/etc/hosts

Die Datei hosts ist eine lokale Textdatei, welche der Aufgabe von DNS-Informationen nahe kommt. Diese Datei dient der festen Zuordnung von Hostnamen mit IP-Adressen.

Inhaltsverzeichnis

Details

Das Format der Datei stammt ursprünglich aus BSD (Berkeley Software Distribution) UNIX 4.3, welches in Verbindung mit dem dort entwickelten Netzwerk-Stack steht, und wurde für diverse Systeme übernommen.

Vor der Einführung des Domain Name Systems wurden Rechnernamen im Internet über Hosts-Dateien aufgelöst. Die Verteilung und Aktualisierung dieser Dateien war allerdings ein logistisches Problem. Deshalb werden Hosts-Dateien im Internet, sowie in größeren Netzwerken heutzutage selten bis nicht mehr verwendet. Auch Loopback-Adressen benötigen heutzutage keinen Eintrag in der Hosts-Datei.

Muss ein Hostname in eine IP-Adresse (oder umgekehrt) aufgelöst werden, so wird bei Betriebssystemen zuerst versucht, die Auflösung lokal anhand der in der Hosts-Datei gespeicherten Zuordnungen durchzuführen, bevor andere Methoden (DNS, WINS etc.) versucht werden. Bei Unix-artigen Systemen wird die Reihenfolge durch Einträge in der Datei /etc/nsswitch.conf festgelegt.

Pfade unter verschiedenen Betriebssystemen

  • Windows NT/2000/XP/2003/Vista/7: %SystemRoot%\system32\drivers\etc\hosts Standardkonfiguration, der Verweis auf diese Datei ist in der Registrierung unter \HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\Tcpip\Parameters\DataBasePath gespeichert.
  • Windows 95/98/Me: %WinDir%\hosts
  • unixoide Systeme, wie z. B. Linux: /etc/hosts
  • Mac OS X, iPhone und BSD-basierende Betriebssysteme: /private/etc/hosts
  • OS/2 und eComStation: "bootdrive":\mptn\etc\hosts
  • Series 60 1st und 2nd Edition C:\system\data\hosts
  • Series 60 3rd Edition: C:\private\10000882\hosts (Zugriff wegen Platform Security nicht ohne weiteres möglich.)
  • AmigaOS AmiTCP:db/hosts

Format

Die Datei besteht aus einer tabellarischen Auflistung von IP-Adressen und dazugehöriger Hostnamen. Die Spalten werden durch Leerzeichen oder Tabs getrennt. Eine typische Hosts-Datei sieht so aus:

# Kommentare sind an der vorgestellten Raute zu erkennen
127.0.0.1 localhost.localdomain localhost
::1 ip6-localhost ip6-loopback
fe00::0 ip6-localnet
ff00::0 ip6-mcastprefix
ff02::1 ip6-allnodes
ff02::2 ip6-allrouters
ff02::3 ip6-allhosts

Die erste Zeile dient der Zuordnung des localhost im IPv4-Protokoll, die folgenden Zeilen ordnen IPv6-Adressen zu.

Zu Beachten ist, dass jede Unterdomain mit aufgeführt werden muss, denn sollte der Eintrag nicht vorhanden sein, wird dieser wieder aufgelöst.

Verwendungsmöglichkeiten

Die Verwendungsmöglichkeiten der Hosts-Datei sind ein festes Zuordnen eines DNS-Eintrages mit einer IP-Adresse, welches zum Beispiel die eindeutige Zuordnung und Verwendung in einem Netzwerk mit mehrfach vergebenen gleichen Namen ermöglicht. Ebenso besteht die Möglichkeit, Rechnern, welche über andere möglicherweise ungünstige oder fehlende Namen verfügen, einen einfachen und genau identifizierbaren Namen zu geben. Die Verwendung der Hosts-Datei kann also einen zeitweiligen Ausfall des DNS-Servers kompensieren. Ebenso besteht die Möglichkeit, mithilfe eines routens auf den Loopback (localhost respektive 127.0.0.1) Adressen zu sperren (korrekt formuliert wäre „Die Auflösung des Namens auf Null geleitet“).

Webentwickler tragen außerdem häufig Domains ein, für die sie Inhalte entwerfen. Somit können die Inhalte des lokalen Webservers getestet werden, als ob sie sich auf einem Webserver mit selbiger Domain im Internet befänden. Die Domain ist jedoch nur lokal erreichbar. Eine Verarbeitung von Skripten und Aufgaben ist so mit den späteren Namen sofort möglich.

Verwendung der Hosts-Datei als Filter

Manchmal wird die Hosts-Datei dazu verwendet, bekannte Werbeserver zu blockieren, indem sie als Alias für 127.0.0.1 eingetragen werden. Die Besonderheit dieser Methode gegenüber den zu installierenden Werbefiltern ist, dass diese Sperrung systemweit Gültigkeit hat, also nicht nur auf einen Browser beschränkt ist. Darüber hinaus kann man solche Filter auch gegen manche Schadprogramme einsetzen, wenn diese Anweisungen von bereits bekannten Servern abzurufen versuchen.

Die exzessive Verwendung dieser Datei kann jedoch den gesamten Prozess der Namensauflösung verlangsamen, da diese Datei nicht für große Datenmengen optimiert ist. Vorgefertigte Dateien für die Verwendung als Werbefilter oder DNS-Ersatz sind im Internet erhältlich.

Missbrauch

Unter Windows wird häufig von Viren versucht, die Datei so zu modifizieren, dass Benutzer auf gefälschte Onlinedienste geleitet werden. Mit diesem Trick kann etwa ein Benutzer auf eine gefälschte Online-Banking Seite umgeleitet werden (siehe Pharming und Phishing). Im Zweifelsfall empfiehlt es sich auf verschlüsselte Verbindungen zu achten sowie das Zertifikat des Verbindungsschlüssels zu überprüfen.

Dies wird meist durch Einträge begleitet, welche eine Aktualisierung der Antivirenprogramme unterbinden. Die Server des Herstellers erreichen sie durch dessen Internetadressen, auf diesen Servern werden die aktualisierten Virensignaturen bereitgestellt. Sind aufgrund der in der Hosts-Datei ungültigen oder falsch eingetragenen IP-Adressen diese nicht zu erreichen, verhindern diese Einträge somit das automatische oder manuelle Aktualisieren der Software.

Siehe auch

Weblinks


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