La Boheme
Werkdaten
Originaltitel: La Bohème
Originalsprache: Italienisch
Musik: Giacomo Puccini
Libretto: Luigi Illica, Giuseppe Giacosa
Literarische Vorlage: „Les scènes de la vie de bohème“ von Henri Murger
Uraufführung: 1. Februar 1896
Ort der Uraufführung: Teatro Regio, Turin
Spieldauer: ca. 1Std.50min
Personen
  • Rodolfo, ein Poet: Tenor
  • Marcello, ein Maler: Bariton
  • Schaunard, ein Musiker: Bariton
  • Colline, ein Philosoph: Bass
  • Mimì, Näherin und Stickerin: Sopran
  • Musetta: Sopran
  • Monsieur Benoît, Hausherr: Bass
  • Alcindoro, Begleiter Musettes, ein Staatsrat: Bass
  • Parpignol, Spielzeugverkäufer: Tenor
  • Sergeant bei der Zollwache: Bass


La Bohème [labɔˈɛm] ist eine Oper in vier Bildern von Giacomo Puccini (1858–1924).

Das Libretto (Text) wurde von Luigi Illica und Giuseppe Giacosa nach dem Roman „Les scènes de la vie de bohème“ von Henri Murger verfasst. Die Uraufführung fand am 1. Februar 1896 im Teatro Regio in Turin unter Arturo Toscanini statt. Die deutsche Erstaufführung am Deutschen Opernhaus in Berlin dirigierte Ignatz Waghalter.

Die relativ leichte Rolle des Colline war die Debütpartie von zahlreichen bedeutenden Sängern, u.a. Boris Christow, Kim Borg, Ruggero Raimondi und Willard White.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Erstes Bild

Am Weihnachtsabend in einer Mansarde in Paris. Die armen Künstler Rodolfo und Marcello stehen frierend vor dem kalten Ofen. Womit sollen sie heizen? Sie haben kein Brennholz mehr und wohl auch nichts zu essen. Marcello will den einzigen Stuhl zerschlagen und verfeuern. Doch Rodolfo, der Poet, hält ihn ab. Statt dessen opfert er eines seiner Manuskripte. Das Kunstwerk ist schnell verbrannt. Der Ofen wieder kalt. Colline betritt die Bühne. Er hatte versucht, ein paar Habseligkeiten im Pfandhaus zu versetzen, das am Weihnachtsabend jedoch geschlossen hat. Nun kommt Schaunard, der Musiker. Er hatte einen Auftrag erhalten und bringt jetzt Wein, etwas zu essen und auch Geld. Da tritt der Vermieter Benoît auf. Er will die Miete eintreiben. Die armen Künstler verlegen sich auf eine List. Zunächst bieten sie ihm Wein an und verwickeln ihn in ein freundliches Gespräch über seine Wirkung auf die Damenwelt. Benoît fühlt sich geschmeichelt und fängt an zu prahlen. Die Unterredung wendet sich. Die Freunde machen ihm Vorwürfe, weil er seine Frau betrügt. Sie empören sich und werfen ihn aus ihrer Mansarde. Nach dieser List beschließen sie, ins Café Momus im Quartier Latin zu gehen, um zu feiern. Rodolfo bleibt zurück. Er will erst noch eine Arbeit fertigstellen und verspricht nachzukommen.

Als er sich gerade seiner Arbeit widmen will, klopft es an der Tür: Mimì, eine Nachbarin, bittet um Feuer für ihre erloschene Kerze. Als sie wieder gehen will, merkt sie, dass sie ihren Schlüssel verloren hat, den nun beide gemeinsam im Dunkeln suchen. Rodolfo sorgt dafür, dass sie ihn nicht zu schnell findet. Nachdem sie sich jeweils von ihren Leben erzählt haben, kommen sie sich schließlich näher und verlieben sich ineinander. Als die wartenden Freunde von unten nach Rodolfo rufen, beschließt das neue Paar, mit ihnen ins Momus zu ziehen.

Zweites Bild

Im Quartier Latin herrscht ausgelassener Weihnachtstrubel. Der Spielzeugverkäufer Parpignol macht zu dieser Jahreszeit ein gutes Geschäft und hält dem Ansturm der Kinder kaum stand. Rodolfo kauft ein rosa Häubchen für Mimì, das sie sich schon immer gewünscht hat, wie sie später bekundet. Schließlich treffen sich die vier Freunde im Café Momus, wo sie auch auf Musetta, die frühere Geliebte Marcellos, treffen. Diese ist in Begleitung ihres neuen, reichen (und merklich älteren) Verehrers namens Alcindoro. Marcello ist durchaus eifersüchtig, woraufhin Alcindoro von Musetta mit einem Auftrag davongeschickt wird, damit diese wieder zu Marcello zurückkehren kann. Schließlich verlassen die beiden Paare, Schaunard und Colline das Momus, ohne jedoch zu bezahlen. Diese Ehre wird Alcindoro bei seiner Rückkehr zuteil.

