Anfal 3

Anfal 3 wurde der Entwässerungsgraben im Südirak benannt, mithilfe dessen ein einzigartiges Marschengebiet bei Amara zerstört wurde. Die austrocknenden Riedwälder wurden mit Napalm entflammt, und Batteriesäure wurde in Flüsse eingeleitet. Diese Operation hatte den Zweck, ein Rückzugsgebiet von schiitischen und islamistischen Guerilleros zu zerstören. Von 500.000 als „Marsch-Araber“ bezeichneten Einwohnern der Region blieben lediglich 20.000, der Rest wurde vertrieben, deportiert, in den Iran abgeschoben oder ermordet. Dieser Massenmord fand als Reaktion des Baath-Regimes auf die Aufstände im Südirak im Rahmen des Zweiten Golfkrieges statt, wurde aber gleichzeitig mit der Anfal-Operation in Kurdistan vorbereitet. Während der Niederschlagung der Aufstände wurde in der irakischen Armee ein Kopfgeld für getötete Frauen und Kinder in Höhe von 250 Dinar und für Männer von 5000 Dinar ausgerufen.


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