Andrij Stadnik

Andrij Wolodymyrowytsch Stadnik (ukrainisch Андрій Володимирович Стаднік, russisch Андрей Владимирович Стадник/Andrei Wladimirowitsch Stadnik; * 15. April 1982 in Chmelnyzkyj, Ukrainische SSR, Sowjetunion) ist ein ukrainischer Ringer. Er gewann bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking eine Silbermedaille und wurde 2009 Europameister jeweils im freien Stil im Leichtgewicht.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Stadnik begann im Alter von 10 Jahren 1992 mit dem Ringen. Sein erster Trainer war sein Vater Wolodymyr Stadnik. Nach einem Studium an der ukrainischen Akademie für Buchdruck trat er als Polizist in die Dienste des ukrainischen Innenministeriums. Er gehört seit dieser Zeit dem Sportclub Spartak/Dynamo Lwow (Lemberg) an und wird dort von Sasa Sasirow und Wiktor Perwachtschuk trainiert. Er ringt ausschließlich im freien Stil.

Als Junior startete er bereits 1999 bei der Weltmeisterschaft in Łódź (Cadets) und kam dort im Federgewicht auf den 7. Platz. Weitaus erfolgreicher war er bei der Junioren-Europameisterschaft (Juniors) 2002 in Tirana, denn dort wurde er im Leichtgewicht Europameister vor Elnur Aslanov aus Aserbaidschan und Mario Wohlfahrt aus Deutschland.

Im Seniorenbereich kam er nach einem 11. Platz bei der Universitäten-Weltmeisterschaft 2004 in Łódź im Jahre 2005 bei der Europameisterschaft in Warna zu seinem ersten Medaillengewinn. Er gewann dort u.a. mit Siegen über Irbek Walentinowitsch Farnijew aus Russland und Peter Engelhardt aus Deutschland die Bronzemedaille im Leichtgewicht. Die gleiche Medaille gewann er dann auch bei der Weltmeisterschaft 2006 in Guangzhou/China. Er unterlag dort im Halbfinale dem Georgier Otar Tuschischwili, hatte aber vorher u.a. mit Leonid Spiridonow aus Kasachstan und Machatsch Murtasalijew aus Russland zwei absolute Spitzenringer geschlagen. Die Bronzemedaille gewann er im Kampf gegen den vielfachen Welt- und Europameister Serafim Barzakow aus Bulgarien, den er glatt mit zwei Rundengewinnen und 7:1 techn. Punkten besiegte.

Im Jahre 2007 ging Stadnik bei den internationalen Meisterschaften, was Medaillengewinne angeht, leer aus. Bei der Europameisterschaft in Sofia unterlag er in seinem ersten Kampf gegen den Armenier Schirair Howhannisjan (1:2 Runden und 6:8 techn. Punkte). Da dieser die Endrunde nicht erreichte, schied er aus und belegte nur den 13. Platz. Besser lief es für ihn bei der Weltmeisterschaft 2007 in Baku. Er gewann dort zunächst vier Kämpfe, verlor dann aber gegen Ramazan Şahin aus der Türkei und verpasste mit einer weiteren Niederlage gegen Irbek Farnijew, gegen den er deutlich verlor (0:2 Runden bei 2:10 techn. Punkten), das kleine Finale und erreichte den 5. Platz. Mit dieser Platzierung hatte er sich aber schon einen Startplatz bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking gesichert.

Bei der Europameisterschaft 2008 in Tampere siegte Stadnik im Leichtgewicht gegen Gregor Sarrasin aus der Schweiz und Albert Batirow aus Weißrussland, verlor dann aber gegen Koba Kakaladse aus Georgien und erneut gegen Schirair Howhannisjan und kam nur auf den 7. Platz. Bei den Olympischen Spielen in Peking war er dann im Leichtgewicht in weitaus besserer Form. Er besiegte dort Doug Schwab aus den Vereinigten Staaten, Sushil Kumar aus Indien, Albert Batirow und Leonid Spiridonow und stand damit im Finale gegen Ramazan Şahin. Er lieferte diesem einen ausgeglichenen Kampf und unterlag nur knapp mit 1:2 Runden und 5:6 techn. Punkten. Die Silbermedaille war der Lohn für seine guten Leistungen.

