Angriff auf das Kricketteam Sri Lankas in Lahore
Das Minarett Minar-e-Pakistan in Lahore ist das Wahrzeichen Pakistans
Der sri-lankische Kapitän Mahela Jayawardene (rechts)
Fahrtroute zum Stadion schwarz-weiß, Fluchtweg der Angreifer blau eingezeichnet.

Bei einem Länderspiel der Test-Serie in Pakistan gab es am 3. März 2009 in Lahore einen bewaffneten Angriff auf das Cricketteam Sri Lankas. Zwölf Bewaffnete haben die beiden Busse des Teams, das auf dem Weg zum dritten Spieltag gegen die Pakistanische Cricket-Nationalmannschaft war, unter Beschuss genommen und dabei zwei Spieler verletzt, sechs Polizisten und einen unbeteiligten Zivilisten getötet.[1] Insgesamt gab es 10 weitere Verletzte. Der Angriff erfolgte in der Nähe des Stadtzentrums am Liberty-Square (Freiheitsplatz).[2] Der Angriff misslang u. a. wegen der Reaktion der Busfahrer, im ersten Bus Mehar Mohammad Khalil, sofort durchzustarten und direkt bis ins 500 m entfernte Stadion zu fahren. Dort wurden die Spieler medizinisch erstversorgt und mit Hubschraubern ausgeflogen. Der Schusswechsel am Tatort mit der schließlich ermordeten Polizei-Eskorte der Busse selbst dauerte etwa 20 Minuten. Lahores Polizeichef Haji Habibur Rehman sagte, bei den Angreifern habe es sich um "gut ausgebildete Terroristen" gehandelt, die mit Raketenwerfern, Handgranaten und Maschinengewehren ausgerüstet gewesen seien. Den Tätern gelang unerkannt die Flucht.

Cricket kann in den Ländern des indischen Subkontinents als das wichtigste Nationalspiel betrachtet werden. Deshalb kommt der Tat ein sehr hoher Symbolwert zu. Ein krimineller oder terroristischer Angriff auf Spieler, Spielorte oder Teams löst dadurch stärkere emotionale Betroffenheit in der Öffentlichkeit aus als zum Beispiel ein Angriff auf Bankgebäude oder Militäreinheiten. Seit dem Anschlag auf die israelische Mannschaft 1972 (siehe Geiselnahme von München) wurde damit erstmals wieder ein Nationalteam Ziel eines direkten bewaffneten Angriffs.[3][4]

Das größte Stadion Pakistans wurde 1959 als "Lahore Stadium" eröffnet, 1974 nach Libyens Staatsoberhaupt Gaddafi umbenannt und war wiederholt Schauplatz von World-Cup-Spielen, zuletzt 1987 und 1996. Es bietet Plätze für 60.000 Zuschauer.

Aus Angst vor Terroranschlägen haben ausländische Mannschaften zuvor bereits Spiele in Pakistan abgesagt, zuletzt die indische Nationalmannschaft. 2002 wurden nach einer Anschlagserie gegen Busse in Karachi die Spiele mit Neuseeland abgesagt.

In den Kommentaren werden bei den Vermutungen über die Täter Verbindungen zu den Anschlägen am 26. November 2008 in Mumbai und den Tamil Tigers gezogen.


Quellen

  1. Gunmen shoot Sri Lanka cricketers “, BBC News, 3 March 2009. 
  2. Sri Lankans 'safe and out of danger' after Pakistan terror attack “, The Telegraph, 3 March 2009. 
  3. Pakistan Wrestles With Terror “, Forbes, 3. März 2009. Zugriff am 5. März 2009. 
  4. Echoes of Munich “, The Guardian, 4. März 2009. Zugriff am 5. März 2009. 

Weblinks


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