Klein Trebbow


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Klein Trebbow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Klein Trebbow hervorgehoben
53.711.36666666666748Koordinaten: 53° 42′ N, 11° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Lützow-Lübstorf
Höhe: 48 m ü. NN
Fläche: 25,34 km²
Einwohner: 894 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19069
Vorwahl: 03867
Kfz-Kennzeichen: NWM
Gemeindeschlüssel: 13 0 58 053
Adresse der Amtsverwaltung: Dorfmitte 24
19209 Lützow
Webpräsenz:
Bürgermeisterin: Kirsten Hahnen
Lage der Gemeinde Klein Trebbow im Landkreis Nordwestmecklenburg
Karte

Klein Trebbow ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Lützow-Lübstorf mit Sitz in der Gemeinde Lützow verwaltet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Trebbower See

Die unmittelbar nördlich an die Landeshauptstadt Schwerin angrenzende Gemeinde liegt im Aubach-Grund, einem seenreichen Gebiet, das sich westlich des Schweriner Sees entlangzieht. So befinden sich auf dem Gemeindegebiet der Barner Stücker See, der Kirch Stücker See, der Trebbower See und Moore. Die sanften Hügel erreichen hier kaum 60 m ü. NN. Das Aubach-Tal ist ein Landschaftsschutzgebiet, der im nördlichen Gemeindebereich liegende Rugensee genießt besonderen Naturschutz.

Zu Klein Trebbow gehören die Ortsteile Barner Stück, Groß Trebbow, Kirch Stück und Moorbrink.

Geschichte

Klein Trebbow

Der Ortsteil Klein Trebbow wurde 1284 erstmals schriftlich erwähnt.

Das Gut Klein Trebbow wurde vom Vormund Herzog Albrechts 1326 an einen Vasallen verkauft. Nach weiteren Besitzerwechseln war es von 1774 bis 1945 Eigentum derer von Barner. 1847 entstand die Parkanlage mit seltenen Bäumen, 1865 wurde das heute bestehende Herrenhaus durch den Architekten Hermann Willebrand teilweise auf älteren Kellergewölben errichtet. Etwa zur gleichen Zeit wurden die Gutsarbeiterkaten errichtet, die entlang der Dorfstraße heute das Ortsbild prägen.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges war Klein Trebbow völlig überfüllt: eine Wehrmachtseinheit von 3000 Soldaten bezog Quartier im Dorf, ein Flüchtlingstreck aus Ostpreußen kam an. Viele dieser Flüchtlinge ließen sich im Ort nieder. Nach der Besetzung des Gebietes durch die Amerikaner im Mai 1945 wurde das Gebiet Ende Juni 1945 von der Roten Armee übernommen. 1946 wurde das Gutshaus, was meist als Schloss bezeichnet wird, in Klein Trebbow zur SED-Parteischule.

Von 1952 bis 1992 war das Gut volkseigen. Neben dem Getreideanbau beschäftigte man sich mit Schafzucht, Saatgutvermehrung, Rinderhaltung und anfangs auch mit der Trakehnerzucht.

Das heutige Bild wird durch die alte, aus dem späten 19. Jahrhundert stammende Bebauung entlang der Dorfstraße geprägt; im Bereich der ehemaligen Stallanlagen des Gutes, die in den späten 1990er Jahren abgerissen wurden, sind Einfamilienhäuser geplant und im geringen Maße auf schon errichtet.

Im Schloss Klein Trebbow sollen nach der Sanierung Ferienwohnungen eingerichtet werden.

Dorfkirche in Kirch Stück
Dorfkirche in Groß Trebbow

Barner Stück

Der heutige Ortsteil Barner Stück am Barner Stücker See wurde 1345 erstmals genannt.

Kirch Stück

Der heutige Ortsteil Kirch Stück wurde bereits 1217 ersterwähnt. In ihm dominiert eine spätgotische Kirche mit umgebendem Friedhof das Ortsbild, außerdem die an der Hauptstraße angeordneten ehemaligen Gutsarbeiterkaten. Die Gutsanlage selbst wurde vor wenigen Jahren abgerissen, auf der Fläche entsteht ein neues Wohngebiet mit typischen Einfamilienhäusern.

Groß Trebbow

Der heutige Ortsteil Groß Trebbow wurde 1262 erstmals erwähnt. Die Kirche wurde im ausgehenden 15. Jahrhundert errichtet, der Glockenstuhl steht frei neben der Kirche.

Moorbrink

Der kleine Ortsteil Moorbrink mit seiner sehr aufgelockerten Bebauung ist hingegen eine Gründung des Jahres 1751. Für Groß Trebbow war bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine Bockwindmühle nachweisbar, danach entstand dort eine Holländerwindmühle, die erst um 1977 abgerissen wurde. Ebenfalls zu Groß Trebbow gehören die undatierten Reste einer Wassermühle am Aubach. Der Ortsteil wird geprägt durch die spätgotische Kirche aus dem 15. Jahrhundert sowie den umgebenden Friedhof.

Gedenkstätte

Fritz-Dietlof von der Schulenburg, ein aktives Mitglied des Widerstandes und Mitinitiator traf sich in Klein Trebbow 1944 mit Claus Graf Schenk von Stauffenberg zur Vorbereitung des Attentates auf Adolf Hitler, das am 20. Juli des gleichen Jahres fehlschlug. Anlässlich des 60. Jahrestages des Hitlerattentates im Juli 2004 wurde die erste Ausstellung im Teehaus des Schlosses eröffnet. Jährlich in den Sommermonaten wird ein neues historisches Thema in einer Ausstellung aufgegriffen.

Infrastruktur

Die Nähe zu Schwerin ließ auch Klein Trebbow zu einem gefragten Wohnstandort werden. Die Anbindung an die überregionalen Verkehrsnetze ist sehr gut (B 104, B 106, A 14 und Bahnverbindungen von Schwerin nach Wismar, Rostock, Hamburg und Berlin).

Weblinks


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