Kraftwerk Duisburg-Walsum
Kraftwerk Walsum, im Vordergrund der Südhafen Walsum, im Hintergrund das Kraftwerk Voerde
Kraftwerk Walsum im Jahr 2010 mit fertiggestelltem Block 10
Kraftwerk Walsum
Kraftwerksneubau der Steag im März 2008

Das Kraftwerk Duisburg-Walsum ist ein Steinkohlekraftwerk im Duisburger Stadtteil Walsum

Inhaltsverzeichnis

Daten

Das Heizkraftwerk Walsum hat eine installierte Leistung von 560[1] Megawatt (MW) und liegt auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Walsum. Der neue, vermutlich im III. Quartal 2013 fertig gestellte Block 10, sollte eine Leistung von zusätzlichen 750 MW haben. Der Betreiber ist inzwischen die zur Evonik Industries gehörende Steag; die EVN AG hält einen 49 %-Anteil an Block 10. [2] Wien Energie hat ein Strombezugsrecht am Block 10 in der Höhe von 19% oder 150 MW. [3] Im gleichen Bauabschnitt entstand der neue, 181 Meter hohe Kühlturm. Der Schornstein ist mit 300 Metern Höhe einer der höchsten Schornsteine Deutschlands.

Das Kraftwerk liefert nicht nur Strom, sondern auch Prozessdampf für die Papierfabrik der Norske Skog sowie Fernwärme, Strom und Druckluft für die Fernwärmeschiene Niederrhein und - bis zu deren Stilllegung im Jahre 2008 - auch für die Zeche Walsum.

Jährlich produziert das Kraftwerk, ohne Berücksichtigung des zusätzlichen Block 10, aus etwa 930.000 Tonnen Steinkohle ungefähr 2,2 Mrd. kWh Strom, 33 Mio. kWh Fernwärme, 500.000 t Prozessdampf und 250 Mio. m3 Druckluft. Das Kraftwerk gilt deshalb als besonders effizient. Ein Kohlelager mit einem Fassungsvermögen von 34.000 t gleicht Liefer- und Verbrauchsschwankungen aus. Kohleantransport und Ascheabtransport erfolgen über den Nordhafen Walsum.

Geschichte

Am Standort Duisburg-Walsum wurde 1928 eine Kraftwerksanlage zur Deckung des Bedarfs der Zeche Walsum an Dampf errichtet. 1957 wurde es um einen Kraftwerksblock (Block 6) mit 68 MW erweitert, 1959 und 1960 folgten zwei Kraftwerksblöcke (Block 7 und 8) mit je 150 MW. 1988 ersetzte Block 9 mit einer elektrischen Leistung von 410 MW und einer Fernwärmeleistung von 980 MW die Blöcke 6 und 8.

Mit dem Bau des Blocks 10 wurde 2007 begonnen; die ursprünglich für Anfang 2010 geplante Inbetriebnahme verzögerte sich wegen ca. 3.000 undichter Schweißnähte. Der Probebetrieb [4] musste im Mai 2011 wegen erneuter Undichtigkeiten im Verdampferteil des Kessels unterbrochen werden. Schweißtechnische Probleme[5] mit einem neuen, für höhere Drücke und Temperaturen entwickelten niedrig legierten Stahl Werkstoff 7CrMoVTiB10-10 mit der Werksbezeichnung T24,[6] der bainitisches Gefüge mit stark variierenden Korngrössen hat, machen einen Austausch durch bewährte Stählen wie z.B. den X20CrMoV12-1 notwendig, da beim T24 starke innere Korrosionszonen, in der unkorrodiertes Material neben FeCr2O4 bis tief in das Grundmaterial, auftreten. Die Steag hat bei der Bezirksregierung Düsseldorf die entsprechende Genehmigung beantragt. Wann das Kraftwerk in Betrieb gehen kann ist nunmehr unklar. Der Betrieb wird für Ende 2013 angestrebt. [7][8]

Siehe auch

Liste der Kraftwerke

Einzelnachweise

  1. Evonik.de Leistungsdaten HKW Walsum
  2. [1] Pressemeldung der EVN AG Stand 20 Dezember 2010
  3. Wien Energie, Geschäftsbericht 08/09 Seite 47
  4. [2] Webseite des Kraftwerkbetreibers STEAG Energy Services
  5. vdi-nachrichten.com 1500 Fehlstellen an Schweißnähten: Beizen schwächte Schweißnähte im Kraftwerk
  6. Daniela Hünert: Korrosionsprozesse und Aufkohlung von ferritisch-martensitischen Stählen in H2O-CO2 Atmosphären; Seite 29
  7. derwesten.de Steag baut neuen Stahl im Kraftwerk Walsum wieder aus
  8. derwesten.de: Kessel am neuen Kraftwerk Walsum wieder undicht

Weblinks

 Commons: Kraftwerk Duisburg-Walsum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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