Konstantin Juon

Konstantin Fjodorowitsch Juon (russisch Константин Фёдорович Юон; * 12.jul./ 24. Oktober 1875greg. in Moskau; † 11. April 1958 ebenda) war ein russisch-sowjetischer Maler, Bühnenbildner und Kunsttheoretiker.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Konstantin Juon wurde in der Familie eines schweizerisch-russischen Bankangestellten in Moskau geboren. Sein Bruder Paul Juon war ein bekannter Komponist. Von 1892 bis 1898 studierte Juon an der Moskauer Kunstschule u.a. bei Konstantin Sawizki, Konstantin Korowin und Abram Archipow. Nachdem er sein Studium beendet hatte, nahm er zwischen 1898 und 1900 Privatstunden bei Walentin Serow. Bei mehreren Aufenthalten in Westeuropa kam er in Kontakt mit den Werken von Impressionisten wie Camille Pissarro, behielt aber seinen eigenen, charakteristischen Stil bei.

Im Jahr 1900 eröffnete Juon in Moskau die erste private Mal- und Zeichenschule. Später unterrichtete er an der Leningrader Akademie der Künste und dem Moskauer Surikow-Kunstinstitut. Zu seinen Schülern zählten u.a. Alexander Kuprin, Wladimir Faworski und Wera Muchina. Für das Moskauer Chudoschestwenny Teatr und das Maly Teatr entwarf er Bühnenbilder. Auch an Opernaufführungen arbeitete er mit. 1903 war Juon unter den Gründern des Russischen Künstlerverbandes (Союз русских художников) und er war Mitglied der Künstlervereinigung Mir Iskusstwa.

In der Sowjetzeit war Juon von 1948 bis 1950 Direktor des kunsttheoretischen Forschungsinstituts der Akademie der Künste und von 1956 bis 1958 Erster Sekretär des Sowjetischen Künstlerverbands. 1943 wurde er mit dem Stalin-Preis ausgezeichnet, bekam einen Leninorden und andere Auszeichnungen. Seit 1951 war er Mitglied der KPdSU. Konstantin Juon starb am 11. April 1958 in Moskau.

Werk

Konstantin Juon begann sein künstlerisches Wirken als impressionistischer Landschafts- und Genremaler mit symbolistischer Färbung. Der symbolistische Einfluss ist am deutlichsten im Zyklus Erschaffung der Welt (1908-1912), der die Schöpfungsgeschichte zum Thema hat, sowie in Der neue Planet (1921), einem Gemälde, das die Oktoberrevolution als kosmische Katastrophe darstellt.

In seine Landschaftsmalerei mischte er Elemente der Palech- und Ikonenmalerei. Juons Spätwerk war vom Sozialistischen Realismus bestimmt, so etwa Parade auf dem Roten Platz am 7. November 1941 (1949).

Literatur/Quellen

  • Борисовская, Н. А./ Гордон, Е. С. (Hrsg.): Русские художники от А до Я. Москва: Слово 2000. ISBN 5850502319. S. 210. (russisch)

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Juon — ist der Nachname folgender Personen: Paul Juon (1872 1940), russischer Komponist schweizerischer Herkunft, sowie dessen Bruder Konstantin Juon (1875 1958), russisch sowjetischer Maler Außerdem ist Juon der Titel einer Reihe von Horrorfilmen,… …   Deutsch Wikipedia

  • Konstantin Fjodorowitsch Juon — Grabstein Juons in Moskau Konstantin Fjodorowitsch Juon (russisch Константин Фёдорович Юон; * 12.jul./ 24. Oktober 1875greg. in Moskau; † 11. April …   Deutsch Wikipedia

  • Konstantin Yuon — Konstantin Fyodorovich Yuon or Juon ( ru. Константин Фёдорович Юон OldStyleDate|October 24|1875|October 12 April 11 1958) was a noted Russian painter and theatre designer associated with the Mir Iskusstva. Later, he co founded the Union of… …   Wikipedia

  • Paul Juon — Paul Juon, ca. 1908 Paul Juon (eigentlich Павел Фёдорович Юон/Pawel Fjodorowitsch Juon, * 6. März 1872 in Moskau; † 21. August 1940 in Vevey) war ein hauptsächlich in Deutschland wirkender russischer Komponist schweizerischer Abstammung. Sein… …   Deutsch Wikipedia

  • Paul Juon — ( ru. Павел Фёдорович Юон March 6 1872 ndash;August 21 1940) was a Moscow born composer and student of Anton Arenskycite web|title=Juon Biography|url=http://www.musinfo.ch/index.php?content=maske personen pers id=1133… …   Wikipedia

  • Friedhof des Neujungfrauenklosters — Der Friedhof im Winter Ein Hauptweg auf dem Nowodewitschi Friedhof mit Blick auf ein Gebäude des gleichnamigen Klosters …   Deutsch Wikipedia

  • Neujungfrauen-Friedhof — Der Friedhof im Winter Ein Hauptweg auf dem Nowodewitschi Friedhof mit Blick auf ein Gebäude des gleichnamigen Klosters …   Deutsch Wikipedia

  • Neujungfrauenfriedhof — Der Friedhof im Winter Ein Hauptweg auf dem Nowodewitschi Friedhof mit Blick auf ein Gebäude des gleichnamigen Klosters …   Deutsch Wikipedia

  • Nowodewitschi Friedhof — Der Friedhof im Winter Ein Hauptweg auf dem Nowodewitschi Friedhof mit Blick auf ein Gebäude des gleichnamigen Klosters …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Malern/J — Maler   A B C D E F G H I J K L M N O P Q R …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”