterregiment 1 gebildet und mit Gruppenfahrzeugen (Kfz. 70) beweglich gemacht. Das Schützenregiment 26 wurde aus dem Reiterregiment 26 umgegliedert, wobei die I. Abteilung als SPW-Abteilung ausgerüstet wurde. Das Panzerartillerieregiment 89 (PzArtRgt 89) wurde aus dem Reitenden-Artillerieregiment 1 umgegliedert und neu ausgerüstet. Die Kradschützenabteilung 24 (K 24) entstand aus der Radfahrabteilung 1 und hatte zum Teil VW-Kübelwagen und leichte SPW in den Schwadronen. Das Panzerpionierbataillon 40 (PzPioBtl 40) und die Panzernachrichtenabteilung 86 (PNA 86) wurden teilgepanzert aufgestellt. Die Panzerjägerabteilung 40 (PzJgA 40) erhielt eine Flugzeugabwehrschwadron auf Selbstfahrlafette sowie die 5-cm-PaK 38 und 7,5-cm-PaK 40 im motorisierten Zug. Die Truppenteile des Divisionsnachschubführers 40 wurden mit zwei Werkstattkompanien aufgestockt. Die 24. Panzerdivision führte in den meisten Einheiten, sofern aus Reiterregimentern entstanden, weiterhin die goldgelbe Waffenfarbe der Kavallerie an der Uniform. Auch blieben teilweise die Bezeichnungen Abteilung (für Bataillon) und Schwadron (für Kompanie) erhalten. Die speziellen Kavalleriedienstgrade wie Rittmeister (für Hauptmann), Stabs-, Ober-, und Wachtmeister (für Stabs-, Ober-, und Feldwebel) blieben ebenfalls erhalten.

Gliederung 1942

Ein Panzer III der 24. PD bei Stalingrad
  • Stab 24. Panzerdivision
  • Panzer-Regiment 24 (I. - III. Abteilung mit je drei Kompanien, davon jeweils zwei leichte mit Panzer II und Panzer III sowie eine mittlere mit Panzer IV)
  • Stab Schützen-Brigade 24
    • Schützen-Regiment 21 (I. und II. Bataillon mit je vier Kompanien, schwere Infanteriegeschütz-Kompanie, Flugabwehr-Kompanie)
    • Schützen-Regiment 26 (zwei Bataillone)
  • Kradschützen-Bataillon 4 (1. - 4. Kradschützenkompanie, Begleitbatterie)
  • Artillerie-Regiment 89 (I. - III. Abteilung, davon zwei leichte und eine schwere, IV. Flakabteilung)
  • Panzerjäger-Abteilung 40 (drei Kompanien PaK mot. Zug, Flugzeugabwehr-Kompanie)
  • Pionier-Bataillon 40 (1. und 2. Kompanie motorisiert, 3. Kompanie gepanzert)
  • Nachrichtenabteilung 86 (Fernsprechkompanie, Funkkompanie)
  • Panzerdivisions-Nachschubführer 40 (Kraftwagen-Kolonnen, Pferdetransport-Kolonnen, Werkstatt-Kompanien)

Geschichte 1942/1943

Einsatz

Sd.Kfz. 251 der 24. Panzerdivision mit Wurfrahmen 40, Sommer 1942

Nach der Verbands- und Gefechtsausbildung auf den Truppenübungsplätzen in Mailly-le-Camp und Coetquidan in Frankreich wurde die gesamte 24. PD im Mai 1942 verladen und im Bahntransport an die Ostfront gebracht. Unter dem Kommando des XXXXVIII. Panzerkorps der 4. Panzerarmee (Heeresgruppe Süd) begann am 28. Juni 1942 die deutsche Sommeroffensive. Die Panzer stießen in Richtung Woronesch/Don vor und konnten die Stadt im Zusammenwirken mit der Division Großdeutschland am 8. Juli 1942 teilweise einnehmen. Danach erfolgte der Stoß in den großen Donbogen in Richtung Kalatsch. Immer wieder durch Nachschubprobleme aufgrund der überdehnten Transportwege zum Anhalten gezwungen, erreichte die Division Anfang August den Don nahe Kalatsch. Nachdem der Fluss am 12. August überquert wurde, ging es im Verband des XXIX. Panzerkorps in Richtung Stalingrad.

