Angelina Maccarone

Angelina Maccarone (* 21. August 1965 in Pulheim bei Köln) ist eine deutsche Filmregisseurin und Drehbuchautorin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Maccarone wurde als Tochter italienischer Gastarbeiter geboren. Ursprünglich strebte Maccarone eine Karriere im Musikbereich an. Bereits im Alter von 14 Jahren begann sie Songtexte zu schreiben. Nach Beendigung der Schulzeit verfasste sie diverse Texte, die sie unter anderem an Udo Lindenberg und die heute nicht mehr bestehende Hamburger Band Roh verkaufte. 1985 siedelte sie nach Hamburg über und absolvierte ein Studium der Germanistik und Amerikanistik mit Schwerpunkt im Medienbereich. Ihre Magisterarbeit in Germanistik unter dem Titel „Eine Mainstream-Lesben-Komödie und ihre kultur- und filmhistorischen Voraussetzungen“ behandelt den Erfolg ihres ersten eigenen, 1995 entstandenen Films Kommt Mausi raus?!. Drehbücher schreibt sie seit 1992. Im Rahmen einer vom MEDIA-Programm der Europäischen Union unterstützten Trainingsinitiative für junge Talente durfte sie 2003 am Entwicklungs- und Script-Programm des griechischen Mediterranean Film Institute (MFI) teilnehmen.

Maccarone hat Lehraufträge als Dozentin für Drehbuch in den USA und ist Dozentin für Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.

Als Kamerafrau ihrer Filme ist überwiegend Judith Kaufmann tätig; die Musik für ihre Filme komponiert meist der wie sie aus Pulheim stammende Jakob Hansonis.

In Verbindung mit dem von ihr geschriebenen und inszenierten Tatorts Wem Ehre gebührt kam es im Dezember 2007 zu heftigen Protesten der alevitischen Gemeinde in Deutschland; am 30. Dezember demonstrierten mehr als 20.000 Aleviten in Köln gegen die Ausstrahlung des Films.[1][2][3][4]

Filmografie

Auszeichnungen (Auswahl)

  • Kommt Mausi raus?!: Das Treatment (Kurzdrehbuch) zu dem Film erhielt 1992 den Preis der Kulturbehörde Hamburg. Der Fernsehfilm wurde 1995 für den Telestar nominiert.
  • Ein Engel schlägt zurück: 1998 „Best Fiction Program“ der Cologne Conference, gezeigt bei mehreren Filmfestivals (u.a. Filmfest London)
  • Alles wird gut: gezeigt auf bisher 30 nationalen und internationalen Festivals, dabei ausgezeichnet unter anderem mit Zuschauerpreisen in New York, Paris, beim „L.A. Outfest“ in Los Angeles und beim „Toronto Inside Out Lesbian and Gay Film and Video Festival“.
  • Fremde Haut: Hessischer Filmpreis, 2005; Beste Filmerzählung („Best Narrative Feature“) beim Seattle Film Festival 2005; Großer Jurypreis des Image Nation Film Festival Montreal 2005. Beim Cyprus International Film Festival 2006 erhielt er als „Bester Film“ die Goldene Aphrodite, Angelina Maccarone den Preis „Best Director“ und die Hauptdarstellerin Jasmin Tabatabai die Auszeichnung „Beste Spielfilm-Darstellerin“. 2006 wurde Jasmin Tabatabai für ihre Rolle nominiert zum Deutschen Filmpreis in der Kategorie Darsteller. Nominiert wurde der Film außerdem für den „Crystal Globe“ des Filmfestival Karlovy Vary 2005.
  • Verfolgt: Hauptpreis Goldener Leopard beim Internationalen Filmfestival von Locarno in der neugeschaffenen Sektion „Cinema du présent“/„Cineasti del Presente“ (Kino der Gegenwart). Teilnahme an weiteren Filmfestivals (u. a. Filmfest Hof)
  • Vivere: „Artistic Achievement Award“, Los Angeles; gezeigt bei mehreren Filmfestivals (u.a. Tribeca Film Festival New York, Festival des deutschen Films Ludwigshafen, Eröffnungsfilm zum Filmkongress Köln, Filmfestival Karlovy Vary)

Literatur

Siehe auch

Nachweise

  1. Offizielle Stellungnahme der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V.
  2. „Aleviten demonstrieren gegen "Inzest"-Tatort“, Spiegel Online, 27. Dezember 2007
  3. „Regisseurin verteidigt Inzest-Krimi“, Spiegel Online, 27. Dezember 2007
  4. „Köln: Mehr als 20.000 Aleviten demonstrieren gegen "Tatort"-Folge“, DLF, 30. Dezember 2007, 18°°

Weblinks


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