Angstedt
Gräfinau-Angstedt
Koordinaten: 50° 42′ N, 11° 1′ O50.70027777777811.020555555556400Koordinaten: 50° 42′ 1″ N, 11° 1′ 14″ O
Höhe: 400 m
Einwohner: 2068 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1994
Postleitzahl: 98704
Vorwahl: 036785
Gräfinau-Angstedter Wappen
Kirche
Rathaus
Denkmal der Gefallenen des Ersten Weltkriegs
Annawerk
Statue auf dem Marktplatz

Gräfinau-Angstedt ist ein Ort im Ilm-Kreis in Thüringen. Es ist der größte Ortsteil Wolfsbergs und Sitz der Gemeindeverwaltung mit 2068 Einwohnern.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Gräfinau-Angstedt liegt im Ilmtal ca. 6 km östlich von Ilmenau. Das Tal ist hier ca. 1,5 km breit und erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung. Der Ort liegt in etwa 400 Metern Höhe über Normalnull. Westlich erhebt sich der 527 Meter hohe Wolfsberg, welcher Namensgeber der Gemeinde ist. Östlich liegen der 487 Meter hohe Hopfberg sowie der 498 Meter hohe Brandberg, die zum Klosterforst Paulinzella gehören. Gräfinau ist ein Reihendorf, während Angstedt ein Haufendorf ist. Die beiden Dorfkerne liegen nur 200 Meter voneinander entfernt und werden nur durch die Ilm getrennt, sind heute aber soweit zusammengewachsen, dass man nicht mehr erkennen kann, dass Gräfinau-Angstedt aus 2 Siedlungen entstand. 2 km nördlich des Ortes liegt Lehmannsbrück, ein Hof, der früher als Altenheim genutzt wurde. Er besteht aus mehreren Wohnhäusern, die heute alle privat genutzt werden. 1,5 km südlich von Gräfinau-Angstedt liegt das Annawerk, eine Relaisfabrik, die seit 1990 stillgelegt ist. Es steht an der Einmündung der Wohlrose in die Ilm.

Geschichte

Die beiden Orte Gräfinau und Angstedt wurden, genau wie die anderen Orte der Wolfsberggemeinde im Jahre 1282 erstmals erwähnt. Der Name Gräfinau geht aus dem Namen graeflich Ouwe (gräfliche Aue) zurück. Die betreffenden Grafen waren vermutlich die Käfernburger, die im 13. Jahrhundert über dieses Gebiet herrschten. Der Name Angstedt leitet sich vom Familiennamen Ank ab. Im 13. Jahrhundert wurde in Angstedt eine erste Kirche gebaut. Der heutige Kirchbau stammt aus den Jahren 1827 bis 1831. Die Gräfinauer Bürger besaßen auch ein kirchenähnliches Gebäude, welches später weitere Funktionen hatte. Es wurde beispielsweise als Schule und Vereinshaus genutzt. Gräfinau-Angstedt entstand 1924 aus der Vereinigung des zum Schwarzburg-Rudolstädter Amt Stadtilm gehörenden Dorfes Gräfinau westlich der Ilm und des zum Schwarzburg-Sondershäuser Amt Gehren gehörenden Dorfes Angstedt östlich der Ilm. Zwischen 1920 und 1952 gehörte Gräfinau-Angstedt zum Landkreis Arnstadt in Thüringen. 1952 wurde das Land Thüringen aufgelöst. Der Ort wurde dem Kreis Ilmenau im Bezirk Suhl zugeordnet. 1994 wurden die Kreise Ilmenau und Arnstadt zum Ilm-Kreis wiedervereinigt, dem der Ort angehört. Die Einwohner Gräfinau-Angstedts gehören überwiegend der evangelisch-lutherischen Kirche an.

Einwohnerentwicklung

  • 1832: 1.360 Einwohner in 220 Gebäuden
  • Gräfinau 1863: 959 Einwohner
  • Angstedt 1887: 824 Einwohner
  • 1910: 2.139 Einwohner
  • 1977: 2.655 Einwohner
  • 2004: 2.223 Einwohner

Politik

Wappen

Blasonierung: „Von Blau über Rot geteilt mit einem silbernen Wellenbalken, oben schwebend das Brustbild eines goldenen Engels, unten schwebend ein goldener Krebs.“

Der Krebs, bereits 1685 in einem Siegel nachweisbar, steht für den Ortsteil Gräfinau und symbolisiert die ehemals intensiv betriebene Fischerei in der Ilm. Der Engel als redendes Element steht für den Ortsteil Angstedt. Der die beiden Ortsteile trennende Fluss Ilm wird im Wappen heraldisch durch den Wellenbalken umgesetzt. [2]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet und am 25. Mai 1993 genehmigt.

Kultur

Gräfinau-Angstedt weist ein sehr aktives Vereinsleben auf. Praktisch jeder Einwohner gehört einem der 20 im Ort beheimateten Vereine an. Besonders bekannt für ihre Aktivitäten sind der Wanderverein, der Gräfinauer Kirmesverein und der Karnevalsverein (GCV). Sehenswert sind die Marienkirche, welche auf einer Anhöhe erbaut wurde und die Heimatstube, die einen kurzen Einblick in die Geschichte Gräfinau-Angstedts bietet. Gräfinau-Angstedt liegt am Ilmtal-Radweg. Im Volksmund wird der Ortsteil Gräfinau Granowwe genannt.

Wirtschaft und Verkehr

Die Wirtschaft in Gräfinau-Angstedt wird von der Landwirtschaft geprägt. Vorherrschend ist die Milchviehzucht auf Weiden entlang des Ilmtals. Die meisten Einwohner pendeln jedoch zur Arbeit ins nahe gelegene Ilmenau. Im Südosten des Ortes befindet sich das Gewerbegebiet In den Langen Lehden.

Gräfinau-Angstedt besitzt Straßenverbindungen nach Ilmenau über Wümbach, nach Gehren (Landesstraße 1047), nach Pennewitz, nach Cottendorf und zum Traßdorfer Kreuz an der B87. Der ÖPNV wird durch die Buslinien 305 (Ilmenau-Gehren) der IOV Omnibusverkehr GmbH Ilmenau sowie durch die Linie 320 (Gräfinau-Stadtilm) der RBA-Arnstadt GmbH realisiert.

Quellen

  1. http://www.wolfsberggemeinde.de//download/Graefinau_Angstedt_309.pdf
  2. Neues Thüringer Wappenbuch Band 2 Seite 19; Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Thüringen e.V. 1998 ISBN 3-9804487-2-X

Weblinks


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