Angermuseum (Erfurt)
Das Angermuseum im März 2007 (nach Beginn der Bauarbeiten)

Das Angermuseum in Erfurt ist ein 1886 auf Initiative der Bürgerschaft gegründetes städtisches Museum in der Erfurter Waage und befindet sich in der Innenstadt am Anger 18. Es baute seine Gemäldesammlung auf dem ihm übertragenen Nachlass von Friedrich Nerly dem Älteren auf.

1912 übernahm der spätere Reichskunstwart Edwin Redslob das Museum, dann Walter Kaesbach. Seine Blütezeit erlebte das Museum in den Zwanziger Jahren unter dem langjährigen Direktor Dr. Herbert Kunze.

Heute wird das Museum von der Vereinigung der Erfurter Museumsfreunde e.V. und dem Verein für Kunst und Kunstgewerbe mitgetragen und besitzt neben der Gemäldegalerie ausgedehntes graphisches und kunsthandwerkliches Material sowie eine umfangreiche Sammlung mittelalterlicher Kunst mit Werken aus der Blütezeit der Erfurter Kunst in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, darunter vier Altartafeln der Augustinerkirche und Sandsteinskulpturen aus der Werkstatt des Meisters des Severinsarkophags. Acht Tafelgemälde, darunter die kleine Tafel Christus als guter Hirte (um 1540/50) sowie die Gemälde Lasset die Kindlein zu mir kommen (um 1535) und Heilige Nacht (um 1540), und ein Flügelaltar werden Cranach und der Cranach-Werkstatt zugeschrieben.

Im Erdgeschoss des Museums befindet sich der Heckelraum - ein kleiner, gewölbter Raum, den Erich Heckel 1922 bis 1924 auf Einladung des Angermuseums ausmalte. Die von Heckel geschaffenen Wandmalereien, die nachträglich den Titel Lebensstufen erhielten, gelten als die wichtigsten erhaltenen Wandbilder des deutschen Expressionismus.

Wegen Bauarbeiten bleibt das Angermuseum voraussichtlich bis Ende 2009 geschlossen.

Weblinks

50.97555555555611.0341666666677Koordinaten: 50° 58′ 32″ N, 11° 2′ 3″ O


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