Ankerbrot AG
Ankerbrot AG
Unternehmensform AG
Gründung 1891
Unternehmenssitz Wien
Unternehmensleitung

Peter Ostendorf und Klaus Ostendorf

Mitarbeiter 1.600 (2009)
Branche Lebensmittelherstellung
Produkte

Backwaren

Website

www.Ankerbrot.at

Die Ankerbrot AG ist der bedeutendste Backwarenhersteller in Österreich.

Geschichte

Alte Werbung und Logo von Ankerbrot vor 1918

1891 gründeten die Gebrüder Heinrich und Fritz Mendl die Wiener Brot- und Gebäckfabrik auf dem Laaer Berg an der Absberggasse 35 im Wiener Stadtteil Favoriten gegründet. Die Mendl wählten den Berg aus, da von dort die Pferdefuhrwerke bequemer bei der Auslieferung runterfahren konnten. Als Markenzeichen wählten sie 1893 den Anker als Symbol für Sicherheit und Vertrauen, was sich auch im späteren Firmennamen widerspiegelt. Mitten im Firmensymbol waren die Initialen mit den Buchstaben "HFM" in der Mitte versehen.

Am Anfang wurde in großen Lehmbacköfen täglich 2.000 Stück 2-kg schwere Rundbrote von ungefähr 25 Bäckern produziert. Das Geschäft florierte und 1900 beschäftige Ankerbrot mehr als 2000 Mitarbeiter, für die von den Geschäftsinhaber für damals vorbildliche Sozialeinrichtungen geschaffen wurden. Bis zu 250 Pferdegespanne konnten in Spitzenzeiten unterwegs sein und lieferten 150 Tonnen an Gebäck und Brot. In Anerkennung ihrer Dienste und Leistungen wurde den Gebrüder Mendl 1907 der k.u.k. Hoflieferantentitel verliehen. Bis 1914 wuchs das Unternehmen auf eine Größe von 1.300 Mitarbeitern

Während des Ersten Weltkrieges belieferte Anker das k.u.k. Heerkommando mit schwarzem Brot.

Nach dem Krieg und dem Zusammenbruch der Monarchie wurde auch Weißbrot in die Produktion eingeführt. 1922 wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Zu dem Zeitpunkt gehörten dem Verwaltungsrat Eduard Alder, Ing. Artur Ehrenfest-Egger, Dr. Siegfried Kantor, Fritz Mendl, Stefan Mendl, Dr. Franz Quidenus, Dr. Eugen Schwiedland und Dr. Siegfried Türkel. Anker konnte in den 1930er Jahren expandieren und begann neben Brot auch Eierteigwaren und Jausengebäck herzustellen, für das es mit farbenfrohen Plakaten Werbung machte. Es gab rund 100 Filialen, täglich wurde 150 Tonnen an Brot und Gebäck geliefert.

Bereits im Jahr 1978 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und darf seither das Bundeswappen im Geschäftsverkehr verwenden.

Mit dem Anschluss 1938 folgte die Arisierung durch die Nationalsozialisten und die Mitglieder der Gründerfamilie mussten Österreich verlassen. Auf Grund seiner Bedeutung für die Ernährung der Bevölkerung wurde das Unternehmen von 1938 bis 1945 unter öffentlicher Verwaltung gestellt. 1945 ging ein Teil des Fuhrparks verloren, die Fabriken wurden geplündert und schwer beschädigt.

Gleich im Mai 1945 konnte aber die Produktion wegen der Mehllieferung durch die Alliierten wieder aufgenommen werden, das Unternehmen wurde wieder an die Gründerfamilie restituiert. Die Wiederaufbaujahre brachten dem Unternehmen wieder Wachstum, das Sortiment wurde erweitert auf Milchgebäck, Mürgebäck, Backhilfen, Dauerbackwaren, Semmelbrösel, Grieß und andere Teigwaren. 1969 wurde das Unternehmen vom Wiener Schoeller-Konzern übernommen, der die Firma 1970 mit den Floridsdorfer Hammerbrotwerken als Vereinigte Nahrungsmittel Industrie AG fusionierte.

1981 erwarben die Dr. Helmut A. Schuster GesmbH und der Bruder dessen Besitzers, Gerhard Schuster, sämtliche Aktien des mittlerweile in wirtschaftliche Turbulenzen geratenen Unternehmens. Sie benannten das Unternehmen 1983 wieder in Ankerbrot zurück, und brachten das Unternehmen durch massive Sanierungen wieder zurück in die Gewinnzone. Ein Schlüssel zum Erfolg war die Qualitätsverbesserung durch die Verwendung von echtem Natursauerteig.

Ab 1990 wurde mit dem Export nach Süddeutschland begonnen, und 1996 wurde die Ankerbrot Ungarn AG als Tochtergesellschaft gemeinsam mit der staatlichen ZALACO gegründet, , mit einer Fabrik am Stadtrand von Keszthely. Im gleichen Jahr übernahm Ankerbrot von der in Konkurs gegangenen Konsum-Genossenschaft die Ährenstolz GmbH mit sieben regionalen Bäckereien. 1997 wurden 74 Prozent des mittlerweile 2.630 Mitarbeiter zählenden, und 2,2 Mrd. Schilling (rund 160 Mio. Euro) erwirtschaftenden Unternehmens an die deutsche Müller-Brot verkauft, und weitere drei Prozent gingen in Streubesitz über, so dass die Gebrüder Schuster nur noch 23 Prozent besaßen.

2003 wurde das Unternehmen mehrheitlich vom deutschen Industriellen Klaus Ostendorf erworben. Nach einer wirtschaftlich schwierigen Phase und erfolgtem Ausgleich steht Ankerbrot nun wieder auf eigenen Beinen. Ein geringer Anteil der Aktien befindet sich noch im Streubesitz. 2006 wurde im Frühjahr ein Anteil von 40 Prozent von der US-Investmentgruppe Apax erworben. Ein für 2006 geplanter Verkauf von Ostendorfs Anteil an den Nordsee Besitzer Heiner Kamps scheiterte, nachdem es schon zu einigen Verschiebungen gekommen war, endgültig im Februar 2007. Das Unternehmen besitzt heute rund 180 Filialen in Österreich, die meisten davon in Wien und Umgebung. 1700 Mitarbeiter sind beschäftigt.

Literatur

  • Ingrid Haslinger. Kunde – Kaiser. Die Geschichte der ehemaligen k. u. k. Hoflieferanten. Schroll, Wien (1996). ISBN 3-85202-129-4

Weblinks

48.16777777777816.3877777777787Koordinaten: 48° 10′ 4″ N, 16° 23′ 16″ O


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