Anna Müller-Tannewitz

Anna Müller-Tannewitz geb. Tannewitz (* 18. August 1899 in Immekeppel; † 1988) war eine deutsche Jugendbuchautorin. Ihr bekanntestes Werk ist der Jugendroman Blauvogel, der die Geschichte eines 9-jährigen Jungen erzählt, der während des Franzosen- und Indianerkrieges von Indianern entführt und dann von ihnen als Adoptivsohn aufgezogen wird.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Anna Tannewitz wurde 1899 im Rheinland geboren und arbeitete nach einem Studium in Germanistik und Völkerkunde zunächst in Berlin als Bibliothekarin. Sie unternahm mehrere Reisen in die USA, wobei sie sich dort insbesondere mit der Geschichte und Kultur der Indianer beschäftigte. Seit 1936 war sie mit dem Indianerforscher Werner Müller (1907–1990) verheiratet.[1]

Ab 1945 begann sie dann Jugendbücher zu schreiben. Für ihr bekanntestes Buch Blauvogel erhielt sie 1950 den ersten Preis in einem Preisausschreiben des Ministeriums für Volksbildung der DDR zur Schaffung neuer Jugendliteratur. Das Buch diente auch als Vorlage für einen DEFA-Spielfilm von 1979 und eine ZDF-Serie von 1994.

Während sie Blauvogel unter dem Pseudonym Anna Jürgen veröffentlichte, erschienen ihre anderen Werke (darunter viele weitere Jugendbücher, deren Handlung oft unter Indianern spielt) unter ihrem tatsächlichen Namen. Zudem verwendete sie das Pseudonym Stine Holm. Sie verstarb 1988 in Schwaben.

Werke (Auswahl)

  • Das Indianermädchen Pocahontas. Berlin: Felguth 1948.
  • Blauvogel. Wahlsohn der Irokesen. Berlin/DDR: Verlag Neues Leben 1950.
  • Kleine Sonne Schonela. Eine Mädchengeschichte aus dem alten Louisiana. Stuttgart: Thienemann 1954.
  • Die weißen Kundschafter. Die Entdeckung der Indianer Virginiens. Stuttgart: Franckh-Kosmos 1955. (UT auch: Die Kolonisation Nord-Karolinas.)
  • Die rote Lady. Stuttgart: Thienemann 1958.
  • Marys neue Schwestern. Stuttgart: Thienemann 1964.
  • Kleiner Bär und Prärieblume. Stuttgart: Thienemann 1965.
  • Tochter der Prärie. Die Geschichte eines tapferen Indianermädchens. Würzburg: Arena 1970.
  • Das neugierige Stinktier und andere Erzählungen. Bayreuth: Loewes 1970.
  • Avija das Mädchen aus Grönland. Stuttgart: Thienemann 1971.
  • Akis Wunschring. Bayreuth: Loewe 1973.
  • Ogla und ihr Pony. Würzburg: Arena 1976.
  • Leselöwen Hasengeschichten. Bayreuth: Loewes 1977.

Literatur

  • Wilhelm Kosch: Deutsches Literatur-Lexikon. Band 10. 1986. S. 1569
  • Kürschners Deutscher Literatur-Kalender‎. 1999. S. 431

Einzelnachweise

  1. Berthold Riese: Müller, Werner. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, S. 482–484.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Anna Jürgen — (* 1899 ; † 1988) war eine deutsche Jugendbuchautorin. Ihr bekanntestes Werk ist der Jugendroman Blauvogel, der die Geschichte eines 9 jährigen Jungen erzählt, der während des Franzosen und Indianerkrieges von Indianern entführt und dann von… …   Deutsch Wikipedia

  • Werner Müller (Ethnologe) — Werner Müller (* 22. Mai 1907 in Emmerich; † 7. März 1990 in Bad Urach) war ein deutscher Ethnologe. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Werke 3 Literatur …   Deutsch Wikipedia

  • Autoren von Kinder- und Jugendliteratur — Dies ist eine Liste von Kinder und Jugendbuchautoren, die mit einem eigenen Artikel versehen sind. Im oberen Teil sind deutschsprachige, darunter internationale Autoren aufgeführt. Autoren Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”