Schlacht um Stalingrad

Die 24. PD unterstand während der Schlacht um Stalingrad der 4. Panzerarmee unter Generaloberst Hermann Hoth und dem XXXXVIII. Panzerkorps unter General der Panzertruppen Werner Kempf. Am 4. September erreichte die Division nach schweren Kämpfen die Vororte Stalingrads und besaß zu diesem Zeitpunkt nur noch 34 einsatzfähige Panzer. Nach Durchbrechung des sowjetischen Verteidigungsgürtel erreichte die Division am 10. September den Vorort Minnina, wobei nur noch die Hälfte der Soll-Stärke an Soldaten sowie lediglich zehn Panzer einsatzbereit waren. Divisionskommandeur der 24. PD war zu diesem Zeitpunkt Generalmajor Bruno Ritter von Hauenschild.[1]

Panzerkompanien der 24. PD waren an allen wichtigen Schauplätzen der Stalingradschlacht im Einsatz: vom Kampf in den Vororten über die Südstadt, Mamajew Kurgan, Arbeitersiedlungen (Schnellhefter), Traktorenwerk, Geschützfabrik "Barrikaden", Stahlwerk "Roter Oktober" bis zur Operation Hubertus. Somit war auch diese Division an den schweren Häuserkämpfen in Stalingrad beteiligt, obwohl eine Panzerdivision grundsätzlich nicht für derartige Kämpfe taktisch ausgerüstet und ausgebildet ist.

Im Kessel

Infolge der sowjetischen Gegenoffensive (Operation Uranus) gerieten große Teile der Division am 19. November 1942 in den Kessel von Stalingrad. Diese kämpften bis zum Ende des Kessels am 2. Februar 1943, wobei etwa 1500 Soldaten der 24. PD in Kriegsgefangenschaft gerieten.

Geschichte 1943/1944

Neuaufstellung

Mitte März 1943 trafen 2000–3000 Soldaten der Restgruppe 24. PD in Liseux/Frankreich ein, wo sofort die Neuaufstellung begann. Dazu wurden die Restgruppe 24. PD, Feldersatzeinheiten des Ersatzheeres (dabei erhebliche Teile von Luftwaffensoldaten aus aufgelösten Luftwaffenverbänden) und zurückkehrende Urlauber, Kommandierte und Genesene verwendet. Bis Juni 1943 war die Neuaufstellung abgeschlossen. Das Panzer-Regiment 24 verfügte nur über die III. Abteilung, die mit 49 Panzer IV, 44 StuG III, 9 Panzerbefehlswagen und 14 Flammpanzern ausgestattet war. Die II. Abteilung wurde offensichtlich nicht aufgestellt, während die mit Panthern ausgerüstete I. Abteilung vorerst in Frankreich verblieb und dort der 116. Panzerdivision unterstellt wurde.

Gliederung

  • Stab 24. PD
  • Panzer-Regiment 24 (I. Abteilung mit drei Kompanien, II. Abteilung nicht aufgestellt, III. Abteilung mit vier Kompanien)
  • Panzergrenadier-Regiment 21 (Regimentsstab, zwei Bataillone mit je vier Kompanien, schwere Infanteriegeschütz-Kompanie, Flugabwehr-Kompanie)
  • Panzergrenadier-Regiment 26 (Gliederung wie PzGrenRgt 21)
  • Panzerartillerie-Regiment 89 (I. Abteilung mit Selbstfahrlafetten, II. leichte Abteilung, III. schwere Abteilung; insgesamt neun Batterien)
  • Panzeraufklärungs-Abteilung 24 (1. und 2. Panzerspäh-Kompanie, 3. und 4. Schützen-Kompanie gep., 5. schwere Kompanie gep.)
  • Panzerjäger-Abteilung 40 (1. Kompanie mit PaK mot. Zug, 2. und 3. Kompanie mit Jagdpanzern)
  • Heeresflakartillerie-Abteilung 283 (1. und 2. schwere Flakkompanie, 3. leichte Flakkompanie)
  • Panzerpionier-Bataillon 40 (1. und 2. Kompanie motorisiert, 3. Kompanie mechanisiert)
  • Panzernachrichtenabteilung 86 (Fernsprechkompanie, Funkkompanie)
  • Panzerdivisionsnachschubführer 40 (Kraftwagen-Kolonnen, Pferdetransport-Kolonnen, Werkstatt-Kompanien)

Einsatz

Im Juli/August 1943 wurde die 24. PD im Bahntransport nach Norditalien in den Raum Modena-Bologna-Florenz-Pisa-Livorno verlegt. Dort wurde die Division zur Sicherung und zum Küstenschutz eingesetzt. An der Entwaffnung des italienisches Heeres (Fall Achse) im September 1943 nahm die Division ebenfalls teil. Ab 17. Oktober 1943 kämpfte die Division wieder im Südabschnitt der Ostfront und nahm an den Abwehrkämpfen am Dnjepr bei Nowo Staro Dub teil. Danach erfolgten weitere Abwehrkämpfe im Rahmen des LI. Armeekorps und XXXX. Panzerkorps im Raum Dnjepropetrowsk-Kriwoi Rog. Vom 29. Dezember 1943 - 21. Februar 1944 verteidigte die 24. PD den Brückenkopf Nikopol. Anfang März war sie in Abwehrkämpfe im Norden von Bessarabien verwickelt und zog sich dann über den Bug und die Moldau ins rumänische Karpathenvorland zurück.

