Angela Schmidt

Angela Schmid, auch Angela Schmidt (* 1936 in Stuttgart) ist eine deutsche Schauspielerin.

Die Tochter eines Musikprofessors und einer Sängerin besuchte nach dem Abitur eine Schauspielschule. Ihr erstes Engagement erhielt sie in Krefeld. Dort spielte sie Hedwig in Die Wildente, worauf sie Gustaf Gründgens noch während der Spielzeit 1959/60 an das Schauspielhaus in Hamburg verpflichtete.

Dort verkörperte sie Lesbia in Hebbels Gyges und sein Ring, Gustchen in Lenz/Brechts Der Hofmeister und Desdemona in Othello. 1963 wechselte sie an das Staatstheater Kassel, 1964 zum Schauspielhaus Köln. Hier war sie als Viola in Was ihr wollt, Gretchen in Faust, Katrin in Mutter Courage und ihre Kinder, in der Titelrolle von Strindbergs Fräulein Julie und als Zoe in Saunders' Ein Duft von Blumen zu sehen.

1968 kehrte sie an das Hamburger Schauspielhaus zurück, wo sie bis 1986 blieb. Hier gehörten zu ihren Rollen Amalia in Die Räuber, Luise in Kabale und Liebe, Marie in Clavigo und Marie in Woyzeck. Sie wirkte in drei Uraufführungen von Stücken Thomas Bernhards mit, nämlich als Johanna in Ein Fest für Boris (1970), Königin der Nacht in Der Ignorant und der Wahnsinnige (1972) sowie in Über allen Gipfeln ist Ruh (1982).

1983 trat sie im Rahmen eines Gastvertrages im Thalia Theater als Michaline in Hauptmanns Michael Kramer auf. Regie führte Rudolf Noelte, mit dem sie häufig zusammenarbeitete. 1986 ging sie an das Schauspielhaus Bochum, wo sie mehrmals unter der Regie von Andrea Breth auf der Bühne stand. 1992 folgte sie Breth an die Schaubühne in Berlin.

Gastspiele führten Angela Schmid zu den Salzburger Festspielen als Octavia in Shakespeares Antonius und Cleopatra und an verschiedene andere Theater. Bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen sah man sie 1997 als Frau Alving in Ibsens Gespenster. 2003 stand sie als morphiumsüchtige Mary Tyrone in Eugene O'Neills Eines langen Tages Reise in die Nacht am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg auf der Bühne.

Beim Fernsehen übernahm Angela Schmid nur sporadisch einige Rollen. In dem dokumentarischen Spielfilm Der Fall Bachmeier – Keine Zeit für Tränen war sie als Freundin der Hauptdarstellerin zu sehen.

Filmografie

  • 1961: Das Leben des Galilei
  • 1962: Annoncentheater. Ein Abendprogramm des Deutschen Fernsehens im Jahre 1776
  • 1963: Wassa Schelesnowa
  • 1972: Der Ignorant und der Wahnsinnige
  • 1974: Die Jungfrau von Orleans
  • 1976: Der Menschenfeind
  • 1977: Frauen in New York
  • 1980: Berlin Alexanderplatz (Mehrteiler)
  • 1981: Der Schatz des Priamos
  • 1982: Tränen im Kakao
  • 1982: Tatort (Serie, 2 Folgen)
  • 1983: Über allen Gipfeln ist Ruh'
  • 1984: Michael Kramer
  • 1984: Der Fall Bachmeier – Keine Zeit für Tränen
  • 1989: Molle mit Korn (Serie)
  • 1998: Nachspiel
  • 2001: Bella Martha

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