Anguilla
Anguilla
Flagge Anguillas
Wappen Anguillas
Flagge Wappen
Wahlspruch: Each Endeavouring, All Achieving
(engl. „Wenn jeder sich anstrengt, haben alle Erfolg“)
Amtssprache Englisch
Hauptstadt The Valley
Staatsform Britisches Überseegebiet
des Vereinigten Königreichs
Staatsoberhaupt Elisabeth II.
Gouverneur: William Alistair Harrison
Regierungschef Chief Minister: Hubert Hughes
Fläche 96 km²
Einwohnerzahl 14.436 (Quelle: CIA Juli 2009)
Bevölkerungsdichte 129,9 Einwohner pro km²
Währung 1 Ostkaribischer Dollar = 100 Cents
Nationalhymne God bless Anguilla
Zeitzone UTC -4
Kfz-Kennzeichen AXA
Internet-TLD . ai
Telefonvorwahl +1 (264) siehe NANP
Anguilla in its region.svg
Karte Anguilla.png

Anguilla (spanisch für „Aal“) ist eine der Inseln über dem Winde der Kleinen Antillen in der Karibik. Zusammen mit mehreren kleinen, unbewohnten Koralleninseln bildet Anguilla ein Überseegebiet des Vereinigten Königreichs.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Südküste von Anguilla

Südlich von Anguilla liegt die Insel St. Martin, westlich liegen fast 200 km entfernt die Jungferninseln und ungefähr 300 km entfernt Puerto Rico.

Anguilla ist eine flache und niedrig gelegene Insel aus Korallen und Kalkstein. Der höchste Punkt mit 65 m ist Crocus Hill.

Das Klima ist tropisch, gemäßigt durch östliche Winde. Mit Hurrikanen und anderen tropischen Stürmen ist von Juli bis Oktober zu rechnen. Die Versorgung mit Trinkwasser kann mit der stark steigenden Nachfrage nicht immer Schritt halten.

SSS Islands Map.png

Die Fläche der Insel beträgt knapp 91 km². Die größten Nebeninseln sind Scrub Island im Nordosten mit etwa 3 km² sowie Dog Island mit zirka 2 km² nordwestlich von Anguilla. Hinzu kommen noch über 20 kleine Inselchen und Cays wie z. B. die Prickly Pear Cays, Anguillita vor der Südwestspitze Anguillas, Little Scrub Island und die 55 km nordwestlich gelegene Insel Sombrero. Zusammen hat das Überseegebiet eine Fläche von etwas über 96 km².[1]

Bevölkerung

Anguilla hat ca. 13.000 Einwohner. 29 % sind Anglikaner, 23,9 % Methodisten, 7,7 % Pfingstler, 7,6 % Adventisten des siebenten Tages, 7,6 % Angehörige der Church of God, 7,3 % Baptisten, 5,7 % Katholiken, 0,7 % Zeugen Jehovas, 0,7 % Rastafaris, 0,5 % Evangelikale und 0,4 % Hindus. 4 % bekennen sich zu keiner Religion (Census von 2001)

Der größte Teil der Bevölkerung wird von Schwarzen und Mulatten gestellt.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Bevölkerung
2005 13.254
2006 13.477

Geschichte

Höhlenzeichnungen und archäologische Funde belegen eine mehrere Jahrtausende lange Anwesenheit der Arawak auf der Insel.

In der Kolonialzeit wurde die Insel auf Kolumbus' zweiter Reise zwar gesichtet, tatsächlich kolonisiert wurde sie aber erst ab 1650 durch von Saint Christopher kommende Briten – insbesondere Iren siedelten sich hier an. Kurzzeitig versuchten die Franzosen zwar, Anguilla in Besitz zu nehmen, was aber nicht gelang. Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Insel als britische Kolonie von Großbritannien direkt verwaltet, bis 1825 in einer Umstrukturierung diese mit der von St. Kitts und Nevis zu einer von St. Christopher aus verwalteten Einheit zusammengeschlossen wurde. Da die Einwohner Anguillas die Bedürfnisse ihrer Insel benachteiligt sahen, erbaten sie 1872 und erneut 1958 in erfolglosen Petitionen die Loslösung aus dieser Einheit.

Im selben Jahr wurde St. Christopher-Nevis-Anguilla eine der Provinzen der kurzlebigen Westindischen Föderation. Als diese 1962 wieder aufgelöst wurde, wurde Saint Christopher-Nevis-Anguilla ein Associated State, ein mit Großbritannien assoziierter Staat. Im Frühjahr 1967 machte sich die Unzufriedenheit der Bewohner von Anguilla mit dieser Situation Luft: Die auf Anguilla diensthabenden Polizeibeamten, von St. Christopher aus eingesetzt, wurden der Insel verwiesen und ein Referendum durchgeführt, bei der der Austritt aus dem Verbund beschlossen wurde. Als dies nicht zu dem gewünschten Erfolg – eine Unterstellung Anguillas unter direkte britische Verwaltung – führte, erklärte es sich 1969 auch von Großbritannien unabhängig. Dieses wurde von Großbritannien nicht anerkannt; stattdessen sandte es Truppen nach Anguilla – die freudig begrüßt wurden.