Bei der Ende März 2009 in Vilnius ausgetragenen Europameisterschaft gelangen ihm fünf Siege. Im Halbfinale besiegte er dabei seinen Angstgegner Schirair Howhannisjan und im Finale Jabrail Hasanow aus Aserbaidschan und wurde damit Europameister im Leichtgewicht.

Internationale Erfolge

OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft Gewichtsklasse
1999, 7. Platz, Junioren-WM in Łódź Feder Sieger: Nikolos Lobschanidse, Georgien vor Amin Dalvand, Iran u. Leonid Pantelei, Moldawien
2002, 1. Platz, Junioren-EM in Tirana Leicht vor Elnur Aslanov, Aserbaidschan u. Mario Wohlfahrt, Deutschland
2004, 11. Platz, Universitäts-WM in Łódź Leicht Sieger: Masoud Vahedi, Iran vor Ruslan Bodisteanu, Moldawien u. Adrian Mazan, Polen
2005, 1. Platz, Welt Cup in Taschkent Leicht vor Hassan Salman Tahmasebi, Iran u. Jared Eric Lawrence, USA
2005, 1. Platz, Intern. Turnier in Kiew Leicht vor Prokop Petrow, Russland, Serghei Şişcov, Moldawien u. Jurij Semakin, Ukraine
2005, 3. Platz, EM in Warna Leicht mit Siegen über Jouni Samuli Rosenloef, Finnland u. Irbek Walentinowitsch Farnijew, Russland, einer Niederlage gegen Elman Asgarow u. einem Sieg über Peter Engelhardt, Deutschland
2006, 3. Platz, WM in Guangzhou/China Leicht mit Siegen über Takafumi Kojima, Japan, Leonid Spiridonow, Kasachstan u. Machatsch Murtasalijew, Russland u. Niederlagen gegen Otar Tuschischwili, Georgien u. Serafim Barzakow, Bulgarien
2007, 1. Platz, Intern. Turnier in Kiew Leicht vor Albert Batirow, Weißrussland, Renat Ramasanow, Russland u. Witalij Koslow, Ukraine
2007, 13. Platz, EM in Sofia Leicht nach einer Niederlage gegen Schirair Howhannisjan, Armenien
2007, 5. Platz, WM in Baku Leicht mit Siegen über Cristian Nora Rora, Bolivien, Apostolos Taskoudis, Griechenland, Ruslan Bodisteanu u. Sushil Kumar, Indien u. Niederlagen gegen Ramazan Şahin, Türkei u. Irbek Farnijew
2008, 7. Platz, EM in Tampere Leicht mit Siegen über Gregor Sarrasin, Schweiz u. Albert Batirow u. Niederlagen gegen Koba Kakaladse, Georgien u. Schirair Howhannisjan
2008, 1. Platz, Golden-Grand-Prix in Baku Leicht vor Emin Azizov, Aserbaidschan, Schamil Abdulajew, Russland u. Ramazan Abdurachmanow, Aserbaidschan
2008, Silbermedaille, OS in Peking Leicht mit Siegen über Doug Schwab, USA, Sushil Kumar, Albert Batirow u. Leonid Spiridonow u. einer Niederlage gegen Ramazan Şahin
2009, 1. Platz, EM in Vilnius Leicht mit Siegen über Adam Sobieraj, Polen, Amir Berukow, Russland, Roman Dermenyi, Moldawien, Schirair Howhannisjan u. Jabrail Hasanow, Aserbaidschan

Quellen

  • Fachzeitschrift Der Ringer, Nummern: 6/1999, 8/2002, 5/2005, 10/2006, 5/2007, 10/2007
  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig

Weblinks


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