Anleitung zur Kenntniß des gestirnten Himmels
Johann Elert Bode
Sternkarte von J. E. Bode von 1782, aus der „Vorstellung der Gestirne auf XXXIV Kupfertafeln“

Johann Elert Bode (* 19. Januar 1747 in Hamburg; † 23. November 1826 in Berlin) war ein deutscher Astronom.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Er wurde 1786 Direktor des Berliner Observatoriums. Bereits 1774 gab er für 1776 das erste Berliner Astronomische Jahrbuch heraus. Bode veröffentlichte 1772 die von Johann Daniel Titius 1766 entdeckte und nur in einer Fußnote erwähnte empirische Formel – die später so genannte Titius-Bode-Reihe. Nach dieser Regel lassen sich bis hin zum Uranus die ungefähren Abstände der Planetenbahnen von der Sonne darstellen.

Bode wurde in der Fachwelt vor allem durch seine Arbeit zur Bahn des 1781 entdeckten Uranus berühmt. Da auch dieser Planet noch mit bloßem Auge sichtbar ist, suchte Bode nach seinen Positionen in alten Sternkatalogen. Tatsächlich gelang es ihm, zahlreiche frühere Positionen zu finden, die erste bereits 1690 im Katalog von John Flamsteed, wo Uranus als Stern namens 34 Tauri registriert ist. Dadurch wurde es möglich, die Planetenbahn viel früher als erwartet mit hoher Genauigkeit zu berechnen. Unstimmigkeiten der so berechneten Positionen mit tatsächlichen Beobachtungen führten dann 1846 zur Entdeckung des Neptun. Die Benennung des Uranus geht auf den Vorschlag Bodes zurück, sie wurde spätestens mit der Entdeckung des Neptun allgemein akzeptiert. Zuvor wurde der Planet auch Herschel nach seinem Entdecker Wilhelm Herschel oder Georgium Sidus nach dem englischen König Georg III. genannt.

Bode veröffentlichte neben dem jährlichen Jahrbuch die Anleitung zur Kenntniß des gestirnten Himmels, die die Sternbilder vorstellte und mit mehr als zehn Auflagen nach Maßstäben der damaligen Zeit als Bestseller zu gelten hat, und zwei Atlanten des Himmels. Der erste, die Vorstellung der Gestirne wendete sich an Amateure und Liebhaber, der zweite, die Uranographia gilt als letztes Meisterwerk der künstlerischen Himmelskartographie.

Am 6. Januar 1779 entdeckte er darüber hinaus den nach ihm benannten Kometen C/1779 A1 (Bode).

Nach Bode wurden ein Mondkrater und der Kleinplanet (998) Bodea benannt.

Werke

  • Sammlung astronomischer Hülfstafeln. 1776
  • Erläuterung der Sternkunde. 1778
  • Anleitung zur Kenntniß des gestirnten Himmels. Berlin 1786
  • Vorstellung der Gestirne. 1782
  • Kurzer Entwurf der astronomischen Wissenschaft. 1794
  • Uranographia sive astrorum descriptio viginti tabul oeneis incisa ex recentissimis et absolutissimis Astronomorum observationibus. apud Autorem, Berlin 1801

Literatur

  • Christian Bruhns: Bode, Johann Elert. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 1 f.
  • Friedhelm Schwemin: Der Berliner Astronom: Leben und Werk von Johann Elert Bode (1747-1826). Frankfurt am Main: Harri Deutsch, 2006. ISBN 3817117965.

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