Angiosarkom
Klassifikation nach ICD-10
C49 Bösartige Neubildung sonstigen Bindegewebes und anderer Weichteilgewebe
- Blutgefäß
ICD-10 online (WHO-Version 2011)
Hämangiosarkom der Milz eines Hundes, OP-Situs
Hochdifferenziertes Angiosarkom der weiblichen Brustdrüse in der Mammografie

Das Angiosarkom ist ein Sarkom, d. h. ein bösartiger Tumor der Stütz- und Bindegewebe, das vom Endothel von Gefäßen ausgeht. Geht die Geschwulst von Blutgefäßen aus, spricht man von einem Hämangiosarkom, bei Lymphgefäßen von einem Lymphangiosarkom.

Vorkommen

Angiosarkome kommen bei Männern und Frauen etwa gleich häufig vor, vermehrt im Alter. Sie können sich überall bilden, entstehen aber am häufigsten in der Haut, im Bindegewebe, in der Brust, in der Leber und in der Milz. Bei Haushunden sind Hämangiosarkome in etwa der Hälfte der Fälle in der Milz lokalisiert, zu knapp einem Viertel im rechten Herzvorhof, zu 14 % in der Unterhaut und zu 10 % in der Leber.[1]

Angiosarkome entwickeln sich häufiger in bestrahltem Gewebe nach Strahlentherapie. Sie können auch als Lymphangiosarkome der Lymphgefäße vorkommen, fast immer infolge eines chronischen Lymphödems, wie es nach Brustkrebs und anderen Krebsarten verbleiben kann (Stewart-Treves-Syndrom). Hier entstehen flache Veränderungen und blutende Knoten, aus denen sich Geschwüre entwickeln können. Diagnose, Therapie und Prognose sind analog den Angiosarkomen der Blutgefäße.

Hämangiosarkome können sich beispielsweise durch die Einwirkung von Thoriumdioxid (Thorotrast), Vinylchlorid[2] oder Arsenik entwickeln.

Klinik

Angiosarkome der Haut erscheinen zuerst als rötliche Flecken, die sich später ähnlich Blutergüssen bläulich verfärben und schließlich geschwürig zerfallen können. Hämangiosarkome der Leber oder Milz können zu einer Anschwellung des Oberbauchs führen. Häufig bleiben Hämangiosarkome der inneren Organe – vor allem bei Tieren – jedoch lange unbemerkt und werden erst nach einer Ruptur des Tumors festgestellt, wobei die Patienten dann bereits in einem sehr kritischen Zustand sind.

Die Diagnose erfolgt über einen klinischen und histologischen Befund. Die Therapie ist in der Regel eine radikale Operation mit anschließender Bestrahlung und/oder Chemotherapie.

Die Prognose ist meist ungünstig. Die Fünfjahres-Überlebensrate hängt vom Grad der Differenzierung ab: Grad 1 (große Ähnlichkeit zu normalem Gewebe) bedeutet 80 % tumorfreies Überleben nach 5 Jahren, Grad 3 (kaum Ähnlichkeit zu normalem Gewebe) 10 %. G3-Sarkome wachsen sehr schnell und metastasieren früh.

Einzelnachweise

  1. Martin Kessler und Alan S. Hammer: Canines Hämangiosarkom: Diagnose und Therapie. In: Kleintierpraxis 36 (1991), S. 637–648.
  2. Vinyl Chloride: Still a Cause for Concern (Angiosarcoma of the Liver)
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