Geschichte 1944/1945

Einsatz

Von März bis Mitte Mai 1944 war die Division in Abwehrkämpfe in Nordbessarabien verwickelt. Nach weiteren Abwehrkämpfen an der oberen Moldau erfolgten Gegenangriffe nördlich von Jassy bis Anfang Juni. Nach einer kurzer Auffrischung bis zum Juli erfolgte der Abtransport nach Galizien. Von August bis Anfang September führte die Division Gegenangriffe oder Abwehrkämpfe zwischen dem San und der Weichsel durch. Die tatsächliche personelle und materielle Stärke der Division war zu diesem Zeitpunkt höchst unterschiedlich. Während die personelle Lage (außer bei den Panzergrenadieren und Pionieren) relativ gut war, lag die Einsatzbereitschaft bei allen wichtigen Waffen, abgesehen von der 7,5-cm-PaK 40, weit unter 50 %.

Am 15. September erfolgte die Verlegung in die Beskiden zum XXIV. Panzerkorps. Dort wurde das Korps zur Verteidigung des Duklapass eingesetzt. Ab dem 11. Oktober erfolgte der Bahntransport nach Ungarn zum Brückenkopf Szolnok an der Theiß. Neben Abwehrkämpfen erfolgten bis zum 12. Januar 1945 auch Gegenangriffe im zwischen Theiß und Ipel gelegenen Raum. Danach wurde die Division unter Zurücklassung der schweren Waffen und Panzerfahrzeuge im Eisenbahnblitztransport ins ostpreußische Marienburg verlegt. Nachdem im Raum Elbing eine notdürftige Neuausstattung mit Waffen und Fahrzeug erfolgte, kam die Division in Süd-Ostpreußen zum Einsatz. Vom 21. Februar bis zum 27. März war sie in Abwehrkämpfe im Ermland beteiligt und zog sich danach auf den Brückenkopf um Heiligenbeil zurück. Ende März erfolgte der Abtransport über die Ostsee zur Frischen Nehrung nach Pillau. Nachdem Mitte April die etwa 4000 bis 5000 Mann starken Reste der Division nach Schleswig-Holstein evakuiert wurden, erfolgte dort die Kapitulation.

Personalien

Kommandeure

Bekannte Divisionsangehörige

Ritterkreuzträger

Literatur

  • F. M. von Senger und Etterlin: Die 24. Panzer-Division 1939-1945. Vormals 1. Kavallerie-Division. Dörflerverlag 2004, ISBN 978-3895551864
  • Koschorrek, Günter: Vergiss die Zeit der Dornen nicht: Ein Soldat der 24. Panzerdivision erlebt die sowjetische Front und den Kampf um Stalingrad. Flechsigverlag 2009, ISBN 978-3803500168
  • Hauschild, Reinhard: Der springende Reiter: 1. Kavallerie-Division, 24. Panzer-Division im Bild. Dohanyverlag, ISBN 978-3924434007
  • Schulz, Hubertus: Die Aufklärer (Rf.1, K4, PzAA24) der 1. Kavallerie-Division - 24. Panzer-Division. Dohanyverlag ISBN 978-3924434076
  • „24. Panzer-Division“ in Veit Scherzer (Hrsg.): Deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg, Band 6, Scherzers Militaer-Verl., Ranis/Jena 2010, ISBN 978-3-938845-27-1, S. 271-306
  • Samuel W. Mitcham: The Panzer Legions. A Guide to the German Army Tank Divisions of World War II and Their Commanders, Stackpole Books 2007, ISBN 978-0-8117-3353-3
  • David M. Glantz: Armageddon in Stalingrad: September-November 1942 (The Stalingrad Trilogy, Volume 2). University of Kansas Press, Lawrence 2009, ISBN 978-0-7006-1664-0.
  • Georg Tessin: Verbände und Truppen der Deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939–1945. Band 4. Die Landstreitkräfte 15–30. 2. Auflage. Biblio-Verlag, Osnabrück 1976, ISBN 3-7648-1083-1. 

Weblinks

 Commons: 24. Panzer-Division – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. David M. Glantz: Armageddon in Stalingrad: September-November 1942 (The Stalingrad Trilogy, Volume 2). University of Kansas Press, Lawrence 2009, Seite 30-32
  2. a b David M. Glantz: Armageddon in Stalingrad: September-November 1942 (The Stalingrad Trilogy, Volume 2). University of Kansas Press, Lawrence 2009, Seite 124
  3. Dr. F. M. v. Senger und Etterlin jr.:Die 24. Panzerdivision 1939–1945, Dörfler Verlag, ISBN 3-89555-186-4, S. 395–397

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