Anet BE
BE dient als Kürzel für den Schweizer Kanton Bern und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Ins zu vermeiden.
Ins
Wappen von Ins
Basisdaten
Kanton: Bern
Amtsbezirk: Erlach
BFS-Nr.: 0496Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 3232
UN/LOCODE: CH INS
Koordinaten: (574246 / 205494)47.0000017.100009437Koordinaten: 47° 0′ 0″ N, 7° 6′ 0″ O; CH1903: (574246 / 205494)
Höhe: 437 m ü. M.
Fläche: 23.9 km²
Einwohner: 3046
(31. Dezember 2007)[1]
Website: www.ins-anet.ch
Karte
Karte von Ins

Ins, frz. Anet, ist eine politische Gemeinde im Bezirk Erlach des Kantons Bern in der Schweiz. Unter dem Namen existiert neben der Einwohnergemeinde auch eine evangelisch-reformierte Kirchgemeinde.

Gemeindepräsident ist Hans Urech (Stand: 1. Januar 2005).

Obwohl Ins eine kleine Gemeinde ist, nimmt sie für die umliegenden Gemeinden, welche flächen- und bevölkerungsmässig noch viel kleiner sind, eine gewisse Zentrumsfunktion ein.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ins liegt im Grossen Moos, einem besonders fruchtbaren Gebiet mit fast schwarzen Böden im Berner Seeland. Die Nachbargemeinden von Norden beginnend im Uhrzeigersinn sind Vinelz, Lüscherz, Brüttelen, Müntschemier, Bas-Vully, Haut-Vully, Cudrefin, Gampelen, Tschugg und Erlach BE.

Reformierte Kirche Ins

Verkehr

In Ins befindet sich am unteren Rande der Gemeinde die Endstation der BTI, seit 1999 neu ASm (Aare Seeland mobil). Dort verkehren auch die Züge der normalspurigen BLS-Linie BernNeuenburg und der normalspurigen TPF-Linie Freiburg im ÜechtlandMurten–Ins. Im Dorfzentrum steht eine weitere Haltestelle der ASm. Daneben verkehren Autobusse nach Erlach BE. Der Bahnhof von Ins bot Friedrich Dürrenmatt die Inspiration für sein Stück Der Besuch der alten Dame.

Geschichte

Die Gegend ist nachweislich seit der Mittelsteinzeit besiedelt. Es wurde auch eine Dolchklinge aus der Bronzezeit gefunden. Auf dem Schaltenrain befinden sich die Grabhügel von Ins, keltische Fürstengräber, welche auf dem Areal der späteren Hasenburg gelebt hatten. Sie werden der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit) zugeordnet. Auch führte eine römische Militärstrasse von der Broye geradewegs nach Ins, diese verband Aventicum (Avenches) mit Augusta Raurica und Vindonissa. Die Brücke der Strasse über die Broye war 84 Meter lang und 7,6 Meter breit. Daneben wurden noch Reste von Siedlungen aus gallo-römischer Zeit, in der Murstuden, den Sommerstauden und auf dem Brüehlzelgli gefunden. Als die Römer sich um das Jahr 400 zurück zogen, strömten von Westen die romanisierten Burgunder ins schweizerische Mittelland und von Osten die Alemannen. Dadurch wurde das Mittelland zweisprachig.

Der Legende nach soll im Jahre 851, der Bischof David von Lausanne in Ins beim Blutstein an der Müntschemiergasse ermordet worden sein. Dieser markante rote Findling, war aber sicher schon vorher rot gewesen sein. Denn er wurde vom Rhonegletscher während der letzten Eiszeit hierherverfrachtet, und stammt wahrscheinlich von den Aiguilles Rouges.

Die Gemeindegebiet von Ins gehörte zuerst zum Königreich Burgund und kam mit diesem später ins Deutsche Reich. Die erste schriftliche Erwähnung erfolgte im Jahre 1009. Auf dem Schaltenrains entstand am Westende die Hasenburg, welche der Stammsitz der Grafen von Fenis wurde. Aus diesem Geschlecht gingen auch die Grafen von Neuenburg, Nidau, Strassberg und Valangin hervor. Im Jahre 1375 wurde die Region savoyisch und ging 1407 an die Grafen von Chalon. Ebenfalls im Jahre 1375 wurden bei Ins die Gugler geschlagen.

Die Berner eroberten im Zusammenhang mit den Burgunderkriegen, im Jahre 1474 die Herrschaft Erlach und setzte einen Landvogt ein. Und damit wurde Ins ein Teil des Kantons Bern. Die Inser kauften sich im Jahr 1491 aus der Leibeigenschaft frei. Zu dieser Zeit wurde Ins zur Hochgerichtsstätte, und hatte dadurch eine wichtige Bedeutung in der Landvogtei Erlach.

Die heutige Bedeutung als Agrardorf erhielt Ins im Zusammenhang mit der Juragewässerkorrektion, welche den Grundwasserspiegel im Grossen Moos absenkte und die Überschwemmungen eindämmte.

Sehenswürdigkeiten

Im Südwesten der Gemeinde, wo der Broyekanal in den Neuenburgersee fliesst, befindet sich ein Vogelschutzreservat.

Albert-Anker-Haus

Ins ist der Geburts- und Arbeitsort von Albert Anker einem Maler. Sein Haus ist bis heute erhalten, es ist jetzt ein Museum und Veranstaltungsort. Das Haus Albert Ankers wurde von seinem Grossvater Rudolf Anker (1750–1817), der als Tierarzt und Landwirt tätig war, im Jahre 1803 errichtet. Es gilt als erstes von Anfang an mit Ziegeln eingedeckten Holzhaus von Ins. Das Holz stammte von Cressier FR und die Ziegel aus Erlach/Gals. Im Jahre 1859 wurde ein Teil der Stallungen auf der Ostseite des Flurs durch zwei Stuben ersetzt. Dieser Umbau geschah im Auftrag von Samuel Anker (1790–1860), Vater des Malers und ebenfalls Tierarzt. Im darauffolgenden Jahr erbte Albert Anker das Haus. Er richtete sogleich im Strohbühnebereich ein Atelier ein. Dieses Atelier wurde im Jahre 1890 erweitert und heizbar gemacht. Das Haus besteht aus einem Wohnteil, daran schliesst sich das Tenn mit Stallungen und Wagenremise an und am anderen Ende schliesst ein Ofen und Waschhausteil an. Dieser Waschhausteil wurde 1975 zu einer Wohnung umgebaut.

Sonstiges

Ebenfalls im Südwesten befindet sich seit 1891 die Strafanstalt Witzwil mit zurzeit etwa 190 Plätzen.

Jugendheim Schlössli, ein Schulheim für Jugendliche aus sogenannt schwierigen Verhältnissen (Gründerin Ruth Seiler-Schwab, * 1919)

Einzelnachweise

  1. Statistik Schweiz – Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Kantonen, Bezirken und Gemeinden

Literatur

  • Andres Moser: Die Kunstdenkmäler des Kantons Bern, Land Band II, der Amtsbezirk Erlach Der Amtsbezirk Nidau 1. Teil. Wiese Verlag, Basel 1998, ISBN 3-909164-63-3

Film

Müeti's Kapital. Dokumentarfilm von Karoline Arn und Martina Rieder, Schweiz, 2006. 61 Min. Dialekt. Première am 10. Mai 2006 in Bern.

Weblinks


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