Angelpoise
Anglepoise 1227
Anglepoise.

"Anglepoise tasklight 1933/34" ist der Name einer Leuchte, die von dem englischen Industriedesigner George Carwardine (1887-1948) entworfen wurde. Sein Grundgedanke war, eine flexibel einsetzbare Arbeitsleuchte zu konstruieren. Das Prinzip der Anglepoise entspricht den Bewegungen eines menschlichen Armes: mit Hilfe dreier Federn, die diese fragile statische Meisterleistung in Balance halten, war die Mutter aller Federzug-Leuchten geboren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Es galt zuerst, einen geeigneten Produzenten für seine Idee zu suchen. Carwardine kannte sich als Spezialist für Stoßdämpfersysteme im Autobau gut aus und erläuterte seine Idee dem Familienbetrieb Herbert Terry & Sons (Redditch, UK), der Hersteller von Federn und Stoßdämpfern war. Die Zusammenarbeit war unter Einreichung mehrerer Patente erfolgreich, bis 1933 die erste ANGLEPOISE (Modell 1208) auf den Markt kam. Lange Zeit blieb die ANGLEPOISE für den großen Markt verborgen: Eine Leuchte, die sich zusammenzieht wie eine Giraffe, erregt keine Aufmerksamkeit. Unterdessen fand das System der Anglepoise viele Nachahmer, die sie in Lizenz veränderten, modernisierten, verschönerten. 1993 war Schluss damit. Ray Terry - ein Nachfahr der Terrys - investierte viel Geld in die Auferstehung der einst für Werkhallen konzipierten ANGLEPOISE 1227. Bis dahin war sie schon längst zur stilvollen Design-Ikone avanciert (nicht selten zu sehen in Werbung oder Spielfilmen).

Die Firma TECTA vertrieb sie in einer für den europäischen Markt angeglichenen Ausführung bis vor Kurzem. Derzeit gibt es das aus 98 Einzelteilen bestehende Original auch als überdimensionale Stehlampe auf Rollen. Für gut erhaltene, im Originalzustand belassene Leuchten werden mittlerweile höchste Liebhaberpreise gezahlt.

1992 wurde die ANGLEPOISE von 50 britischen Industriedesignern mit der Frage nach der bedeutendsten Leuchte aller Zeiten auf den ersten Platz gesetzt.

Besonderheiten

Diese erste Ausführung zeichnete sich durch einen runden Tellerfuß aus. Der Schirm war mehr ein Leuchtkörperschutz als ein Strahler. Die zweite Version, Modell 1227, bekam eine quadratische Standfläche im Pyramidenaufbau. Die dem Art Déco gerecht werdende Form hatte aber auch einen praktischen Hintergrund: Eine runde Form stellt man auf seiner Arbeitsfläche irgendwohin, während sich eine Quadratische gerne an die Tischflächenbegrenzung hält. Der Reflektor nahm inzwischen eine Halbkugelform an. Der typische Kopfschalter aus Bakelit über der Fassung wurde bis heute beibehalten. Wie der Prototyp, Modell 1208, folgte auch sie dem Motto: "It moves by a fingertip" (sie gehorcht jedem Druck der Fingerspitzen).

Literatur

  • Wilhelm Gerster: Moderne Beleuchtungssysteme für drinnen und draussen. 1. Auflage, Compact Verlag, München, 1997, ISBN 3-8174-2395-0

Weblinks


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