Kloster Wettenhausen

Kloster Wettenhausen
Wappen des Reichsstifts Wettenhausen
Wettenhausener Altar (Alte Pinakothek, München

Das Dominikanerinnenkloster Wettenhausen war bis 1802 eine Reichsabtei der Augustiner-Chorherren, heute gehört es dem Orden der Dominikanerinnen. Das Stift/Kloster liegt in Wettenhausen in der mittelschwäbischen Gemeinde Kammeltal in Bayern. Kirchlich gehört es zur Diözese Augsburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung

Erstmals erkundlich erwähnt wird die Abtei Wettenhausen 1130, in dem von Bischof Hermann von Vohburg ausgestellten Stifterbrief für Wettenhausen. Die Stifter waren die Herrin Gertrud von Roggenstein und Ihre beiden Söhne Wernher und Konrad. Der Stifterbrief besagt aber nicht mit genauer Bestimmtheit eine neue Klostergründung, sondern nur die Schenkung von Wettenhausen an das Kloster.

Laut hauseigener Chronik wurde das Kloster 982 von der Gräfin Gertrud von Roggenstein und ihren beiden Söhnen Wernher und Konrad gegründet. Die Gräfin wollte für das Seelenheil ihrer Familie ein Kloster gründen. Sie sagte zu ihren Söhnen, sie wolle so viel Land für das Kloster erhalten, wie sie an einem Tag umpflügen könne. Sie hängte sich einen Schmuckpflug um den Hals und umritt auf einem Pferd ein großes Territorium.

Man kann die unterschiedlichen Gründungsdaten vielleicht damit erklären, das der Gründung von 1130 ein ältere Gründung vorausgegangen ist. Das Augsburger Domkapitel hatte in der Umgebung von Wettenhausen, besonders in Ettenbeuren, große Besitzungen. Daher wird in Ettenbeuren das erste Kloster vermutet, das vielleicht 982 gegründet wurde. Es wird angenommen, dass die Stifterfamilie von Roggenstein, ihre an der Kammel gelegene Wasserburg im Jahr 1130 in geistliche Hände gab und das Kloster deswegen nach Wettenhausen verlegt wurde. Die genauen Informationen zur Gründung vor 1130 könnten in den Wirren des Investiturstreits verloren gegangen sein und sind daher heute nicht mehr nachweisbar.[1]

Säkularisation

Im Zuge der Säkularisation wurde es 1803 aufgelöst. Die Bibliothek mit circa 9000 Bänden ging an die Bayerische Staatsbibliothek und an die Studienbibliothek in Dillingen an der Donau, das Stift wurde zunächst Sitz des bayerischen Rentamtes. 1864 erhielten die Dominikanerinnen von St. Ursula in Augsburg die Gebäude, diese wiederbegründeten ein Kloster und richteten eine Schule ein.

Die zum Konvent Wettenhausen gehörige, ehemalige Stiftskirche Mariä Himmelfahrt ist heute Pfarrkirche der Gemeinde Kammeltal. Sie ist im 12. Jahrhundert entstanden und wurde im 17. Jahrhundert im barocken Stil unter der Bauleitung von Michael Thumb umgebaut.

Einzelnachweise

  1. Kloster Wettenhausen - Beiträge aus Geschichte und Gegenwart im Rückblick auf sein tausendjähriges Bestehen 982−198. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 1983.

Literatur

  • Wolfgang Wüst: Das Reichsstift Wettenhausen: Besitz, Herrschaftsorganisation und Landeshoheit. In: Kloster Wettenhausen. Beiträge aus Geschichte und Gegenwart im Rückblick auf sein tausendjähriges Bestehen 982-1982 (Günzburger Hefte 19) Weißenhorn 1983, S. 29-45.
  • Wolfgang Wüst: Die Suche nach dem irdischen Reich in schwäbischen Gotteshäusern. Herrschaftliche Souveränität als Thema der Klosterchronistik. Wettenhausen und Kaisheim im Vergleich. In: Wilhelm Liebhart/Ulrich Faust (Hg.): Suevia Sacra. Zur Geschichte der ostschwäbischen Reichsstifte im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit (Augsburger Beiträge zur Landesgeschichte Bayerisch-Schwabens 8 - Festschrift für Pankraz Fried zum 70. Geburtstag) Sigmaringen 2001, S. 115-132.
  • Wolfgang Wüst: Ökonomie und Politik im schwäbischen Reichsstift Wettenhausen. In: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 97 (2004) S. 207-227.

Weblinks

 Wikisource: Kloster Wettenhausen – Quellen und Volltexte
 Commons: Kloster Wettenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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