Drittes Bild

Ein Februarmorgen am Stadtrand: Marcello hat eine Möglichkeit, ein wenig Geld zu verdienen, und bemalt die Innenwände eines Cabarets am Stadtrand mit Bildern. Hier tritt auch Musetta als Sängerin auf und gibt den Gästen gelegentlich Gesangsunterricht. Mimì ist derweil sehr unglücklich. Sie sucht Marcello auf und spricht mit ihm über Rodolfos unbegründete Eifersucht. Marcello rät ihr zur Trennung. Wenig später kommt Rodolfo jedoch hinzu, woraufhin Mimì sich versteckt und dem Gespräch der beiden lauscht. Jetzt werden Rodolfos wahre Beweggründe deutlich: Er fühlt sich nicht in der Lage, die schwerkranke Mimì zu versorgen. Als Mimì dies hört, verlässt sie ihr Versteck und überzeugt Rodolfo davon, mit ihr zusammenzubleiben. Sie beschließen, bis zum Anfang des Frühlings zusammenzubleiben, wobei beide insgeheim hoffen, dass der Winter nie zu Ende gehen möge. Unterdessen haben Musetta und Marcello einen heftigen Streit, woraufhin er sie schließlich verlässt.

Viertes Bild

In der Mansarde - ein halbes Jahr später: Weil sie ständig an Mimì und Musetta denken müssen, gelingt es Rodolfo und Marcello nicht, ihrer Arbeit konsequent nachzugehen, auch wenn sie sich dies gegenseitig nicht eingestehen wollen. Colline und Schaunard kommen hinzu und bringen etwas zu essen mit. Das Mahl fällt diesmal jedoch sehr spärlich aus. Die vier Freunde versuchen, das Beste aus der Situation zu machen, und halten sich mit Humor bei Laune. Wenig später ändert sich die Situation: Musetta bringt die todkranke Mimì, die es nicht einmal mehr allein die Treppe hinauf schafft, zu ihnen, da sie Rodolfo noch einmal wiedersehen will. Um Mimi zu Medikamenten und einem Arzt zu verhelfen, beschließt Musetta, ihre Ohrringe zu veräußern. Colline tut dasselbe mit seinem geliebten Mantel, der ihn einen langen Teil seines Lebens begleitet hat. Rodolfo und Mimì bleiben allein zurück und erinnern sich ihrer ersten Begegnung in der Mansarde. Schließlich kehren die Freunde zurück. Doch kurz darauf ist es bereits zu spät: Mimì stirbt. Rodolfo begreift dies als Letzter und bringt mit dem Schrei ihres Namens seine unendliche Trauer zum Ausdruck.

Musik

Die Oper hat keine Ouvertüre, sie ist als durchkomponierte dramatische Großform in vier Bildern angelegt. Die Spieldauer beträgt ca. 110 Minuten

La Bohème ist eines der bedeutendsten Werke der italienischen Oper, eine Generation nach Giuseppe Verdi. Text und Musik bilden eine Einheit. Das Themenmaterial ist ganz auf das szenische Geschehen abgestimmt, bei dem in kontrastreicher Gegenüberstellung lyrisch-sentimentale mit humorvollen, lebendigen Partien abwechseln. Die Themen werden ausgiebig in leitmotivischem Sinn verarbeitet, aber nicht in der symphonisch-dramatischen Art wie bei Richard Wagner, sondern entsprechend dem ausgeprägten Formgefühl des Romanen in symmetrisch gebauten, geschlossenen Gebilden, die oft nur einige wenige Takte oder kurze Perioden umfassen. So ist, wie Puccini selbst sagt, der "ganze letzte Akt aus logischen Erinnerungsmotiven aufgebaut". [1]

Für die orchestrale Einleitung und den Beginn der Oper verwendete Puccini Teile aus seinem 1882 komponierten Capriccio Sinfonico.[2]

Siehe auch

  • Bohème
  • Rent, eine Musical-Adaption von Jonathan Larson, welche auf La Bohème basiert
  • La Bohème, Verfilmung aus dem Jahr 2008

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rudolf Kloiber, Wulf Konold, Robert Maschka: Handbuch der Oper. Neuausgabe. 11., durchgesehene Auflage. Bärenreiter/dtv, Kassel u. a./München 2006, ISBN 3-423-34132-7
  2. Pietro Spada, in: Beiheft zur Einspielung unter Riccardo Chailly, 1983.

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