Anna Muthesius
Anna Muthesius 1911 auf einer Fotografie von Jacob Hilsdorf.
in einem von ihr entworfenen Reformkleid; Abbildung aus Anna Muthesius: Das Eigenkleid der Frau. 1903.

Anna Muthesius (geborene Trippenbach; * 1870 in Aschersleben; † 1961 in Berlin) war eine ausgebildete Konzertsängerin und seit 1896 verheiratet mit dem Architekten Hermann Muthesius, dem Gründer des Deutschen Werkbundes, dessen Mitglied sie war. Als Autodidaktin wirkte sie unter anderem als Innenarchitektin und Modedesignerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Zwischen 1896 und 1906 war ihr Ehemann als Technischer- und Kulturattaché an der Deutschen Botschaft in London tätig. Hier kamen beide mit den Ideen der Lebensreformbewegung in Berührung. Es kamen Kontakte zu Walter Crane und Charles Rennie Mackintosh zustande, die ebenfalls Interesse für die Reformbewegungen hegen. Auch in Deutschland gibt es eine Erneuerungsbewegung und eine öffentliche Diskussion um die Korsage. Ziel ist es, zu einer von der Pariser Mode unabhängigen Gestaltung der Kleidung zu kommen und gesundheitliche Aspekte zu fördern. So schreibt Anna Muthesius in ihrem Artikel Die Ausstellung künstlerischer Frauenkleider im Warenhaus Wertheim-Berlin:

„Könnte man erst gute Farben und Stoffe in jedem Laden als deutsches Fabrikat preiswert kaufen, so würde damit nicht nur den grossen Toiletten der reichen Frauen, sondern auch dem im engen Hinterstübchen mit der kleinen Schneiderin im Hause gearbeiteten Eigenkleide ein sehr grosser Dienst geleistet sein. [1]

Anna Muthesius war neben Henry van de Velde und Paul Schultze-Naumburg maßgeblich an der Schaffung künstlerischer Modelle weiblicher Reformkleidung beteiligt.

Ab 1912 hatte die Familie auf Hiddensee in Vitte ein Fischerhaus als Sommerhaus umgebaut. Anna Muthesius veranstaltete dort regelmäßig einen künstlerischen Salon mit musikalischen Abenden.

Das Paar hatte fünf Kinder darunter Günther (1898–1974), Klaus (1900–1959), Eckhart (1904–1989) und Renata (verh. Stepanek).

Veröffentlichungen

  • Anna Muthesius: Das Eigenkleid der Frau. Krefeld, Kramer & Baum 1903. 84 Seiten und 14 Tafeln. (Zunächst als Vortrag gehalten im Kaiser Wilhelm Museum Krefeld)
  • Anna Muthesius: Die Ausstellung Künstlerischer Frauen-Kleider im Waren-Haus Wertheim-Berlin. In: Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. XIV, 1904, S. 441–456.

Literatur

  • Julia Bertschik: Mode und Moderne. Kleidung als Spiegel des Zeitgeistes in der deutschsprachigen Literatur (1770–1945). Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2005 ISBN 3-412-11405-7.
  • Despina Stratigakos: Women and the Werkbund: Gender Politics and German Design Reform, 1907–14. In: The Journal of the Society of Architectural Historians. Band 62, Nr. 4, 2003, S. 490–511.

Einzelnachweise

  1. Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. XIV, 1904, S. 443

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