Ankerhemmung
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Die Ankerhemmung darf als einzige Vorrichtung angesehen werden, die sich bei der Herstellung sowohl mechanischer Klein-, als auch Großuhren als Gangregler durchgesetzt hat.

Inhaltsverzeichnis

Komponenten

Jede Ankerhemmung verfügt über ein sogenanntes Gangrad und einen Anker. Diese beiden Komponenten stehen im Einklang mit anderen Bauteilen, wie der Pendelstange bei Groß-, oder der Unruh bei Kleinuhren.

Funktion

Das Gangrad vermittelt dem Anker einen Impuls zur Bewegung. Während das eine Ende vorgetrieben wird, greift das andere Ende in die Verzahnung des Gangrades ein. So entsteht eine fortwährende Bewegung, ähnlich bei einer Wippe. Durch diese Bewegung wird das Pendel bei einer Großuhr in Gang gehalten und es vermag dadurch das Uhrwerk in exakten Schritten ablaufen zu lassen. Im Gegensatz zur Spindelhemmung funktioniert die Ankerhemmung auch bei kleinen Pendelausschlägen, so dass die Huygens`sche Aufhängung zur Erzeugung zykloidförmiger Pendelbahnen überflüssig wurde.

Kleinuhren (Armband- und Taschenuhren) können über ein Pendel verständlicherweise nicht verfügen. Hier übernimmt die sogenannte Unruh die Funktion des Pendels.

Varianten

Hakenhemmung oder englische Ankerhemmung
Grahamhemmung

Man unterscheidet unter mindestens fünf Varianten der Ankerhemmung:

Hakenanker

Die einfachste Vorrichtung der Ankerhemmung, wonach ein flacher Metallsteg zu einem Anker gebogen worden ist. Der Hakenanker kommt in preiswerten Uhren zum Einsatz, wie z.B. in Kuckucksuhren und anderweitigen Schwarzwalduhren. Der Hakenanker ist relativ schnell verschlissen. Ferner führt er zu einem lauten Gang, d.h. Uhren mit Hakenankergang ticken besonders laut.

Clement-Anker

Beim Clement-Anker handelt es sich praktisch um das gleiche Prinzip, wie beim Hakenanker mit dem Unterschied, daß der eigentliche Anker aus einer gegossenen Metallkonstruktion besteht, welche eine höhere Qualität, eine längere Lebensdauer und einen ruhigeren Gang zur Folge hat.

Graham-Anker

Der Graham oder auch Palettenanker stellt die aufwendigste und hochwertigste Konstruktion der Ankerhemmung dar. Ankerbrücke und Paletten stellen separate Bauteile dar und können exzellent aufeinander abgestimmt werden. Bei besonders hochwertigen Uhren bestehen die Paletten sogar aus Rubin, um den Verschleiß besonders gering zu halten. Bei Kleinuhren bestehen die Paletten grundsätzlich aus Rubinen. Bei Großuhren kommt der Graham-Anker in hochwertigen Standuhren und Regulatoren zum Einsatz.

Stift-Anker

Auch beim Stift-Anker bestehen Ankerbrücke und Paletten aus separaten Teilen, hier jedoch im wesentlichen deshalb, um Platz zu sparen. Somit kann die Ankerbrücke auf gleicher Höhe des Gangrades liegen, während die Stifte in dieses hineingreifen können. Die Werke der feinen, französischen Pendulen verfügen vielfach über den Stift-Anker. Heutzutage aber auch jeder billige Wecker.

Karussell-Anker (Tourbillon)

Diese, einzig bei Kleinuhren eingesetzte Technik geht auf den genialen Uhrmacher Abraham Louis Breguet zurück. Kleinuhren (zu dieser Zeit ausschließlich Taschenuhren) waren stets Gangabweichungen ausgesetzt, die allein aufgrund der Lage der Uhr (aufrecht im Jackett, liegend auf dem Tisch) auftraten. Die ebenfalls von Breguet erfundene Kompensationsunruh, bei der die Feder aus einer Legierung bestand, sowie der Schraubenunruh, in der feine Schräubchen in den Reif der Unruh eingearbeitet waren, um so eine evtl. Unwucht auszugleichen, konnten diese Nachteile nicht ausräumen. Somit ersann Breguet eine Vorrichtung, bei der die gesamte Gangpartie, bestehend aus Anker und Unruh, sich einmal in der Minute um sich selbst dreht. Der Erfolg dieser Vorrichtung war ihm dabei gewiss. Heute stellen verschiedene Firmen Tourbillonuhren her. Durch die aufwändige Technik und die damit verbundene Exklusivität, gehört das Tourbillon zu den teuersten Komplikationen.

Verdrängung

Mit der Einführung der Quarzuhr wurde die mechanische Uhr und somit auch die damit verbundene Hemmung mehr und mehr verdrängt. Ein Oszillator übernimmt nunmehr den Antrieb, der bei einer mechanischen Uhr aus einer Zugfeder oder einem Gewicht bestand gleichermaßen, wie die exakte Hemmung in einem einzigen Vorgang. Mit dem Tourbillon hatte die Ankerhemmung bezüglich der handwerklichen Fertigungskunst ihren Höhepunkt gefunden.


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