Kreis Bergstraße
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Bergstraße Deutschlandkarte, Position des Kreises Bergstraße hervorgehoben
49.6407128.64433
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Verwaltungssitz: Heppenheim (Bergstraße)
Fläche: 719,54 km²
Einwohner:

262.650 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 365 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HP
Kreisschlüssel: 06 4 31
Kreisgliederung: 22 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Gräffstraße 5
64646 Heppenheim
Webpräsenz: www.kreis-bergstrasse.de
Landrat: Matthias Wilkes (CDU)
Lage des Kreises Bergstraße in Hessen
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Über dieses Bild

Der Kreis Bergstraße ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen. Nachbarkreise sind im Norden die Landkreise Groß-Gerau und Darmstadt-Dieburg, im Osten der Odenwaldkreis und im Süden der baden-württembergische Rhein-Neckar-Kreis und der Stadtkreis Mannheim. Im Westen bildet der Rhein die natürliche Grenze zu Rheinland-Pfalz. Links des Rheins grenzt der Kreis kurz an den Landkreis Alzey-Worms, an die kreisfreie Stadt Worms und an den Rhein-Pfalz-Kreis. Er ist Bestandteil zweier Metropolregionen: Rhein-Main und Rhein-Neckar.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ein Teil des Kreises liegt im Odenwald, der andere befindet sich in der Oberrheinischen Tiefebene und gehört zum Teil zum Hessischen Ried. Die beiden Städte Hirschhorn und Neckarsteinach im Neckartal sowie die Gemarkung Michelbuch haben keine direkte Verbindung zum restlichen Kreisgebiet und bilden eine Exklave.

Namensgebend ist die Bergstraße, eine touristische Route, die von Darmstadt nach Süden bis nach Wiesloch in Baden-Württemberg führt. Der nördliche Teil dieser Strecke führt durch den Kreis Bergstraße.

Geschichte

Das Gebiet des Kreises Bergstraße gehörte vor 1800 größtenteils zu Kurmainz, teilweise zur Kurpfalz, der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und der Grafschaft Erbach-Schönberg. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 kam es an Hessen-Darmstadt, dem späteren Großherzogtum Hessen in die Provinz Starkenburg. Die Verwaltungseinheiten waren zunächst die Ämter Bensheim, Fürth, Gernsheim, Heppenheim, Hirschhorn, Kürnbach (Wimpfen), Lampertheim, Lindenfels, Lorsch, Pfungstadt, Schönberg, Seeheim, Wald-Michelbach, Wimpfen und Zwingenberg. 1821 wurden statt der Ämter nun Landratsbezirke eingesetzt. Diese waren die Vorläufer der Kreise. Im Bereich des heutigen Landkreises Bergstraße wurden die Landratsbezirke Bensheim, Heppenheim, Lindenfels und Hirschhorn, sowie Wimpfen mit Amt Kürnbach als Exklave in Baden gebildet. Dabei wurden einige Orte an benachbarte Landratsbezirke abgegeben.
Nach der am 20. August 1832 bekanntgegebenen Neugliederung sollte es in Süd-Starkenburg künftig nur noch Kreise, nicht mehr Landratsbezirke, und zwar den Kreis Bensheim und den Kreis Lindenfels geben. Heppenheim war zur Eingliederung in den Kreis Bensheim vorgesehen, sein Landratsbezirk sollte an den Kreis Bensheim fallen. Noch vor dem Inkrafttreten der Verordnung zum 15. Oktober 1832 wurde diese aber dahingehend revidiert, dass statt des Kreises Lindenfels neben dem Kreis Bensheim der Kreis Heppenheim als zweiter Kreis gebildet, die Stadt Heppenheim mithin nicht in den Kreis Bensheim eingegliedert wurde. Der Landratsbezirk Wimpfen blieb selbständiger Verwaltungsbezirk.
Am 31. Juli 1848 wurden die beiden Kreise Bensheim und Heppenheim dann zum Regierungsbezirk Heppenheim zusammengeschlossen. Der Landratsbezirk Wimpfen kam zum Regierungsbezirk Erbach. Diese Verwaltungsreform dauerte jedoch nur knapp vier Jahre, denn am 12. Mai 1852 wurde die Zusammenlegung wieder aufgehoben. Dabei entstand wieder der Kreis Lindenfels und der neue Kreis Wimpfen, die 1874 aber endgültig aufgelöst wurden und den Kreisen Bensheim und Heppenheim zugeschlagen wurden.

Nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage im nunmehrigen Volksstaat Hessen (ab 1918) und der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen brachte das Jahr 1938 eine Überprüfung der Kreisgrenzen. Am 1. November 1938 wurde in Hessen eine einschneidende Gebietsreform durchgeführt. In jeder der drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen wurde jeweils ein Kreis aufgelöst. In Starkenburg war davon der Kreis Bensheim betroffen. Dieser wurde zum größten Teil dem Kreis Heppenheim zugeschlagen, der auch zum Rechtsnachfolger des Kreises Bensheim wurde. Lampertheim, Biblis, Bürstadt und Hofheim wurden an den Landkreis Worms in der Provinz Rheinhessen abgegeben. Die neue Verwaltungseinheit wurde in Landkreis Bergstraße umbenannt.[2]

Bis 1945 gehörte außerdem das baden-württembergische Bad Wimpfen als Exklave zum Kreis Bergstraße. Nach 1945 wurden die rechtsrheinischen Gebiete des Landkreises Worms und der Stadt Worms in den Landkreis Bergstraße eingegliedert.
Bei der Gebietsreform in Hessen[3] ab 1972 wurde der Kreis Bergstraße nochmals geringfügig verändert: Die Gemeinde Laudenau ging nach einer Bürgerbefragung an den Odenwaldkreis und wurde Ortsteil von Reichelsheim (Odenwald).[4]

Einwohnerzahlen

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen im Kreis Bensheim, Kreis Heppenheim und Landkreis Bergstraße[5]:

Jahr Kreis Bensheim Kreis Heppenheim Jahr Landkreis Bergstraße
1900 55.916 47.083 1939 97.105
1910 65.760 51.909 1950 170.373
1925 72.863 55.087 1969 226.100
1933 78.917 59.000 1990 248.500

Politik

Kreistag

Kommunalwahl im Kreis Bergstraße 2011
 %
50
40
30
20
10
0
36,8%
29,2%
19,4%
5,1%
3,8%
2,3%
2,2%
1,3%
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,5%
-4,8%
+11,4%
+0,5%
-1,8%
-0,9%
-0,1%
+1,3%
Anmerkungen:
g 2006: WASG

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[6]

Parteien und Wählergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,8 30 42,3 34 43,2 35
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,2 23 34,0 28 38,8 31
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 19,4 16 8,0 6 7,3 6
FWG Freie Wählergemeinschaft Kreis Bergstraße 5,1 4 4,6 4 5,7 5
FDP Freie Demokratische Partei 3,8 3 5,6 4 4,5 4
REP Die Republikaner 2,3 2 3,2 3
LINKE Die Linke 2,2 2 - - - -
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 1,3 1 - - - -
WASG Arbeit & soziale Gerechtigkeit – Die Wahlalternative - - 2,3 2
Gesamt 100,0 81 100,0 81 100,0 81
Wahlbeteiligung in % 49,3 46,0 52,0

Seit den Kreistagswahlen 2001 regierte eine Mehrheitskoalition aus CDU, FDP und FWG, die die zuvor regierende große Koalition ablöste. 2011 verlor diese Koalition die Mehrheit und wurde durch ein Bündnis von CDU und Grünen abgelöst.

Landräte

Matthias Wilkes, seit 2003 Landrat des Kreises Bergstraße
Name Partei Amtszeit
Walther Nanz NSDAP 1939 bis 1945 (Ernannt)
Gustav König Parteilos 1945 (Ernannt)
Wilhelm Dengler SPD 1945 bis 1946
Hans Steinmetz CDU 1946 bis 1948
Wilhelm Dengler SPD 1948 bis 1951
Ekkehard Lommel SPD 1951 bis 1976
Lothar Bergmann SPD 1976 bis 1982
Franz Hartnagel CDU 1982 bis 1985
Dietrich Kaßmann SPD 1985 bis 1997
Norbert Hofmann SPD 1997 bis 2003 (Direktwahl)
Matthias Wilkes CDU seit 2003 (Direktwahl)

Die Wahlzeit der Landräte ist im Hessischen Kommunalwahlrecht geregelt und beträgt sechs Jahre. Die nächste Landratswahl findet im März 2015 statt.

Wappen

Landkreiswappen des Landkreises Kreis Bergstraße

Blasonierung: „Geviert; rechts oben in Blau ein silberner Zinnenturm auf silbernem Berg, links oben in Silber eine rote fünfblättrige Blüte mit goldenen Butzen, rechts unten in Silber ein rotes Nagelspitzkreuz und links unten in Blau der hessische Löwe.“

(Wappen-Genehmigung 27. Oktober 1954)

Der silberne Zinnenturm stellt die Starkenburg dar, eine der ehemals wichtigsten Befestigungen der Region (heute Ruine). Die rote fünfblättrige Blüte steht für die Blütenvielfalt im Frühling. Das Nagelspitzkreuz ist das Wappen des Klosters Lorsch.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Karte des Kreises Bergstraße

Die Bergstraße ist eine Tourismusregion. Bei dem recht milden Klima werden aber auch Tabak, Spargel und Wein angebaut. Bedeutende Sehenswürdigkeiten sind das Felsenmeer im Lautertal, die karolingische Königshalle des ehemaligen Klosters Lorsch (seit 1991 UNESCO Weltkulturerbe), die Starkenburg bei Heppenheim, das Auerbacher Schloss sowie der Staatspark Fürstenlager bei Bensheim-Auerbach.

