Ankershagen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ankershagen
Ankershagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ankershagen hervorgehoben
53.47666666666712.96666666666758
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Penzliner Land
Höhe: 58 m ü. NN
Fläche: 28,18 km²
Einwohner:

628 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17219
Vorwahl: 039921
Kfz-Kennzeichen: MÜR
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 005
Adresse der Amtsverwaltung: Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin
Webpräsenz: www.ankershagen.de
Bürgermeister: Boris Kilian
Lage der Gemeinde Ankershagen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
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Über dieses Bild

Ankershagen ist eine Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern am Nordrand des Müritz-Nationalparks.

Die Gemeinde wird vom Amt Penzliner Land mit Sitz in der Stadt Penzlin verwaltet. Seit dem 25. Juli 2010 trägt der Ort die offizielle Bezeichnung „Schliemanngemeinde Ankershagen“.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Ankershagen liegt unmittelbar am Müritz-Nationalpark auf einem eiszeitlichen Endmoränenrücken in Ost-West-Richtung, der die Wasserscheide zwischen den in die Ostsee, und den in die Nordsee fließenden Gewässern bildet: Nach Norden fließen die Bäche in die Ostsee ab und nach Süden in die Nordsee (Havel/Elbe).

Mühlensee

Unweit von Ankershagen entspringt die Havel und fließt dann mehr als 300 Kilometer, bis sie die Elbe erreicht. Genau genommen entspringt die Havel in den drei Quellseen Born-, Trinnen- und Mühlensee, die früher Teile eines sehr viel größeren eiszeitlichen Rinnensees waren, dessen südliches Ende etwa an der Enge beim Ort Granzin (slawisch Grenze) zu suchen ist, also den Käbelicksee mit umfasst. Um eine Mühle zu betreiben, durchstachen wahrscheinlich schon im Frühmittelalter Mönche den östlichen Rand des Mühlensees, der damit in die Ostsee entwässert. Um Druck für die Mühle zu bekommen, stauten sie den Mühlensee im Süden durch einen heute noch deutlich sichtbaren Damm. Da dieser auf sumpfigem Untergrund liegt, gelang die Abdichtung nicht vollständig. Das Wasser, das heute aus der gemauerten Havelquelle sprudelt, sickert aus dem Südende des Mühlensees unter diesem Damm hindurch. Dieser entwässert also in Ost- und Nordsee. Die Ränder dieses Rinnensees sind durch zahlreiche bis zu 38 Meter über dem Seespiegel hohe Hügel gesäumt, die allesamt im Wald liegen und oben bemerkenswert flach sind. Der nördlichste ist der Warensberg (102,2 m ü. NHN), dessen Name sich aus germanischer Zeit herleitet – entweder vom Gott Wotan oder dem Stamm der Warnen. Östlich des Mühlensees hat einer dieser Hügel im Wald sogar eine (wahrscheinlich neuzeitliche - sie ist einfach zu gut erhalten) Viereckschanze. Von den anderen Hügeln, die von den Bauern als Ackerland und Weiden genutzt werden, ist dagegen keiner abgeflacht, auch nicht jener, auf dem die Königswiege liegt.

Ortsgliederung

Zu Ankershagen gehören die Ortsteile Ankershagen, Bocksee, Bornhof, Friedrichsfelde und Rumpshagen.

Geschichte

Megalithgräber und Gräber aus der Bronzezeit bezeugen die Anwesenheit von Menschen bis in das 3. Jahrtausend v. Chr. Zwischen Bornhof und Bocksee findet sich eine ganze Ansammlung von Hügelgräbern. Ein besonders hervorgehobenes Hügelgrab, Königswiege genannt, liegt etwa 500 Meter südlich von Friedrichsfelde. Der Sage nach hat hier vor langer Zeit ein König seine Lieblingstochter in einer goldenen Wiege begraben lassen.

Die erste sichere schriftliche Kunde über die Besiedlung stammt aus dem Jahr 1252. Zu den Sehenswürdigkeiten in Ankershagen zählt die mittelalterliche Wasserburgruine. Ihre Wehrmauer wurde 1997 zum Teil erneuert. Gleich daneben steht ein mehr als 450 Jahre altes Wehrschloss.

Sehenswürdigkeiten

Kirche Ankershagen
Schliemann-Museum
Eine der größten Eschen Mecklenburg-Vorpommerns steht vor dem Schliemann-Museum, rechts davon das Wirtschaftsgebäude des Museums
  • Kirche Ankershagen
Die Kirche von Ankershagen ist eine frühgotische Feldsteinkirche mit Formteilen aus Backstein. Der quadratische Chor hat ein kuppelförmiges Kreuzrippengewölbe. Das Schiff wurde schon früh zur zweischiffigen Hallenkirche mit vier Jochen umgebaut. Das Kreuzrippengewölbe ruht auf drei quadratischen Pfeilern. Die Fenster sind nur in der Ostwand in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Sie sind schmal, mit Rundbogen und spitzbogigen Blenden ausgeführt. Der Turm hat einen achtseitigen Fachwerkaufsatz. Schmuckfriese befinden sich in Kirchenschiff und Chor. Zur Inneneinrichtung gehört eine mit reichem Beschlagwerk versehene hölzerne Taufe von 1618. Darüber hängt an der Wand ein lebensgroßes Kruzifix, dessen Korpus aus dem 15. Jahrhundert stammt.
Die Besonderheit an dem Gebäude ist der im Putz enthaltene Glasbruch, der sehr selten und in Mecklenburg einmalig ist.
Im Heinrich-Schliemann-Museum[2] wird seit 1980 das Andenken des Troja-Entdeckers gepflegt. Für Kinder wurde vor dem im ehemaligen Pfarrhaus, dem Elternhaus Schliemanns, eingerichteten Museum als besondere Attraktion eine Nachbildung des Trojanischen Pferdes aufgestellt.

Persönlichkeiten

  • In Ankershagen verlebte Heinrich Schliemann, der später weltbekannte „Entdecker von Troja“, seine Kinderjahre.
  • In Ankershagen wirkte von 1769 bis 1792 der in Penzlin geborene Johann Heinrich Voß als Privatlehrer. Er wurde besonders bekannt durch die deutsche Erstübersetzung der Ilias und der Odyssee von Homer und seine eigenen Dichtungen. Mit einem Erinnerungszimmer im Gutshaus Friedrichsfelde wird dieser herausragenden Persönlichkeit des Humanismus gedacht.

Weblinks

 Commons: Ankershagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2010 (PDF; 522 KB) (Hilfe dazu)
  2. Homepage des Schliemann-Museums

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