In den folgenden Verhandlungen wurde Anguilla schließlich im Anguilla Act von 1971 eine künftige Abtrennung zugesagt; es dauerte dann aber noch bis zum 19. Dezember 1980, bis das Anguilla Act von 1980 diese dann auch formell vollzog. Anguilla erhielt den Status eines British Dependent Territory, eines britischen Überseegebiets, dessen internationale Beziehungen das Vereinigte Königreich wahrnimmt. Die Verfassung von 1982 schrieb die aktuelle politische Struktur fest.

Politik

Anguilla ist ein nicht-souveränes britisches Überseegebiet mit innerer Autonomie – als solches ist es mit der EU assoziiert. Außerdem ist Anguilla assoziiertes Mitglied der Karibischen Gemeinschaft und Mitglied der Organisation Ostkaribischer Staaten. Es gehört zu den Trägern der Universität der Westindischen Inseln.

Die Zuständigkeit des Gouverneurs als Vertreter der britischen Krone erstreckt sich vor allem auf Fragen der Verteidigung, der Außen- und internationalen Finanzpolitik sowie der inneren Sicherheit (inklusive der Polizei). Der Gouverneur wird vom britischen Monarchen, derzeit Elisabeth II., eingesetzt.

Anguillas Autonomieregierung ist der Executive Council, bestehend aus dem Regierungschef (Chief Minister), maximal drei weiteren Ministern sowie, qua Amt, dem stellvertretenden Gouverneur und dem Generalstaatsanwalt (Attorney-General).

Mindestens alle fünf Jahre wählt die wahlberechtigte Bevölkerung Anguillas ein Parlament (House of Assembly), dem neben sieben gewählten Mitgliedern zwei durch den Gouverneur nominierte Mitglieder sowie, qua Amt, der stellvertretende Gouverneur (Deputy Governor) und der Generalstaatsanwalt (Attorney-General) angehören.

Infrastruktur

Das Straßennetz ist 105 km lang, davon sind 65 km befestigt. Die Insel hat zwei Häfen: Blowing Point und Road Bay.

Es gibt einen Flughafen: Anguilla Wallblake (IATA-Flughafencode: AXA)

Wirtschaft

Anguilla hat nur wenige natürliche Rohstoffe. Die Wirtschaft ist sehr stark abhängig vom Luxustourismus, Übersee-Bankgeschäften (Offshore-Banking), Hummerfang und Zahlungen durch Auswanderer.

Der ansteigende Tourismus, welcher den Bausektor anspornt, hat zum Wirtschaftswachstum beigetragen. Anguillanische Beamte haben ihr Hauptaugenmerk auf der Entwicklung des kleinen, aber wachsenden Steueroasen-Finanzwesens.

In der Zwischenzeit ruhen die Hoffnungen der Wirtschaft hauptsächlich auf dem Tourismus.

Sport

Die Fußballnationalmannschaft von Anguilla wurde zur Weltmeisterschaft 2006 nach Bad Neustadt in Deutschland eingeladen, obwohl sie sich nicht für die Endrunde qualifiziert hatte. Sie wurde als Zeichen der Gastfreundschaft innerhalb der FIFA-Familie eingeladen, da sie nach dem Stand der offiziellen FIFA-Weltrangliste zum Zeitpunkt der Weltmeisterschaft die schwächste Mannschaft war.

Kultur

Feiertage

Datum Name Deutscher Name Anmerkungen
1. Januar New Years Day Neujahr
März/April Good Friday und Easter Monday Karfreitag und Ostermontag
1. Mai Labour Day Tag der Arbeit
Mai/Juni Whit Monday Pfingstmontag
Mai Anguilla Day Anguilla-Fest
Juni Celebration of the Birthday of Her Majesty the Queen offizieller Geburtstag von Königin Elisabeth II.
August August Monday und August Thursday August-Montag und Donnerstag
August Constitution Day Tag der Verfassung
19. Dezember Separation Day Tag der Teilung
25. und 26. Dezember Christmas Day und Boxing Day Weihnachten

Einzelnachweise

  1. Fläche der Insel aus Bertelsmann Universallexikon sowie der Regierungsseite Anguillas (dort mit 35 Quadratmeilen angegeben). Höhere Werte als 96 km² für die Gesamtfläche resultieren meist aus der fehlerhaften Berücksichtigung der Nebeninseln, so nennt das Jahrbuch des Commonwealth für Sombrero eine Fläche von 5 km² anstelle der korrekten 0,38 km².

Weblinks

 Commons: Anguilla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Anguilla – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Anguilla – geographische und historische Karten

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