Anja Silja
Anja Silja am Bühnenausgang der Hamburgischen Staatsoper 31. März 1968

Anna Silja Regina Langwagen (* 17. April 1940 in Berlin) ist eine deutsche Sopranistin.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sie gab 15-jährig ihren ersten Liederabend und debütierte schon 1956 als Rosina in Gioachino RossinisBarbier von Sevilla“ am Staatstheater Braunschweig. Mit 19 Jahren sang Anja Silja unter Karl Böhm in Wien die „Königin der Nacht“ (Die Zauberflöte).

Den Weg zu einer aufsehenerregenden Karriere ebnete ihr Wieland Wagner, der sie nach dem sensationellen Bayreuther Debüt als Senta (1960) für weitere Rollen verpflichtete. Zu dieser Zeit beschäftigte die Beziehung zwischen Silja und Wieland Wagner die Medien in der Bundesrepublik weit mehr als es künstlerische Aspekte im Schaffen beider Personen je getan haben. Als Mitglied des Württembergischen Staatstheaters Stuttgart sang Anja Silja die Marie in Alban BergsWozzeck“, die Lulu, sowie die Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss. Mit dieser Partie gastierte sie auch an der Metropolitan Opera in New York.

Die ehemals mit dem Dirigenten Christoph von Dohnányi verheiratete Sängerin gab im April 1990 mit der Inszenierung des „Lohengrin“ am Brüsseler Théâtre de la Monnaie ihr Debüt als Regisseurin, konzentrierte sich später aber wieder auf das Singen und erarbeitete sich mit den Rollen der Küsterin in Jenufa, der Kabanicha in Katja Kabanova von Janáček, der Frau in Erwartung und des Pierrot Lunaire (beides Werke von Arnold Schönberg) ein breit gefächertes Repertoire im Charakterfach. Besondere Höhepunkte waren ihre regelmäßigen Auftritte beim Festival in Glyndebourne, wobei sie besonders als Emilia Marty in Die Sache Makropulos (ebenfalls Janáček) - einer Rolle mit der sie bereits 1970 in Stuttgart debütiert hatte - Maßstäbe setzte.

Literatur

  • Anja Silja, Die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren, Berlin 1999 ISBN 3-932529-29-4 (Selbstdarstellung)
  • Josef Heinzelmann, Anja Silja, Rembrandt Verlag 1965

Auszeichnungen

Diskographie

DVDs

  • Ludwig van Beethoven
    • Fidelio (Popp, Cassilly, Adam; Leopold Ludwig, Regie: Hess, 1968)
  • Leoš Janáček
    • Jenůfa (R.Alexander; A.Davis, Regie: Lehnhoff, 1989) [live]
    • Die Sache Makropulos (Tear; A.Davis, Regie: Lehnhoff, 1995) [live]
  • Richard Strauss
    • Salome (Malfitano, Terfel; Dohnányi, Regie: Bondy, 1997) [live]
  • Francis Poulenc:
    • Dialogues des Carmélites (Chor und Orchester der Mailänder Scala unter Riccardo Muti, Naxos 2004)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vollständiger Name, siehe Der Musik-Brockhaus, Wiesbaden: Brockhaus; Mainz: Schott, 1982, Seite 551
  2. Europäischer Kulturpreis an Anja Silja.
  3. hr.online.

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