Kleiner Mann - was nun?

Kleiner Mann – was nun ist ein Roman von Hans Fallada aus dem Jahre 1932.

Historischer Hintergrund

Der Roman erschien mitten in der seit 1929 anhaltenden Weltwirtschaftskrise, die ihren Ausgang aus dem Zusammenbruch der amerikanischen Börse am 24. Oktober 1929 nahm, besser bekannt als „Schwarzer Donnerstag“. Sie brachte weltweit viel Elend und Armut und sorgte vielfach für einen rapiden Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Für Hans Fallada brachte dieser Roman – der der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen ist – den Durchbruch als Schriftsteller. Wesentlich unterstützt wurde er von seinem Verleger Ernst Rowohlt, der ihm eine Halbtagsbeschäftigung im Verlag verschafft hatte, so dass er ohne finanzielle Sorgen an dem Roman arbeiten konnte.

Inhaltsangabe

Kaum haben der Buchhalter Johannes Pinneberg und seine Freundin, die Verkäuferin Emma „Lämmchen“ Mörschel erfahren, dass Lämmchen im zweiten Monat schwanger ist, wird Pinneberg entlassen und muss sich im Deutschland der Weltwirtschaftskrise eine neue Arbeitsstelle suchen.

Rettung kommt von Pinnebergs ungeliebter Mutter Mia, einer Lebedame aus Berlin, die ihrem Sohn eine Stellung als Verkäufer im Berliner Warenhaus Mandel verschafft. Doch auch hier steht Pinneberg unter Druck, weil Organisator Spannfuß eine zu erreichende Verkaufsquote verlangt, die zu Mauscheleien und Konkurrenzkämpfen unter den Verkäufern führt. Als der Sohn Horst, genannt Murkel, auf die Welt kommt, ist das Geld wieder knapp, weil der Antrag auf Wochen- und Stillgeld von der Krankenkasse nur schleppend bearbeitet wird.

Nach einem Jahr endet für Pinneberg die Tätigkeit im Warenhaus Mandel. Nach mehreren Ermahnungen wegen Zuspätkommens ist er mit seiner Verkaufsquote im Rückstand. So fleht er den Filmschauspieler Franz Schlüter, der sich im Laden nur umschauen möchte, unter Verweis auf die Quote derart aufdringlich um einen Kauf an, dass man Pinneberg fristlos kündigt.

Im November 1932 lebt die Kleinfamilie illegalerweise in einer Gartenlaube etwa 40 Kilometer östlich von Berlin. Obwohl Pinneberg seit 14 Monaten arbeitslos ist, verbietet ihm „Lämmchen“, einen gewissen Krymna auf dessen Holz-Beutezügen zu begleiten. Stattdessen treibt er ausstehenden Lohn für seine Frau ein, die bei Privatleuten Strümpfe stopft. Eine Fahrt nach Berlin, um die Arbeitslosenunterstützung abzuholen, endet als Fiasko. Gedemütigt durch Berliner Schutzpolizisten, die ihn vom Bürgersteig verscheucht haben, traut er sich kaum, seiner Frau unter die Augen zu treten.

Dennoch entdecken Pinneberg und 'Lämmchen' die alte Liebe wieder und erkennen, dass nur sie wirklich wichtig ist.

Verfilmungen


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