Angelika Kirchschlager
Angelika Kirchschlager bei der Eröffnung der Wiener Festwochen 2008.

Angelika Kirchschlager (* 24. November 1965 in Salzburg) ist eine österreichische Sängerin (Mezzosopran).

Inhaltsverzeichnis

Leben und künstlerisches Wirken

Angelika Kirchschlager wurde in kurzer Zeit zu einem der meistgefragten Mezzosoprane. Sie ist auf allen großen Opernbühnen der Welt zu hören, wirkt aber auch als Lied- und Oratorieninterpretin. Mehr noch als durch ihre warm timbrierte Mezzostimme, mit stupender Technik geführt, besticht sie durch die Intelligenz ihres Liedvortrags und die Gestaltungskraft ihrer Bühnenrollen. Sie schöpft bei jedem Auftritt das ihr gegebene Potenzial voll aus, geht aber nie über ihre Grenzen und beschränkt ihr Repertoire entsprechend.

Ihre musikalische Ausbildung begann am Mozarteum in Salzburg. Dort studierte sie Schlagzeug und Klavier, ging dann 1984 an die Wiener Musikakademie. Sie studierte Gesang u.a. bei Gerhard Kahry und Walter Berry. Erste Engagements führten sie an die Kammeroper Wien und noch im letzten Jahr ihres Gesangsstudiums an die Grazer Oper.

1991 gewann sie drei Preise bei dem renommierten International Belvedere Wettbewerb in Wien und wurde 1993 Mitglied der Wiener Staatsoper. Mit der Rolle des Cherubino in Le nozze di Figaro debütiert die lyrische Mezzosopranistin.

2002 sang sie die Titelpartie in der Uraufführung von Sophie's Choice des britischen Komponisten Nicholas Maw am Royal Opera House in London. Bei den Salzburger Festspielen debütierte sie 2003 in einer Neuproduktion von Hoffmanns Erzählungen und sang dort ein Jahr später den Octavian im Rosenkavalier. 2006 erarbeitete sie bei den Salzburger Osterfestspielen mit deren Leiter Sir Simon Rattle die Melisande in Debussys Pelléas et Mélisande.

Kirchschlager hat mit vielen angesehenen Dirigenten wie Claudio Abbado, Bertrand de Billy, Sir Colin Davis, John Eliot Gardiner, Christopher Hogwood, James Levine, Kurt Masur, Riccardo Muti, Kent Nagano, Seiji Ozawa, Kurt Sanderling, Donald Runnicles, Sir Simon Rattle zusammengearbeitet. Sie gibt regelmäßig Liederabende und ist ständiger Gast der Schubertiade Schwarzenberg. Ihr bevorzugter Begleiter am Klavier ist Helmut Deutsch.

Aufgetreten ist Kirchschlager bislang an Häusern wie der Mailänder Scala, dem Royal Opera House in London, der Metropolitan Opera in New York, der Opéra de Paris, der Wiener und Münchner Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, der San Francisco Opera, im Salle Pleyel und in der Cité de la Musique in Paris, in Avery Fisher und Carnegie Hall in New York, der Boston Symphony Hall und dem Barbican Centre und Wigmore Hall in London.

Angelika Kirchschlager hat ab 2007 eine Gastprofessur für zwei Jahre am Mozarteum Salzburg. Sie wird ihre Erfahrung auf den Gebieten Rezitativ, Lied- und Ensemblesingen weitergeben.

Im Juni 2007 wurde sie zur Kammersängerin ernannt.

Kirchschlager lebt mit ihrer Familie in Wien.

Opernrollen (Auswahl)

Diskografie

  • Mahler, Alma Mahler & Korngold, Lieder - mit Helmut Deutsch (1997)
  • When Night Falls. Wiegenlieder - mit Helmut Deutsch, Yuri Bashmet, Miguel Llobet, Roger Vignoles, John Williams und Steven Mercurio (1999)
  • Berlioz, Huit Scenes de Faust Op. 1 - mit Jean-Paul Fouchécourt, Frédéric Caton und dem Orchestre Philharmonique de Radio-France Yutaka Sado (2000)
  • Wiener-Lieder aus dem Kremser Album - mit den Philharmonia Schrammeln (2002)
  • Bach, Missa in h-Moll - mit Barbara Bonney, John Mark Ainsley, Alistair Miles und dem Saito Kinen Orchestra unter Seiji Ozawa (2002)
  • Vergnügte Ruh. Bach-Arien - mit dem Venice Baroque Orchestra (2003)
  • Mozart, Le nozze di Figaro - mit Véronique Gens, Patrizia Ciofi, Lorenzo Regazzo, Simon Keenlyside und Concerto Köln unter René Jacobs (2004)
  • First Encounter. Duette von Mendelssohn Bartholdy, Mendelssohn-Hensel, Schumann, Brahms, Dvorák - mit Barbara Bonney und Malcolm Martineau (2004)
  • Women's lives and loves. Lieder und Duette - mit Felicity Lott und Graham Johnson (2006)
  • Händel, Arien aus "Ariodante", "Giulio Cesare" und "Arianna", mit dem Basler Kammerorchester (2006)
  • Dein ist mein ganzes Herz. Operettengesänge - mit Simon Keenlyside und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich 2007
  • Weihnachtslieder - mit Helmut Deutsch und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich (2007)
  • Schumann, Lieder - mit Helmut Deutsch (2010)
  • Mahler, Lieder - mit Helmut Deutsch (2010)
  • Brahms, Lieder - mit Graham Johnson (2010)
  • Wolf & Strauss, Lieder - mit Roger Vignoles (2010)
  • Joseph Marx, Lieder - mit Anthony Spiri (2010)
Siehe auch: Julius Drake

Videografie

  • Mozart, Così fan tutte - mit Barbara Frittoli, Monica Bacelli, Michael Schade, Bo Skovhus & Alessandro Corbelli - Wiener Staatsoper 1996 - Riccardo Muti - Regie Roberto de Simone
  • Mozart, Don Giovanni - mit Adrianne Pieczonka, Anna Caterina Antonacci, Michael Schade, Carlos Alvarez, Ildebrando d'Arcangelo & Lorenzo Regazzo - Wiener Staatsoper 1999 - Riccardo Muti - Regie Roberto de Simone
  • Maw, Sophie's Choice - mit Gordon Gietz, Rodney Gilfry & Dale Duesing - Royal Opera House, London 2002 - Sir Simon Rattle - Regie Trevor Nunn
  • Strauss, Der Rosenkavalier - mit Adrianne Pieczonka, Miah Persson, Franz Grundheber & Franz Hawlata - Salzburger Festspiele 2004 - Semyon Bychkov - Regie Robert Carsen
  • Händel, Giulio Cesare - mit Danielle de Niese, Sarah Connolly, Patricia Bardon & Christopher Maltman - Orchestra of the Age of Enlightenment - Glyndebourne Festival 2005 - William Christie
  • Mozart, Le nozze di Figaro - mit Annette Dasch, Rosemary Joshua, Pietro Spagnioli & Luca Pisaroni - Concerto Köln - Théâtre des Champs-Élysées 2005 - René Jacobs - Regie Jean-Louis Martinoty
  • Humperdinck, Hänsel und Gretel - mit Diana Damrau, Elizabeth Connell, Anja Silja & Sir Thomas Allen - Royal Opera House, London 2008 - Simon Toyne - Regie Moshe Leiser & Patrice Caurier

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