Anna Sutter

Anna Sutter (* 26. November 1871 in Wil, Schweiz, als Anna Suter; † 29. Juni 1910 in Stuttgart) war eine deutsch-schweizerische Opernsängerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach ihrem Klavier- und Gesangsstudium in Bern und München hatte sie ab 1893 ein festes Engagement am Stuttgarter Hoftheater. Sie genoss große Popularität, sogar Fotopostkarten und Tonaufnahmen von ihr wurden zum Verkauf angeboten. Im Jahr 1906 wurde sie zur Kammersängerin ernannt. Neben ihrer Sangeskunst sorgten auch diverse Liebesaffären für Schlagzeilen. Zwei dieser Liaisonen entstammten zwei uneheliche Kinder von verschiedenen Männern: 1900 kam ihre Tochter Mathilde zur Welt (sie wird erst 1925 von ihrem leiblichen Vater Hans Freiherr von Entress-Fürsteneck als Tochter anerkannt und ergriff ebenfalls den Beruf der Opernsängerin), 1902 ihr Sohn Felix von Hofkapellmeister Hugo Reichenberger (dessen Vaterschaft erst 2001 eindeutig zugeschrieben werden konnte).

Beziehungsdrama

Ihre kurze Affäre mit dem königlich württembergischen Hofkapellmeister Aloys Obrist, Bruder des bekannten Jugendstilkünstlers Hermann Obrist, sollte sich als fatal erweisen. Nachdem Anna Sutter die Beziehung 1909 nach zwei Jahren beendet hatte, drang Obrist am 29. Juni 1910 in ihre Wohnung ein und tötete Anna Sutter – nachdem seine Liebe erneut zurückgewiesen wurde – mit zwei Pistolenschüssen, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Gedenken

1914 schuf der Stuttgarter Professor Karl Donndorf zum Gedenken an Anna Sutter den so genannten Schicksalsbrunnen im Jugendstil. Er befand sich bis 1963 vor dem Künstlereingang des Stuttgarter Staatstheaters und wurde später vor das Gebäude versetzt. Anna Sutters Grab auf dem Stuttgarter Pragfriedhof wurde bis Ende der 1960er täglich von einem unbekannten Verehrer mit frischen Blumen geschmückt. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um Anna Sutters letzten Liebhaber, den Opernsänger Albin Swoboda Junior (1883–1970), der sich zum Zeitpunkt der Ermordung ebenfalls in der Wohnung aufhielt, aber die Tat nicht verhindern konnte. An der Beerdigung nahmen 10.000 Menschen teil.[1]

Einzelnachweise

  1. Grabstein von Sutter und Kurzbiographie

Weblinks


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