Anna Verlinden

Sophia Poznanska genannt Zosha (* 1906 in Kalisz; † 29. September 1942 im Brüsseler Gefängnis Saint-Gilles/Sint-Gillis, Belgien) war eine polnisch-jüdische Résistance-Kämpferin der Roten Kapelle.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Aufgewachsen ist Poznanska in Kalisz, dort schloss sie sich einer Gruppe der sozialistisch-zionistischen Jugendbewegung Hashomer Hatzair an, die von Fischek Kempinsky, dem Vater von Yehudit Kafri, gegründet worden war.

Nach ihrer Auswanderung nach Palästina gehörte sie zu den Pionieren, die den Kibbuz Mischmar haEmek in Nordisrael am Westrand der Jesreelebene gründeten. Dort lernte sie Leopold Trepper kennen, mit dem zusammen sie sich der Palästinensischen Kommunistischen Partei anschloss.

Später zog sie nach Brüssel in die Rue des Atrébates 101[1], wo sie in der Nacht vom 12. zum 13. Dezember 1941 verhaftet wurde.[2] Damit begann die Verhaftungswelle gegen die später Rote Kapelle genannten Widerstandsgruppen der Résistance und des Deutschen Widerstands. Im Gefängnis beging sie Selbstmord, ohne über den zur Chiffrierung der Funksprüche verwendeten Code auszusagen.[3][4]

Die Wohnung, die sie zusammen mit Rita Arnould bewohnte, wurde auch von den Funkern David Kamy, Johann Wenzel und Leon Großvogel genutzt. Von hier aus hatten sie Verbindung zur sowjetischen Botschaft in London. Ihr Deckname in Belgien war Anna Verlinden.[5]

Ehrungen

Am 13. Dezember 2006 gab es in der Gedenkstätte Fort Breendonk eine Ehrung der hingerichteten Mitglieder der Roten Kapelle durch den russischen Botschafter Vadim B. Lukov, bei der auch Sophie Poznanska geehrt wurde.[6]

Literatur

  • Leopold Trepper: Die Wahrheit: Autobiographie des „Grand Chef“ der Roten Kapelle. dtv, München 1978, ISBN 3-423-01387-7; Seite 31–419
  • Hans Coppi junior: Die „Rote Kapelle" im Spannungsfeld von Widerstand und nachrichtendienstlicher Tätigkeit. Der Trepper-Report vom Juni 1943. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 3/1996 (online PDF, 7 MB)
  • Yehudit Kafri: Zosha. Keter, Jerusalem 2003, ISBN 9650711791 (Hebräisch).
  • Helmut Roewer, Stefan Schäfer, Matthias Uhl: Lexikon der Geheimdienste im 20. Jahrhundert. Herbig, München 2003, ISBN 3-7766-2317-9.
  • Hans Schafranek und Johannes Tuchel (Hrsg.): Krieg im Äther. Widerstand und Spionage im Zweiten Weltkrieg. Picus, Wien 2004, ISBN 3-854-52470-6.

Einzelnachweise

  1. Textauszug mit dem Kapitel zur Rue des Atrébates 101
  2. http://al-hamatzav.org/permalink/le-grand-jeu/
  3. Ingrid Strobl: Die Angst kam erst danach. Jüdische Frauen im Widerstand 1939–1945. Frankfurt am Main, 1998
  4. http://books.google.de/books?id=FWkZOB35KQcC&pg=RA1-PA314&lpg=RA1-PA314&dq=%22Sophie+Poznanska%22#PRA1-PA314,M1
  5. http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=46020993&top=SPIEGEL
  6. http://www.belgium.mid.ru/press/posol_f_005.html

Weblinks


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