Annaburger Heide

Die Annaburger Heide (früher auch Annaburgische Heide, vor 1573 Lochauer oder Lochauische Heide) ist ein, die heutigen Ländergrenzen von Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt übergreifendes Waldgebiet, das insbesondere forstwirtschaftlich und für Jagdzwecke benutzt wurde. Weite Teile des Gebietes werden heute als Truppenübungsplatz der Bundeswehr genutzt. Hauptort der Heide ist die Kleinstadt Annaburg. Dort war auch der Sitz des für die Heide zuständigen kursächsischen Oberforst- und Wildmeisters. Die Heide befand sich zu großen Teilen im Besitz des jeweiligen Kurfürsten bzw. Königs von Sachsen.

Geschichte

Anfang November 1422 übernachtete Kurfürst Albrecht IV. von Sachsen-Wittenberg während der Jagd mit seiner Ehefrau in einem Bauernhaus in der Lochauer Heide. Doch brach plötzlich Feuer aus, das das gesamte Haus ergriff. Die Flammen waren ihm so nah gekommen, dass er und seine Frau sich nur im Nachthemd bekleidet durch ein Fenster retten konnten. Mehrere seiner Bediensteten kamen im Feuer um. Der Kurfürst war über dieses Ereignis stark schockiert und starb wenige Tage später in Wittenberg.

In der Lochauer Heide wurde am 24. April 1547 der Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen nach der Schlacht bei Mühlberg gefangen genommen.

Am 18. Dezember 1749 fand eine große kurfürstliche Sau- oder Schweinehatz in der Annaburger Heide, speziell im Naundorfer Revier, statt, bei der vom Kurfürst und Kurprinzen mit ihren Ehefrauen sowie Prinz Xaver und Prinz Carl insgesamt 859 Stück Wild erlegt worden sind.

Der Herzog Karl von Kurland war mehrmals zur Hirschjagd in der Annaburger Heide, so im September 1771, im August und September 1772 und im August 1775. Im März 1776 besuchte er hier die Auerhahnbalz. Im November 1771 ließ der Herzog ein sogenanntes Saustreifen in den Wäldern der Ämter Annaburg, Schweinitz und Seyda durchführen. Bei der kurfürstlichen Hirschfeistjagd vom 18. bis 21. August 1777 wurden 10 Hirsche und 4 Rehe erlegt. Der dabei erlegte Zwölfender wurde dem Herzog Karl von Kurland nach Elsterwerda geschickt.

Bis Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts befand sich im Kerngebiet der Annaburger Heide das Dorf Zschernick. Die Bewohner diesen Dorfes wurden zwangsenteignet, da die frisch gegründete NVA das vollständige Gebiet der Annaburger Heide als Übungsplatz verwendete. Ehemalige Bewohner von Zschernick leben noch heute in Mahdel, dem ehemaligen Nachbardorf.

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