Andrzej Łapicki
Andrzej Łapicki

Andrzej Łapicki (* 11. November 1924 in Riga) ist ein polnischer Schauspieler, Regisseur und Theaterpädagoge.

Andrzej Łapicki ist der Sohn eines Professors für Römisches Recht. Er machte 1942 das Abitur an dem berühmten Warschauer Gymnasium Stefan Batory, das zu diesem Zeitpunkt während der deutschen Besatzung seinen Unterricht im Untergrund fortsetzte.

Als Torwart nahm er an konspirativen Fußballturnieren teil und riskierte die Festnahme durch die Gestapo, da die deutschen Besatzer den Polen jeglichen organisierten Sport verboten hatten. Nach dem Abitur studierte er ebenfalls im Untergrund Schauspiel und spielte als Schauspieler in Untergrundtheatervorstellungen. Als Schauspieler war er Angehöriger der Polnischen Heimatarmee und nahm 1944 am Warschauer Aufstand teil.[1]

Nach dem Krieg erhielt er 1945 das Schauspieldiplom in Łódź und gehörte anschließend bis 1949 zum Ensemble des Armeetheaters Łódź. 1949 ging er nach Warschau, wo er an folgenden Theatern als Schauspieler und Regisseur tätig war: Teatr Współczesny (1949–1964, 1966–1972), Teatr Dramatyczny (1964–1966, 1982/1983), Teatr Narodowy (1972–1981) und Teatr Polski (1983). Sein Regiedebüt gab er 1957. Von 1995 bis 1999 war er Intendant des Teatr Polski in Warschau.

Neben seiner aktiven Schauspieltätigkeit ist Łapicki ein engagierter Theaterpädagoge. Seit 1953 ist er Dozent an der Staatlichen Schauspielschule PWST in Warschau. Von 1971 bis 1981 war er Dekan der Schauspielschule und wurde 1979 zum außerordentlichen Professor ernannt. Von 1981 bis 1987 und von 1993 bis 1996 war er Rektor der Schule. Seit Anfang der 1980er Jahre war er Mitglied der Solidarność und saß als Abgeordneter von 1989 bis 1991 im polnischen Sejm. Von 1989 bis 1996 war er außerdem Präsident der Vereinigung polnischer Bühnenkünstler (ZASP).

Im Laufe seiner langen Karriere spielte Andrzej Łapicki mehr als 200 Film- und Theaterrollen und inszenierte mehr als 100 Theaterstücke.

Filmografie (eine Auswahl)

Weblinks

 Commons: Andrzej Łapicki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Zeitschrift: Stolica (Warschau), 13. Dezember 1959, S.20.

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