An der Bergstraße sind international agierende Unternehmen wie BASF (ehemals Ciba, Lampertheim), IXYS Semiconductor (Lampertheim), Langnese-Iglo (Heppenheim), SAP SI (Bensheim), Sirona (Bensheim), Suzuki (Bensheim) und Tyco Electronics (Bensheim) angesiedelt.

Verkehr

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 5 (Heidelberg–Darmstadt), 6 (Kaiserslautern–Heilbronn), 67 (Mannheim–Darmstadt) und 659. Ferner wird das Kreisgebiet von mehreren Bundesstraßen und Kreisstraßen erschlossen, darunter die B 3 (Heidelberg–Darmstadt), die B 37, B 38 (Saukopftunnel), B 44, B 47 und B 460.

Der öffentliche Personennahverkehr im Kreis ist gemeinsam mit den anderen Landkreisen des Rhein-Neckar-Dreiecks im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) organisiert. Für Fahrten aus dem Landkreis heraus in die angrenzenden Landkreise in Hessen gelten auch die Tarife des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV).

Städte und Gemeinden

Groß-Rohrheim Zwingenberg (Bergstraße) Biblis Viernheim Lampertheim Bürstadt Einhausen (Hessen) Lorsch Bensheim Lautertal (Odenwald) Lindenfels Heppenheim (Bergstraße) Heppenheim (Bergstraße) Fürth (Odenwald) Grasellenbach Rimbach (Odenwald) Mörlenbach Wald-Michelbach Birkenau (Odenwald) Abtsteinach Gorxheimertal Hirschhorn (Neckar) Neckarsteinach Michelbuch (gemeindefreies Gebiet) Rheinland-Pfalz Baden-Württemberg Kreis Groß-Gerau Landkreis Darmstadt-Dieburg OdenwaldkreisMunicipalities in HP.svg
Über dieses Bild

(Einwohner am 31. Dezember 2010[7])

Städte

  1. Bensheim (39.729)
  2. Bürstadt (15.541)
  3. Heppenheim (Bergstraße) (25.266)
  4. Hirschhorn (Neckar) (3585)
  5. Lampertheim (31.337)
  6. Lindenfels (5001)
  7. Lorsch (13.041)
  8. Neckarsteinach (3752)
  9. Viernheim (32.601)
  10. Zwingenberg (6731)

Gemeindefreies Gebiet

  1. Michelbuch (Wohnbevölkerung gehört zur Stadt Neckarsteinach)

Gemeinden

  1. Abtsteinach (Sitz: Ober-Abtsteinach) (2432)
  2. Biblis (8757)
  3. Birkenau (10.029)
  4. Einhausen (6115)
  5. Fürth (10.669)
  6. Gorxheimertal (Sitz: Unter-Flockenbach) (3985)
  7. Grasellenbach (Sitz: Hammelbach) (3703)
  8. Groß-Rohrheim (3709)
  9. Lautertal (Odenwald) (Sitz: Reichenbach) (7082)
  10. Mörlenbach (10.140)
  11. Rimbach (8530)
  12. Wald-Michelbach (10.915)

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
  2. Land Hessen 1939 Verwaltungsstruktur, Stand 10. Mai 2008
  3. Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Bergstraße vom 11. Juli 1972 , GVBl. I S. 222
  4. Laudenau, Webseite „Zum Laudenauer Tal“, Gasthof und Pension
  5. Land Hessen Landkreis Bergstraße
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Kreiswahl
  7. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010

Literatur über den Kreis Bergstraße

  • Einsingbach, W.: Die Kunstdenkmäler des Landes Hessen: Kreis Bergstrasse. Im Auftrag des Hessischen Kultusministers herausgegeben vom Landeskonservator von Hessen. Deutscher Kunstverlag Berlin 1969.
  • Hess, U.: Blüten, Reben, Drachenblut. Der Kreis Bergstraße. Diesbach Medien Weinheim 2008. ISBN 978-3-936468-41-0
  • Kopetzky, Friedrich, Hans Todt und Reinhard Büge: Kreis Bergstraße - Land an Rhein und Neckar. Kreisausschuß des Kreises Bergstraße in Heppenheim, 1986.
  • Kreisverwaltung des Kreises Bergstraße (Hrsg.): Kreis Bergstraße- Landschaft und Natur, Freizeit und Kultur, Wirtschaft und Soziales. Deutsche Landkreise im Portrait. Oldenburg Kommunikation & Wirtschaft 2004. ISBN 3883632317

Weblinks

 Commons: Kreis Bergstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bergstraße – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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